Pastor Maldonado im Interview

"Wir kommen Williams näher"

Pastor Maldonado - Lotus - GP Spanien 2015 Foto: xpb 70 Bilder

Pastor Maldonado lag wieder in aussichtsreicher Position und hat ein weiteres Mal Punkte verschenkt. auto motor und sport sprach mit dem Venezolaner über sein ereignisreiches Rennen und seine Einschätzung, wo Lotus derzeit steht.

Ihr Heckflügel hing ab der achten Runde auf Halbmast. Was ist da passiert?

Maldonado: Ich habe am Eingang von Kurve 3 Grosjean berührt. Es war wirklich nur ein kleiner Stoß. Drei, vier Runden später spüre ich, dass hinten der Abtrieb weggeht.

Trotzdem waren Sie erstaunlich schnell.

Maldonado: Wir haben mit dem Differential den Gripverlust hinten etwas aufgefangen. Da ging das Auto eigentlich ganz gut. Ich habe davon profitiert, dass ich zu dem Zeitpunkt allein in sauberer Luft gefahren bin.

Warum wurde die beschädigte Endplatte abgeschnitten, wenn Sie damit ordentlich unterwegs waren?

Maldonado: Charlie Whiting hat das Team gebeten, die Endplatte abzuschneiden. Leider gerade in dem Moment, in dem ich die Box verlassen habe. So musste ich ein zweites Mal rein. Ab da war mein Rennen verloren. Hätten wir die Endplatte gleich beim Reifenwechsel mit abgenommen, hätte ich um die Punkte kämpfen können. Ich hatte immer noch genug Speed, um mit den Toro Rosso zu kämpfen.

Und wie war das Auto ohne Endplatte?

Maldonado: Noch schlimmer als vorher.

Haben Sie deshalb aufgegeben?

Maldonado: Nein, das wäre schon noch bis zum Ende gegangen. Aber wir wollten die Laufleistung auf einige Teile niedrig halten. Punkte waren sowieso nicht mehr drin.

Wie stark ist der Lotus?

Maldonado: Wir haben ein gutes Auto. Nicht das beste und das zweitbeste, aber wir sind nicht weit von Williams weg. Auf eine Runde sind sie uns noch überlegen. Aber im Rennen kommen wir langsam näher. Am Anfang vom Stint sind sie im Schnitt ein Zehntel pro Runde schneller. Dann dreht sich das Bild. Ich glaube, ihre Reifen bauen schneller ab.

Sie konnten einige Autos auf einer Strecke überholen, auf der Überholen angeblich nicht geht. Wie war das möglich?

Maldonado: Unser Auto war im letzten Sektor sehr stark. so konnte ich gut auf die Vorderleute aufschließen.

Macht das Mut für Monte Carlo?

Maldonado: Unser Auto hat eine gute Traktion. In der Mitte der Kurve verlieren wir noch Zeit. Wir müssen mehr Abtrieb finden. Aber wir testen ein paar neue Teile hier in Barcelona, auch mit Blickrichtung Monte Carlo. Wir müssen dort in der Qualifikation besser abschneiden als in Barcelona. Aber in Spanien hatten die schlechten Startplätze auch etwas damit zu tun, dass wir unser Auto auf Reifenschonen ausgelegt hatten. Monte Carlo ist sehr speziell. Die Supersoft-Reifen sind eine Unbekannte, weil wir sie zum ersten Mal einsetzen. So richtig supersoft sind sie ja nicht. Ich gehe davon aus, dass wir damit mehr als eine schnelle Runde schaffen. Das Ziel ist auf jeden Fall, in die Top Ten der Startaufstellung zu fahren. Und dann haben wir alle Chancen für das Rennen.

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