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Pedro de la Rosa

Grand Prix-Comeback ohne Vorwarnzeit

Es war der erste Fahrerwechsel in diesem Jahr. Der im letzten Jahr mitten in der Saison gefeuerte Sauber-Pilot Pedro de la Rosa feiert bei dem Schweizer Team ein unerwartetes Comeback. De la Rosa ersetzt Sergio Perez, der immer noch an seinen Unfallfolgen von Monte Carlo leidet.

Es war eine Nacht- und Nebelaktion nachmittags um 13.35 Uhr. Pedro de la Rosa und McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh eilten zusammen mit Sauber-Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn Richtung Sauber-Box. Da hatte de la Rosa noch die McLaren-Teamkleidung an. 25 Minuten später saß der 40-jährige Spanier in einem Sauber.

Fahrerwechsel ohne Vorwarnzeit

Mit einem McLaren-Overall, abgeklebten Sponsorstickern und einem de la Rosa-Helm, auf den im Eilverfahren die Aufkleber der Sauber-Sponsoren angebracht wurden. Als de la Rosa zum ersten Mal auf die Strecke ging, wunderte sich Sebastian Vettel: "Wieso fährt der Perez jetzt mit einem de la Rosa-Helm? Ist Sergios Helm nicht grün?"

Der Fahrerwechsel bei Sauber passierte so kurzfristig, dass die Konkurrenz die Neubesetzung erst mitbekam, als de la Rosa bereits im Auto saß. Sergio Perez hockte mit traurigem Gesicht in der Box und schaute zu. Der Mexikaner hatte nach seinem elften Platz im Morgentraining von Schwindel und Übelkeit berichtet. Da wurde man bei Sauber hellhörig. Das hörte sich nach Symptomen an, die nach einer Gehirnerschütterung auftreten können.

Sauber-Auto ähnlich wie im Vorjahr

Perez hatte zwar alle medizinischen Checks bestanden und war in seiner Heimat Mexiko zwei Tage lang Kart gefahren, doch die Belastungen in einem Formel 1-Auto sind mit nichts zu vergleichen. Besonders auf einer Buckelpiste wie Montreal. Ein zweiter Unfall kurz nach einer Gehirnerschütterung kann böse Folgen haben. "Gut, dass Sergio so ehrlich war", lobte Teamchef Peter Sauber. Das Team entschied umgehend, Perez pausieren zu lassen. "Bei der Gesundheit unserer Fahrer gehen wir null Risiko ein."

Sauber ging nicht ganz unvorbereitet in die Suche nach einem Ersatz. Den Sitz von Pedro de la Rosa hatte man vorsichtshalber aus Hinwil mitgenommen. Er lag nach den 13 Sauber-Einsätzen des Mannes aus Barcelona im Vorjahr noch in der Requisite. De la Rosa kennt das Team, die Strecke und ein bisschen auch das Auto. "Es ist zwar ein ganz anderes Auto als unser Vorjahreswagen, aber es spricht eine ähnliche Sprache", erklärte Sauber. Noch ein Argument für de la Rosa: Als Pirelli-Testpilot musste sich Saubers Ersatzmann nicht mehr mit den Reifen anfreunden.

Sauber hatte De la Rosa-Sitz im Gepäck

De la Rosa bot sich auch aus Gründen der Körpergröße an. Er ist knapp zehn Zentimeter länger als Perez. Nico Hülkenberg wäre für den Sauber schon zu groß gewesen. Der C30 ist für Jockeys wie Kamui Kobayashi und Sergio Perez gebaut. "Ohne eigenen Sitz kannst du das sowieso vergessen", winkte der Reservefahrer von Force India ab. "Du springst heute nicht einfach so in ein Rennauto und fährst damit." Peter Sauber bestätigte: "Nico ist zu lang für unser Auto. Außerdem ist er bei unserer direkten Konkurrenz angestellt. Zwischen uns und Pedros Arbeitgeber McLaren gibt es dagegen keinerlei Interessenskonflikte."

Saubers Ersatzpilot Esteban Gutierrez kam ebenfalls nicht in Frage. Der Mexikaner ist für so eine schwierige Strecke wie Montreal noch zu unerfahren. De la Rosa hat auf dem Kurs auf der Ile de Notre Dame immerhin schon fünf Grand Prix bestritten. Und war 2010 im Training schneller als Kobayashi.

De la Rosa ist startklar

So wenig Vorbereitungszeit wie vor seinem 86. GP-Einsatz hatte de la Rosa allerdings noch nie: "Wir mussten vieles im Cockpit einrichten und die Pedalerie neu einstellen. Zum Glück konnte ich danach noch 14 Runden fahren." Teamchef Peter Sauber lobte seine Crew: "Toll, wie die Jungs das in der kurzen Zeit hinbekommen haben." De la Rosa ließ es vorsichtig angehen: "Das wichtigste ist, dass ich mich im Auto wohlfühle. Grundsätzlich bin ich startklar, aber ich brauche noch etwas Zeit mit dem Auto."

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Sergio Perez wird das Rennen in Montreal aussetzen.

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