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Perez lässt Force India jubeln

"Bekamen fast eine Herzattacke"

Sergio Perez lässt Force India jubeln und zittern. Mit seinem zweiten Podium baut das Team seinen fünften Platz in der Konstrukteurs-WM aus. Als Perez im Finale Kimi Räikkönen angriff, begann am Kommandostand das große Nervenflattern.

Force India kommt in Fahrt. In Monte Carlo 23 Punkte, in Baku 17. Beide Male stand Sergio Perez als Dritter auf dem Podium. Und wieder hat der Mexikaner den dritten Platz aus eigener Kraft geholt. Obwohl er sich beim GP Europa das Leben schwerer gemacht hat als nötig. Nach seinem Getriebeschaden als Folge eines unnötigen Unfalls im dritten Training startete Perez als Siebter und nicht als Zweiter.

Der stellvertretende Teamchef Bob Fernley ist überzeugt: „Wenn Checo vom zweiten Platz losfährt, wird er auch Zweiter.“ Auf der Strecke fuhr Perez die meiste Zeit auf Platz 4. Ab der 28. Runde wusste er, dass er auf dem Papier Dritter war. Das Team hatte ihn über die Fünf-Sekunden-Strafe von Kimi Räikkönen für das Überfahren der weißen Linie am Boxeneingang informiert.

Doch Perez wollte mehr. Er wollte auch auf der Strecke Dritter sein. „Typisch Sergio“, lachte Fernley nach dem Rennen befreit auf. „Er schenkt nichts her und wollte sich den dritten Platz verdienen. Wir bekamen am Kommandostand fast eine Herzattacke. Hätte er uns gefragt, hätten wir ihm gesagt, dass er hinter Kimi herfahren soll. Aber wir wussten, dass es sinnlos ist. Er greift an. So wie im dritten Training. Deshalb dürfen wir ihm auch den Unfall nicht übelnehmen.“ Perez sah keinen Grund zur Aufregung: „Ich habe Kimi nur überholt, weil es ohne Risiko möglich war.“

Verdienter dritter Platz von Perez

Den Schlüssel für den dritten Platz legte Perez gleich in der ersten Runde, als er zügig an Felipe Massa und Daniil Kvyat vorbeikam. Dann zeigte der Mexikaner wieder einmal, wie viel Gefühl er für die Reifen aufbringt. „Sie begannen zu körnen. Es wäre der einfachste Weg gewesen und gleich nach Kimi zu stoppen, aber wir haben uns dafür entschieden, draußen zu bleiben. Die Reifen haben sich wieder erholt.“

Perez hielt bis zur 16. Runde durch. Kaum war er wieder auf der Strecke, hing Lewis Hamilton formatfüllend im Rückspiegel. „Ich konnte meine Reifen nicht sanft anfahren, weil ich Lewis abwehren musste. Als sie dann auf Temperatur waren, konnte ich ihm leicht davonfahren.“ Bob Fernley lobte: „Keiner kann sagen, man hätte Checo den dritten Platz geschenkt.“

Das Reifenmanagement funktionierte diesmal besser als in Montreal. „Das Wetter dort war zu unbeständig, wir haben uns mit der Fahrzeugabstimmung verzettelt. In Baku konnten wir das Setup Schritt für Schritt aufbauen“, gab Fernley zu. Teammanager Andy Stevenson verrät: „Wir haben in Montreal alle Karten auf ein Regenrennen gesetzt. Das hat uns aber höchstens einen Platz gekostet. Es ging dort einfach nicht schneller.“

Force India glaubt an Platz 4

Nico Hülkenberg wurde ein Opfer seines schlechten Startplatzes und einer unverschuldeten Kollision mit Esteban Gutierrez in der ersten Kurve. Der Plan war, mit einer alternativen Strategie gleich in der Startrunde ein paar Positionen gutzumachen. Doch als ihn Gutierrez in der ersten Kurve anrempelte, fiel der Rheinländer auf Platz 14 zurück. „Da fiel unsere schöne Strategie in sich zusammen. Wir haben Nico mit den Soft-Reifen starten lassen, um ihm frische Luft zu geben, sobald die Fahrer mit Supersoft-Reifen an die Box kommen würden“, erklärte Fernley die Taktik.

Der Zwischenfall mit dem HaasF1 zwang Hülkenberg länger im Verkehr zu fahren als geplant. Das stresste die Reifen. Der Deutsche musste 10 Runden früher an die Box als geplant und dann 31 Runden auf den Supersoft-Sohlen durchstehen. „Es hat am Ende gerade so gereicht.“ Als die beiden Red Bull heranflogen, fuhr Hülkenberg schon mit dem Rücken zur Wand. Er verlor in den letzten zwei Runden 2 Plätze und 4 Punkte.

Mit insgesamt 17 Zählern festigte Force India seinen fünften Platz in der Konstrukteurs-WM. 27 Punkte vor Toro Rosso, 31 Punkte hinter Williams. Beginnt da langsam der Traum zu reifen, Williams vom vierten Platz zu stoßen? „Das dürfen wir nicht träumen“, sagt Fernley. „Wir müssen daran glauben.“

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