Perez und Kobayashi mit Crashs

Doppelnull für Sauber in Belgien

Sergio Perez GP Belgien 2011 Foto: xpb 53 Bilder

Sauber kommt unter Druck. Nach zwei Nullrunden in Folge hat Force India im Kampf um Platz sechs bis auf drei Punkte aufgeschlossen. Die Doppelnull in Spa tat besonders weh. Denn beide Sauber-Fahrer hätten Chancen auf WM-Punkte gehabt.

Peter Sauber hätte die Rundentabelle wahrscheinlich am liebsten in Runde 13 angehalten. Als neun Fahrer zu Beginn der Safety-Car-Phase an die Boxen abbogen, da lagen Kamui Kobayashi auf Platz fünf und Sergio Perez auf Rang neun. Doch dann ging schief, was schiefgehen konnte.

15 Runden später war Perez aus dem Rennen, und Kobayashi kämpfte abgeschlagen mit Rubens Barrichello um Platz 13, aus dem im Ziel noch ein zwölfter Rang wurde. Der Teamchef fasste zusammen: "Es war nach einer guten Qualifikation ein Tag der verpassten Chancen für uns. mit Ausnahme des Wetters war alles gegen uns."

Kobayashis Hoffnungen auf WM-Punkte versickerten in den dunklen Wäldern der Ardennen. Irgendwo dort muss der Funkspruch hängengeblieben sein, als der Renningenieur den Japaner in Runde 13 zum Boxenstopp rief. Kobayashi blieb draußen, kam eine Runde später und verlor neun Positionen. Wegen der Safety-Car-Phase konnten alle, die in Runde 13 ihre Reifen wechselten, wieder hinten anschließen. "Hätte Kamui in der richtigen Runde gestoppt, wäre er mit Sutil um Platz sieben gefahren", rechnete Teammanager Beat Zehnder aus.

Diskussion über Perez-Buemi-Crash

Hätte, wäre, wenn: Der Spruch galt auch für Sergio Perez. Der Mexikaner tauchte gleich in der Startrunde auf Platz sieben auf. Vor ihm fuhr Sebastien Buemi im Toro Rosso. Perez hatte das Gefühl, den Schweizer überholen zu können. Beim Versuch in Runde fünf kam es am Ende der Kemmel-Geraden zur Kollision. Buemi musste mit einem Heckflügel in Schieflage aufgeben, Perez fuhr weiter, wurde aber von der Rennleitung zu einer Durchfahrtstrafe verdonnert.

Ein Unfall, zwei Meinungen. Zehnder beteuert, dass die Kollision nie und nimmer eine Strafe gerechtfertigt hat. Auf den TV-Bildern sei eindeutig zu erkennen, dass Buemi zwei Mal die Spur wechselt, zuletzt in der Anbremszone. Dabei verliert der Sauber vorne Abtrieb und rauscht dem Toro Rosso ins Heck.

Toro Rosso-Technikchef Giorgio Ascanelli erwidert, dass der Zusammenstoß erst kurz vor dem Scheitelpunkt der Les Comebes-Kurve passiert sei, mit dem Spurwechsel also nichts zu tun haben konnte. Für Perez war es am Ende akademisch, wer schuld hatte. Irgendwo hatte er eine Feindberührung zu viel. Die Mitnehmerstifte eines Radträgers der Hinterachse waren abgeschert.

Sauber stark wie ein Panzer

Da war die Zielankunft von Kobayashi schon ein Wunder. Der Japaner hatte im Verlauf des Rennens so viel Feindkontakte wie kein anderer. Im Startgetümmel zerdepperte ein Konkurrent die rechte Endplatte des Frontflügel. In der 13. Runde touchierte ihn Lewis Hamilton bei Tempo 320. Und nach 40 Runden fuhr ihm ein frustrierter Rubens Barrichello ins Heck.

Der Sauber C30 hielt trotzdem durch. Das Auto muss stark wie ein Panzer sein. Doch davon kann sich Sauber nicht viel kaufen. Nach der Nullrunde ist Platz sechs in der Konstrukteurstabelle in Gefahr. Man spürt bereits den Atem von Force India. Adrian Sutil verkürzte den Rückstand mit einem siebten Platz auf drei Punkte.

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