Sergio Perez - Force India - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen sutton-images.com
Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Aserbaidschan 2017 - Baku
Lance Stroll - Williams - GP Aserbaidschan 2017 - Baku
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Aserbaidschan 2017 - Baku 21 Bilder

Perez und Ocon im Teamzwist

Force India vergibt Top-Ergebnis

Force India hätte in Baku groß abräumen können. Statt eines Podiums gab es einen sechsten Platz und eine Kollision unter Teamkollegen. Hätte Force India sogar gewinnen können?

Die Frage stand im Raum. Hätten Sergio Perez oder Esteban Ocon den GP Aserbaidschan ganz oben abschließen können? Es wäre der erste Sieg der Teamgeschichte gewesen. „Ich habe es am Anfang gedacht. Jetzt nicht mehr. Wir hätten Vettel durch die Strafe geschlagen. Ricciardo auch. Aber ohne unseren Unfall hätte Hamilton keinen losen Nackenschutz gehabt. Er hätte gewonnen und nicht wir“, meint Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer. Das stimmt. Vorausgesetzt, die Mercedes-Mechaniker haben beim Aufsetzen des Nackenschutzes geschlampert.

Wie Bottas und Räikkönen

Es hätte trotzdem ein Top-Ergebnis für den Rennstall aus Silverstone werden können. Vielleicht sogar ein Doppel-Podium in einem Rennen, das auch Force India ins Chaos zog. Beim zweiten Restart rasselten Perez und Ocon aneinander. Zuerst auf der Geraden zwischen Kurve eins und zwei. Dann kollidierten sie. Es war nicht genug Platz für zwei rosa Autos in der zweiten Ecke des Baku City Circuit.

Esteban Ocon - Force India - GP Aserbaidschan 2017 - Baku
Wilhelm
Esteban Ocon holte zum zweiten Mal in Folge Punkte.

Die Szene erinnerte an den Startunfall zwischen Kimi Räikkönen und Valtteri Bottas. „Sergio ist sehr tief in die erste Kurve gefahren. Das gab mir die Chance, mich auf der Gerade neben ihn zu setzen. Auf dem Weg in die zweite Kurve hat er mich dann bedrängt. Ich hatte die Innenspur, Sergio versuchte trotzdem, mitzuziehen. Dann haben wir uns berührt”, schilderte der Franzose. “Ich konnte nichts machen„, verteidigte sich der Mexikaner.

Szafnauer urteilt in der Schuldfrage diplomatisch: “Es ist 50:50. Oder 55:45. Die Berührung auf der Gerade war nicht schlimm. Esteban war vor Sergio, als sie sich in der Kurve bekriegten. Sie hätten sich beide mehr Luft zum Atmen geben müssen. Auf der anderen Seite ist es ein Stadtkurs. Auf einer gewöhnlichen Strecke hätte Sergio ein Stück weiter außen fahren können.„

Force India zieht Daumenschrauben an

Der VJM10 von Perez war schwer gezeichnet. Ocons Auto rasierte ihm den Frontflügel ab und die linke Vorradaufhängung war demoliert. Der Mexikaner schleppte sich zurück an die Garage. “Ohne die Unterbrechung wäre sein Rennen vorbei gewesen„, sagt Szafnauer. Die 23 Minuten gaben den Force India-Mechanikern die Möglichkeit, das Auto wieder fahrtüchtig zu bekommen. Später im Rennen musste Perez allerdings aufgeben. Sein Sitz war gebrochen.

Ocon humpelte nach dem Zwischenfall mit einem Plattfuß zurück zu seiner Crew. In der Pause reparierte Force India den T-Flügel und den rechten hinteren Bremsschacht. Der kaputte Unterboden war nicht zu flicken. “Es fehlte ein großes Stück. Das Auto hat massiv Abtrieb verloren. Etwa 10 Punkte im Heck„, erklärte Szafnauer. Trotzdem arbeitete sich der 20-jährige Franzose vom zwischenzeitlichen 16. Platz wieder nach vorn. Mit Manövern gegen Stoffel Vandoorne, Romain Grosjean, Carlos Sainz, Fernando Alonso und Kevin Magnussen. Das Chaos spülte ihn bis zur 37. Runde sogar auf einen Podestrang. Doch dem Ansturm von Valtteri Bottas, Sebastian Vettel und Lewis Hamilton war Ocon nicht mehr gewachsen in einem angeschlagenen Auto. Es wurde der sechste Rang im Ziel.

Für Force India war es Schadensbegrenzung. Rivale Williams eroberte mit Lance Stroll zwar den dritten Rang, doch durch den Ausfall von Felipe Massa verlor Force India nur sieben Punkte. Die Truppe um Technikchef Andy Green liegt weiter sicher auf dem vierten Platz in der Team-WM. Mit 42 Punkten vor Williams. Trotzdem werden die Daumenschrauben angezogen. Der teaminterne Unfall erfordert Gespräche. “Es ist das schlimmste, was passieren kann. Weil es anderen Teams Möglichkeiten verschafft auf dicke Punkte. Wir werden es in Ruhe angehen, den Fahrern aber unmissverständlich klarmachen, dass wir so ein Verhalten nicht tolerieren. Sie dürfen sich nicht gegenseitig abschießen. Sie werden es verstehen.„

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