Vitaly Petrov erstmals vor Robert Kubica

Dynamit im Renault-Camp

Vitaly Petrov Foto: xpb 29 Bilder

Einen Tag nachdem Renault-Teamchef Eric Boullier Vitaly Petrov auf eine Stufe mit Robert Kubica stellte, bestätigte der Russe das Lob mit seinem ersten Trainingssieg über den Teamkollegen. Kubica nannte Gründe für die Niederlage. Das Differenzial spielte verrückt.

Die Stimmung bei Renault ist explosiv. Am Freitag machte Teamchef Eric Boullier bei der Pressekonferenz eine provokante Aussage, die für Kubica wie Dynamit wirkte: "Ich bin happy. Meine beiden Fahrer sind ungefähr auf dem gleichen Niveau."

Handelt es sich dabei um eine Sinnestäuschung. Vor dem GP Ungarn führte Robert Kubica das Trainingsduell gegen Vitaly Petrov mit 11:0 an. Angeblich war Boulliers Aussage eine Retourkutsche für die interne Kritik von Kubica über die schleppende Entwicklung am Renault R30.

Petrov verkürzt im Trainingsduell auf 1:11

Wie zur Bestätigung landete Petrov im zwölften Anlauf den ersten Trainingssieg über die gefühlte Nummer eins im Stall. Der Russe holte mit einem Zehntel Vorsprung Platz sieben in der Startaufstellung. So weit vorne stand der GP2-Vizemeister von 2009 in der Formel 1 noch nie.

"Ich kenne die Strecke sehr gut, das Auto ist hier stark, und ich hatte endlich ein Wochenende ohne Probleme", freute sich der Russe. Für den Formel 1-Neuling ist der GP Ungarn ein wichtiger Termin. Die Teamleitung wollte bis dahin von Petrov eine deutliche Leistungssteigerung sehen. Sonst ist sein Platz für 2011 in Gefahr.

Kubica von der Technik genarrt

Petrov profitierte auch von Kubicas Problemen, die sich bereits im Morgentraining anbahnten. "Das Differenzial spielte verrückt. Das Auto machte nicht, was es sollte. Wir müssen jetzt mal die Daten analysieren und schauen, ob wir fürs Rennen noch etwas korrigieren können."

Der WM-Siebte räumte auch ein, dass die Reifenstrategie im Top Ten-Finale falsch war. "Ich wollte mit dem weichen Satz erst eine langsame, dann eine schnelle Runde fahren. In Silverstone hatte das noch wunderbar funktioniert. Leider haben hier in Budapest die Reifen nach der langsamen Runde zu stark ausgekühlt. Es war am Ende kein Grip mehr da."

Bedauerlich für Kubica, der am Hungaroring als ein Kandidat für einen Podestplatz galt. Der Dritte des GP Monaco gab zu: "Ich hatte mir mehr ausgerechnet als nur Platz acht."

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