Lewis Hamilton - Mercedes - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 8.7.2017 xpb
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017
Daniil Kvyat - Toro Rosso - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017
Daniil Kvyat - Toro Rosso - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017
Daniil Kvyat - Toro Rosso - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017 98 Bilder

Darum hielt Mercedes den Getriebeschaden geheim

Getriebelager kostet Hamilton fünf Startplätze

Lewis Hamilton geht mit einem Handikap in den GP Österreich. Der Mercedes-Pilot verliert fünf Startplätze, weil das Gertriebe vor Ablauf der sechs Rennen gewechselt werden muss. Mercedes hat den Schaden aus taktischen Gründen verheimlicht.

Lewis Hamilton sollte sich in Hollywood bewerben. Der Engländer weiß seit Dienstag, den 4. Juli, dass er beim GP Österreich wegen eines unplanmäßigen Getriebewechsels fünf Startplätze strafversetzt wird. Trotzdem ließ sich der dreifache Weltmeister nichts anmerken. Er spielte bei der Pressekonferenz mit Sebastian Vettel den coolen Herausforderer, den nichts erschüttern kann. Und er erzählte am Freitagnachmittag unschuldig von seinem Trainingsprogramm.

Hamilton - Magnussen - Vettel - GP Österreich - Spielberg - Donnerstag - 6.7.2017
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Hier ein Auszug aus Hamiltons Freitagsbilanz: „Das war ein richtig guter Freitag ohne größere Kopfschmerzen. Wir mussten im zweiten Training eine Zündkerze austauschen, aber die Jungs haben großartig gearbeitet und alles so hinbekommen, dass wir unser Programm abschließen konnten. Am wichtigsten ist, dass sich das Auto hier fantastisch anfühlt. Wir haben bereits eine gute Balance gefunden und das Auto fühlt sich gut auf der Strecke an. Im Team herrscht eine gute Stimmung und wir freuen uns an diesem Wochenende alle auf ein weiteres spannendes Duell mit Ferrari.“

Getriebeproblem bei Routineuntersuchung entdeckt

Redet so einer, der sich ausrechnen kann, dass er am Sonntag bestenfalls auf dem sechsten Startplatz stehen wird, sein größter WM-Rivale Sebastian Vettel dagegen möglicherweise auf der Pole Position? Erst um 19.06 Uhr platzte die Bombe. Der Technikreport der FIA berichtete, dass im Auto mit der Startnummer 44 das Getriebe vor Ablauf des Einsatzzyklus von 6 Rennen getauscht werden muss. Der GP Österreich wäre das dritte Rennen für die beschädigte Kraftübertragung gewesen.

Eine Routineuntersuchung in der Fabrik in Brackley ergab, dass ein Lager nicht mehr rund lief. „Möglicherweise hätte das Getriebe dieses Wochenende noch überlebt, aber spätestens danach hätten wir es wechseln müssen. Das Risiko, einen Nuller zu schreiben, war uns zu groß. Das kann dich am Ende den Titel kosten“, erzählt uns ein Ingenieur. Mercedes informierte die FIA so früh, um im Fall von mehreren Startplatzversetzungen der erste zu sein. Das kann bei vielen Strafen manchmal dazu führen, dass man weniger als fünf Plätze verliert.

Hamiltons Gegner sollten im Unklaren bleiben

Doch warum machte Mercedes ein solches Geheimnis daraus, wenn man den Getriebewechsel schon vier Tage zuvor bei der FIA angemeldet hatte? „Aus taktischen Gründen“, heißt es aus dem Lager der Silberpfeile. „Wenn unsere Gegner von vornherein wissen, dass Lewis bestenfalls von Platz 6 losfährt, planen sie ihr Wochenende ganz anders. Sie wissen, dass wir mit der Strategie und der Reifenfolge antizyklisch fahren müssen, um Lewis nach vorne zu bringen. Wir sind für sie berechenbar. Sie können dann schon am Freitag entscheiden, auf welche Reifen sie sich beim Longrun konzentrieren, ob ihnen die Startposition wichtiger ist als der Rennspeed. Das geht jetzt nicht mehr. Der Freitag ist gelaufen.“

Schaut man sich die Reifenverteilung für den GP Österreich an, dann wird klar, warum Mercedes so taktieren musste. Ferrari und Red Bull gingen in eine andere Richtung als Mercedes. Für Vettel wurden ein Soft-Reifen, fünf Supersoft und sieben Ultrasoft-Reifen reserviert. Verstappen hat je zwei Soft- und Supersoft-Sätze und neun Garnituren Ultrasoft in seinem Kontingent. Hamilton liegt mit zwei Soft, drei Supersoft und acht Ultrasoft dazwischen. Derart große Unterschiede bei den Topteams sind selten. Weil in Spielberg viele Taktiken zum Ziel führen können. Wer dann früh genug weiß, dass der Gegner mit einem Handikap ins Rennen geht, hat einen Vorteil.

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