Nico Hülkenberg - GP Abu Dhabi 2017 Wilhelm
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Nico Hülkenberg - Renault - GP Abu Dhabi - 25. November 2017
Nico Hülkenberg - Renault - GP Abu Dhabi - 25. November 2017
Impressionen - GP Abu Dhabi - 25. November 2017 58 Bilder

Perez sauer auf Hülkenberg nach Quali-Duell

„Er hat seine und meine Runde zerstört“

Im Saisonfinale kommt es zum Duell von Nico Hülkenberg gegen sein Ex-Team Force India. Schon im Qualifying kam es zu einem Zweikampf auf der Strecke. Sergio Perez war davon allerdings nicht begeistert.

Dieses Duell hat eine besondere Brisanz: Nico Hülkenberg würde im letzten Rennen des Jahres gerne zeigen, dass Renault in Sachen Speed eigentlich vor sein Ex-Team Force India gehört. „Seit Silverstone waren wir immer im Bereich des viertbesten Teams. Wir konnten es nur leider nicht immer zeigen, weil wir oft mit verschiedenen Problemen gekämpft haben“, blickt der Rheinländer zurück.

Im Qualifying von Abu Dhabi spielte die Technik ausnahmsweise mit. Und schon steht Hülkenberg in der Startaufstellung wieder vor Sergio Perez und Esteban Ocon. Die Abstände zwischen Platz 7 und Platz 9 sind allerdings ganz eng. Nur ein gutes Zehntel trennte die drei genannten Piloten.

„Hülkenberg war heute etwas schneller als wir. Vor allem im Q2 hat er eine erstaunliche Runde hingelegt. Diese Zeit hätte ich selbst mit einer perfekten Runde nicht geschafft“, gab Perez anschließend anerkennend zu. Auch Hülkenberg selbst zeigte sich mit der Leistung im Mittelabschnitt zufrieden. „Das war wohl eine der besten Quali-Runden, die ich in diesem Jahr gedreht habe.“

Hülkenberg mit perfekter Quali-Bilanz

Weil Carlos Sainz hängenblieb, konnte der Deutsche seine makellose Bilanz in diesem Jahr fortsetzen. Nur zweimal startete Hülkenberg hinter dem Teamkollegen. In Ungarn und Austin spielte die Technik nicht mit, weshalb der Blondschopf diese Rennen nicht als Niederlagen wertet. „Nach meiner Rechnung steht es 20:0“, grinst Hülkenberg und klopft sich selbst auf die Schulter. „Da habe ich gute Arbeit abgeliefert.“

Einen Grund für die sehr gute Quali-Bilanz sieht der Renault-Pilot auch in der 2017er Auto-Generation. „Mir gefallen diese Autos deutlich besser. Man hat mehr Grip, man kann richtig pushen, als Fahrer kann man mehr mit dem Auto arbeiten – das kommt mir entgegen.“

In Abu Dhabi hofft Hülkenberg, dass man nun wenigstens noch Toro Rosso in der Teamwertung überholen und Platz 6 erobern kann. Der Unterschied bedeutet in Sachen Preisgeld eine Millionensumme. Auf das Geld angesprochen scherzte der Pilot: „Wir haben genug Kohle. Die Fahrer sind hier schließlich günstig. Also bleibt genug Geld für das Auto.“

Prestige-Duell wichtiger als Fernduell

Wichtiger als das Fernduell mit Toro Rosso scheint dem 30-Jährigen das Prestigeduell gegen sein altes Team. Am Start hat Hülk gleich zwei rosa Renner im Nacken, die auf der langen Geraden ultraschnell unterwegs sind. „Es ist kein Geheimnis, dass uns etwas Top-Speed fehlt. Wir brauchen vor allem einen guten Start. Ich erwarte einen harten Kampf. Aber natürlich wollen wir vor ihnen bleiben.“

Perez gab zu, dass er im Qualifying bewusst auf Abtrieb verzichtet hat, um mit mehr Top-Speed besser für das Rennen aufgestellt zu sein. Auch der Mexikaner erwartet einen harten Fight: „Ich bin mir sicher, dass ich nicht auf Platz 8 ins Ziel kommen werde. Ich werde alles reinwerfen. Ich habe nichts zu verlieren. Meine Position in der Meisterschaft ist ziemlich sicher. Das gilt auch für das Team. Wir können somit volles Risiko gehen.“

Perez und Hülkenberg behindern sich gegenseitig

Mit seinem Ex-Teamkollegen geriet „Checo“ schon im Q2 aneinander. Beide Piloten fuhren auf einer Outlap direkt hintereinander. Doch in der letzten Kurve überholte der Renault den Force India plötzlich, worüber Perez gar nicht begeistert war: „Er hat meine Runde zerstört, aber er hat auch seine Runde zerstört. Zum Glück hatte es am Ende keine Auswirkungen.“

Hülkenberg sah die ganze Angelegenheit locker. „Da war eigentlich nicht viel. Er wurde immer langsamer. Da habe ich mich entschieden, ihn zu überholen. Er war sicher nicht begeistert, aber es gibt keine Regel, dass man auf einer Outlap nicht überholen darf.“

Freie Fahrt im Force India-Duell

Im Rennen geht es nicht nur um das Duell der Force India gegen Hülkenberg sondern auch um das Duell der beiden Force India untereinander. Sportdirektor Otmar Szafnauer bestätigte, dass seine Schützlinge im Rahmen bestimmter Regeln gegeneinander kämpfen dürfen. „Wir werden hart gegeneinander fahren, aber uns respektieren“, kündigt Perez an. „Wir wollen das Vertrauen zurückgewinnen.“ Nach der Kollision in Spa wurde ein Nichtangriffspakt geschlossen, über den sich beide Fahrer beklagten.

Ocon geht in Abu Dhabi mit ordentlich Wut im Bauch ins Rennen. Die Qualifying-Niederlage gegen den Teamkollegen hatte ihm die Laune verhagelt. „Ich bin richtig verärgert. Platz 7 wäre möglich gewesen. Weil ich Verkehr in der Outlap hatte, konnte ich die Reifen nicht richtig vorbereiten. Das hat mich sicher Zeit gekostet. Ich hoffe, dass ich morgen mit einem guten Start wieder dorthin komme, wo ich hingehöre.“

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