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Sergio Perez - Force India - Formel 1 - GP Aseerbaidschan 2017 - Training - Freitag - 23.6.2017
Sergio Perez - Force India - Formel 1 - GP Aseerbaidschan 2017 - Training - Freitag - 23.6.2017
Sergio Perez - Force India - Formel 1 - GP Aseerbaidschan 2017 - Training - Freitag - 23.6.2017
Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Aseerbaidschan 2017 - Training - Freitag - 23.6.2017 97 Bilder

Pirelli-Dilemma Reifenauswahl

Zu harte Mischungen für Baku

Pirelli nominierte für Aserbaidschan die Mischungen supersoft, soft und medium. Die Reifen erweisen sich auf dem Stadtkurs als Dauerbrenner. Im Nachhinein wären die Italiener lieber mit den weichsten Mischungen angerückt.

Pirelli muss neun Wochen vor einem Europarennen die Reifenmischungen bestimmen. Bei allen anderen Grand Prix muss die Entscheidung mit 15 Wochen Vorlauf getroffen werden. So verlangen es die Regeln. Und so schafft Pirelli das logistische Kunststück, die Autos der 20 Fahrer mit jeweils 13 Slickgarnituren zu bestücken. Das allein sind 260 Sätze. Dazu kommen noch die Intermediates und Regenreifen, die zu jedem GP verschifft und geflogen werden.

Reifen bauen kaum ab

Der lange Vorlauf bedingt allerdings einen Negativeffekt. Wie in Baku zu sehen ist. Für den 6,003 Kilometer langen Stadtkurs bestimmte Pirelli die Mischungen supersoft, soft und medium. Die Entscheidung beruhte auf den damaligen Simulationen, Daten und Prognosen, inwieweit sich die Autos entwickeln. Da wählten die Italiener eher den konservativen Ansatz. Aus Furcht, zu weiche Mischungen könnten in Aserbaidschan zu Problemen führen. Jetzt ist das Gegenteil der Fall. Die Reifen erweisen sich nach zwei Trainingssitzungen als zu standhaft.

„Die Reifen sind für die Strecke zu hart“, sagt ein Ingenieur. Pirelli gibt zu: „Im Nachgang hätten wir lieber eine Stufe weicher gewählt und den Ultrasoft statt des Medium-Reifen mitgebracht“, erklärt Pirelli-Rennleiter Mario Isola.

Pirelli schreibt den Teams für das Wochenende Reifendrücke von 22 PSI vorn und 21 PSI hinten vor. Die Sturzwerte dürfen an der Vorderachse 3,5 Grad nicht übersteigen. An der Hinterachse sind es 2,0 Grad. Es könnte sein, dass Pirelli die Werte korrigiert und den Teams mehr Spielraum gibt. Nach einer ausführlichen Datenanalyse. „Ein Einstopprennen bleibt deshalb trotzdem ein Einstopprennen“, wirft Isola ein.

Über eine Sekunde zwischen Soft und Supersoft

Niedrigere Reifendrücke und mehr Sturz würden den Teams allerdings helfen, die Reifen schneller ins Temperaturfenster zu bringen. Weil die Auflagefläche größer wird. Am Trainingsfreitag kam es zu einem ungewöhnlichen Phänomen. Zumindest bei Renault. „Unsere Fahrer schafften auf dem Soft gleich im ersten Versuch ihre schnellste Zeit. Mit dem Supersoft bekamen sie die Vorderreifen nicht auf Temperatur. Komisch“, stellte Einsatzleiter Alan Permane fest. Isola vermutet: „Die Softmischung hat in der Spitze nicht so viel Grip, ist dafür besser ausbalanciert. Mit dem Supersoft steigt das Griplevel auf der Hinterachse. Das kann die Autos ins Untersteuern treiben. Und die Reifen bleiben zu kalt“, vermutet Isola.

Der Baku City Circuit ist eine ungewöhnliche Strecke. Der Asphalt ist ähnlich geschmeidig wie in Montreal und Sotschi. Es fehlen die ganz schnellen Kurven, um Energie in den Reifen zu treiben uns sie dadurch aufzuheizen. Auf der 1,9 Kilometer langen Geraden kühlen die Gummis aus. Das führt zwangsläufig zu blockierenden Vorderrädern. „Dann ist die Strecke auch noch viel schmutziger als 2016 und die Autos sind viel schneller. Deshalb gab es so viele Ausrutscher“, berichtet der Trainingsschnellste Max Verstappen, der seinen Red Bull in der letzten Minute des zweiten Trainings ablegte.

Der Reifenabbau ist gering. Viel spricht für ein Einstopprennen, indem die Fahrer so lange wie möglich auf dem Supersoft ausharren werden wollen. „Aktuell liegen zwischen dem Supersoft und dem Soft etwa 1,3 bis 1,4 Sekunden. Wir erwarten, dass sich die Lücke auf eine Sekunde verringert, wenn die Strecke mehr Gummi hat“, sagt Isola. Im Vorfeld hatte Pirelli einen Unterschied zwischen von 0,6 Sekunden zwischen supersoft und soft auf einer Runde prognostiziert.

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