Pierre Gasly - Alpha Tauri - Alexander Albon - Red Bull - Silverstone 2020 xpb
Lewis Hamilton - GP Portugal 2020
Valtteri Bottas - GP Portugal 2020
Max Verstappen - GP Portugal 2020
Charles Leclerc - Ferrari - GP Portugal 2020 - Portimao 21 Bilder

Gasly Alpha Tauris Quotenbringer: Albon wackelt

Gasly ist Alpha Tauris Quotenbringer Urteil über Albon am Saisonende

Pierre Gasly ist der Weg zu Red Bull im nächsten Jahr verbaut, weil er für Alpha Tauri der Quotenbringer ist. Alexander Albon muss zittern. Nach der Saison wird entschieden, ob er gegen Sergio Perez oder Nico Hülkenberg ausgetauscht wird.

Pierre Gasly fährt die Saison seines Lebens. Alexander Albon tut sich schwer gegen Max Verstappen. Beim GP Portugal wurde erste Kritik an dem Thailänder laut. "Albon muss sich steigern", sagten Sportdirektor Helmut Marko und Teamchef Christian Horner im Gleichklang. Gleichzeitig deutete Horner an, dass als möglicher Ersatz ein Fahrer außerhalb des Red Bull-Pools in Frage käme. Von Gasly kein Wort. Vier Tage später wurde der 24-jährige Franzose beim Schwesterteam Alpha Tauri für eine weitere Saison bestätigt.

Was natürlich sofort die Frage aufwarf: Was hat dieser Gasly getan, dass ihn die Red Bull-Chefs nicht als Albon-Ersatz in Betracht ziehen? Gar nichts, sagt Helmut Marko: "Ich habe nichts gegen Herrn Gasly. Er fährt so gut wie noch nie. Wir brauchen ihn aber dringend für Alpha Tauri."

Dann erklärt der Le Mans-Sieger von 1971, warum Gasly für das B-Team aus Faenza so wichtig ist. "Unsere Bekleidungslinie Alpha Tauri ist ein Projekt, in das sehr viel Geld investiert wird und das auch sehr gut angelaufen ist. Seit dem Sieg von Gasly ist der Verkauf spürbar nach oben gegangen und mit jedem fünften Platz und tollen Überholmanöver wie zuletzt in Portugal steigert sich das Interesse und der Aufmerksamkeitswert an unserer Modefirma. Wir können das anhand der Zugriffszahlen vom Online-Handel direkt ablesen."

Pierre Gasly - Alpha Tauri - Formel 1
xpb
Pierre Gasly bleibt bei Alpha Tauri und erhält eine Gehaltserhöhung.

Gehaltserhöhung für Gasly

Red Bull fährt mit seiner Modesparte laut Marko eine aggressive Werbe-Strategie. "Dafür brauche ich einen ganz starken Fahrer, noch dazu wenn mit Tsunoda im nächsten Jahr ein Neuling im Auto sitzt. Gasly ist ein essentieller Bestandteil unserer Firmenphilosophie. Wir können Alpha Tauri nicht schwächen, gerade jetzt, wo viele gute Fahrer auf dem Markt sind. Der Gasly hat von uns eine Gehaltserhöhung bekommen und die Zusage, dass wir Ende 2021 weiterreden." Also doch noch eine Chance bei Red Bull, je nachdem, wie sich die Situation dort entwickelt.

Marko bestätigt, dass Alexander Albon bis zum Saisonende seine Leistung stabilisieren muss, wenn er bei Red Bull bleiben will. Andernfalls werden auch die thailändischen Besitzer nicht mehr ihre schützende Hand über ihren Landsmann halten können. Red Bull ist zur Zeit ein Einmann-Team. Verstappen hat 162 Punkte gesammelt, Albon 64. Das kann man sich in einer Saison leisten, wo mit Ferrari ein Gegner weggefallen und Teams wie McLaren, Racing Point oder Renault noch zu weit weg sind, um davon zu profitieren. Doch was ist, wenn 2021 aus einem WM-Duell wieder ein Dreikampf wird?

Immerhin will Red Bull Albon eine faire Chance geben. "Der Herr Albon bleibt bis Saisonende im Auto und dann entscheiden wir, auch unter der Prämisse, dass es genug gute Fahrer auf dem Markt gibt", erklärt Marko und nennt Namen. "Perez und Hülkenberg sind Optionen." Nachdem Sauber und Williams ihre Fahrer für 2021 bestätigt haben, ist Red Bull für die zwei Formel 1-Veteranen die letzte Chance.

Nico Hülkenberg - GP Eifel - Nürburgring - Formel 1 - 2020
Racing Point
Nico Hülkenberg steht auf Red Bulls Liste, sollte sich Alexander Albon nicht steigern.

Schumacher wegen Giovinazzi zu Haas?

Helmut Marko sagt klipp und klar, was er von einem künftigen Red Bull-Fahrer erwartet. Vor allem Konstanz. "Gegen Max werden auf eine schnelle Runde in der Qualifikation mit Ausnahme von Hamilton wahrscheinlich alle verlieren. Aber im Rennen brauchen wir einen Fahrer, der konstante Leistungen abliefert. Albon ist uns ein Riesenrätsel. Er hat Talent, aber ihm fehlt die Gleichmäßigkeit. Und das Selbstvertrauen. Zwischendurch fährt er in schnellen Kurven schneller als der Max. Dann verliert er in einer simplen Kurve drei Zehntel. Und wenn einmal Wind aufkommt und das Auto kritischer zu fahren ist, gleich eine ganze Sekunde."

Red Bull läuft in der Fahrerfrage nichts davon. Den Kandidaten für den Albon-Platz vielleicht schon. Williams und Haas wollen ihre Fahrerpaarung wissen, bevor es zu den letzten drei Rennen im Mittleren Osten geht. Die Cockpits bei Alfa Romeo sind bereits vergeben. Die Eidgenossen haben sich bereits für eine Fortsetzung der Fahrerpaarung mit Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi entschieden. Eine Alternative weniger für Perez und Hülkenberg. Die Besetzung von Giovinazzi sorgt für Verwunderung. Der Italiener zeigte nur durchwachsene Leistungen. Doch Giovinazzi hat einflussreiche Fürsprecher bei Alfa Romeo.

Haas wird 2021 wahrscheinlich mit zwei Rookies fahren. Die Spatzen pfeifen es vom Dach. Es könnten Nikita Mazepin und Mick Schumacher sein. Im Fall von Robert Shwartzman hat Ferrari angeblich bereits entschieden, dass ihr größter Hoffnungsträger eine zweite Saison in der Formel 2 fahren soll. Für den 21-jährigen Russen kommt die Königsklasse noch ein Jahr zu früh. Ferrari will, dass er Erfahrung sammelt und menschlich reift. Ein kleines Problem hätte Ferrari, wenn Callum Ilott doch noch Formel 2-Meister wird. Wie erklärt man dem Engländer dann, dass er bestenfalls als Ersatzfahrer bei den Ferrari-Teams unterkommt?

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