Pirelli geht auf Nummer sicher

Strikte Grenzen für Sturz und Reifendruck

Mercedes - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 22. August 2013 Foto: ams 94 Bilder

Spa ist die Rennstrecke im Kalender, vor der Pirelli am meisten Angst hat. Hier darf in den schnellen Kurven nichts schiefgehen. Deshalb hat der italienische Reifenhersteller seine Vorgaben für Radsturz und Reifendruck noch einmal verschärft.

Erinnern Sie sich an den GP Belgien 2011? Da gab es vor dem Start stundenlange Diskussionen über Blasen auf den Vorderreifen von Red Bull und McLaren. Beide Teams waren mit dem Radsturz an der Vorderachse zu weit gegangen und mussten mit beschädigten Reifen ins Rennen gehen.

Red Bull wurde vorne mit 4,25 Grad Sturz erwischt. Mark Webber kam dann auch gleich nach drei Runden an die Box, damit Pirelli die Reifen inspizieren konnte. Der Australier wurde damals mit den Worten zitiert: "Kein schönes Gefühl, so durch Eau Rouge und Blanchimont zu fahren."

Einstellungen werden überwacht

Damals nahm Pirelli das Thema noch relativ locker. Es war ja auch ein einmaliger Ausreißer. Und die Werte für Radsturz und Luftdruck waren nur Empfehlungen. Nach dem Reifendrama von Silverstone haben sich die Zeiten geändert. Seitdem sind die Vorgaben von Pirelli in Bezug auf die Fahrwerkseinstellungen, den Luftdruck und das Vorwärmen in den Heizdecken Gesetz.
 
Jedes Team erhält am Donnerstag vor dem Rennen von Pirelli ein Blatt mit den jeweiligen Spezifikationen für die Rennstrecke. Wer dagegen verstößt, fährt illegal. Die Sportkommissare können den Teilnehmer disqualifizieren.
 
Der Radsturz wird im Parc fermé im Stand gemessen. Anhand des sogenannten "Setup-Sheet" können Jo Bauer und seine Kollegen hochrechnen, wie weit sich die Räder am Ende der Geraden bei vollem Abtrieb nach außen spreizen. Die Luftdrücke können online an einem Monitor überwacht werden.

Sturzgrenzwerte 3,5 Grad vorne, 2,5 Grad hinten

Für Spa hat Pirelli seine Vorgaben gegenüber dem Nürburgring und Budapest verschärft. Der maximal erlaubte Radsturz vorne beträgt 3,5 Grad. Hinten sind es 2,5 Grad. Auch beim Luftdruck gelten striktere Regeln als sonst. Der Startdruck wird auf 18 PSI festgelegt. Damit erhöht er sich im Fahrbetrieb auf bis zu 20 PSI.

"In Spa wird generell mit hohen Drücken gefahren", erklärt McLaren-Sportdirektor Sam Michael. Der Australier erwartet keine Reifenprobleme: "Die 2012er Karkassen haben auch im letzten Jahr funktioniert."

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