Pierre Gasly - Red Bull - GP Deutschland - Hockenheim - Freitag - 26.07.2019 Motorsport Images
Pierre Gasly - Red Bull - GP Deutschland - Hockenheim - Freitag - 26.07.2019
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Pierre Gasly - Red Bull - GP Deutschland - Hockenheim - Freitag - 26.07.2019 81 Bilder

Gasly schmeißt RB15 weg

Red Bull gehen die Ersatzteile aus

Nach dem Zwischenhoch von Silverstone landet Pierre Gasly in Hockenheim unsanft in der Mauer. Der Franzose schmiss im zweiten Training seinen RB15 weg. Auf die Mechaniker wartet eine lange Nacht.

Red Bull beklagt einen großen Aderlass an Fahrzeugteilen. Zum dritten Mal in zwei Wochen gab es einen Unfall. Dabei zerstörte es dem Team aus Milton Keynes bereits zwei Chassis. Um 18 Uhr am Freitagabend war klar: Es wird ein drittes folgen, nachdem Pierre Gasly im zweiten Training zum GP Deutschland seinen RB15 ablegte.

Die Unglücksserie begann am Rennsonntag von Silverstone. Da bretterte Sebastian Vettel ins Heck von Max Verstappen, kostete Red Bull einen Podestplatz und ein Monocoque. Das Chassis wurde durch den unsanften Aufprall auf dem Asphalt beschädigt. Max Verstappen sitzt in Hockenheim in einem neuen. Bei Testfahrten für Reifenlieferant Pirelli nach dem Grand Prix verunglückte Ersatzfahrer Sebastien Buemi. Höchstwahrscheinlich aufgrund eines Reifenschadens links hinten. Buemi flog in der Vollgaskurve von Abbey ab – hier erreichen die Autos über 290 km/h – und landete in der Streckenbegrenzung. Das nächste Chassis war kaputt.

Wieder ein neues Chassis?

Am Trainingsfreitag von Hockenheim zerlegte Gasly durch einen Fahrfehler den nächsten Red Bull. Ihm entglitt der RB15 in der schnellen Zielkurve. Das Heck brach aus und der 23-jährige Franzose bog übersteuernd nach links ins Kiesbett ab. Dort landete er in der Streckenbegrenzung. Frage an Sportdirektor Helmut Marko: Was ist alles kaputtgegangen? Antwort des Doktors: „Umgekehrt ist es leichter. Was ist noch alles intakt?“ Den Unfallbildern nach demolierte Gasly große Teile der linken Fahrzeugseite. Die Radaufhängungen. Die Leitbleche. Den Unterboden. Den Seitenkasten. Den Heckflügel. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, ob Red Bull das dritte Chassis abschreiben muss. „Wir müssen es überprüfen. Es ist auch eine Frage des Zeitaufwands, was schneller ist. Gleich ein neues aufzubauen, oder das beschädigte Auto zusammenzuflicken.“

Gasly schwächt sich durch den Unfall doppelt. Weil Red Bull durch die Unfallserie nicht ausreichend Ersatzteile vorrätig hat, wird er für das restliche Wochenende mit einer älteren Aero-Spezifikation vorlieb nehmen müssen. „Uns fehlen gewisse Teile. Zum Beispiel der Unterboden“, erzählt Marko. Außerdem dürfte der Crash am Selbstvertrauen des Piloten nagen. Nach zwei Crashs bei den Testfahrten in Barcelona und durchwachsenen ersten neun Saisonrennen schien Gasly in Silverstone die Wende eingeleitet zu haben. In England belegte er den vierten Rang.

Pierre Gasly - Red Bull - GP Deutschland - Hockenheim - Freitag - 26.07.2019
Wilhelm
Gasly reitet in der Zielkurve aus. Die linke Fahrzeugseite ist nach dem Einschlag großflächig beschädigt.

Falsches Motormapping

Für Teamkollege Max Verstappen brachte der Trainingsfreitag die Plätze vier und fünf. Auf die Tagesbestzeit von Charles Leclerc im Ferrari fehlte Red Bull 0,684 Sekunden. Allerdings hat der große Abstand seine Gründe. Verstappen drehte seinen schnellsten Umlauf mit einem provisorisch geflickten Frontflügel. Der Niederländer hatte ihn sich auf den Randsteinen beschädigt. „Der Frontflügel hatte nicht mehr die volle Steifigkeit. Dadurch untersteuerte das Auto in gewissen Kurven“, berichtet Marko. Red Bull sieht sich näher dran an Ferrari und Mercedes. Auf eine Runde schätzt man den Abstand auf zwei bis drei Zehntelsekunden. Im Longrun ist der Red Bull für gewöhnlich stärker als auf eine Runde.

Der Honda-Motor lief in der Hitze von Hockenheim bis auf eine Ausnahme ohne Probleme. Sowohl Verstappen als auch Gasly wurden vor ihrer Quali-Simulation auf den weichen Reifen zurück in die Garage gerufen. Ein Software-Fehler. „Der Motor lief auf dem falschen Mapping. Das konnten wir nur in der Box beheben.“

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Charles Leclerc holt sich in Hockenheim die Tagesbestzeit.

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