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Pirelli Kalender 2020
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Neue Pirelli F1-Reifen 2021: 4 Zehntel langsamer

Pirelli vor Übergangssaison 2021 Neue Reifen 4 Zehntel langsamer

Vor dem Wechsel auf die 18-Zoll-Reifen in der Saison 2022 hat Pirelli noch einmal an den alten 13-Zöllern Hand angelegt. Sportchef Mario Isola erklärt, wie sich die neuen Gummis von ihren Vorgängern unterscheiden.

Der Job des Reifenlieferanten in der Formel 1 war schon immer undankbar. Die Fans wünschen sich einen möglichst hohen Verschleiß, damit es zu unterschiedlichen Boxenstrategien kommt. Die Piloten wollen am liebsten die ganze Zeit Vollgas fahren, ohne dass die Gummis in die Knie gehen. Und wenn dann ab und zu mal ein paar Reifen platzen, wie vergangenes Jahr in Silverstone, dann gibt es für den Reifenlieferanten Kreuzfeuer von allen Seiten.

Bei Pirelli ist man Kummer gewohnt. Seit 2011 sind die Italiener Alleinausrüster in der Königsklasse. Zunächst hagelte es Kritik wegen zu weicher Mischungen. Zuletzt hörte man eher Klagen über zu viele Ein-Stopp-Rennen.

"Leider gab es irgendwann in den letzten Jahren einen Wandel in der Herangehensweise", erklärt Sportchef Mario Isola. "Die Ingenieure haben herausgefunden, dass man meist schneller ins Ziel kommt, wenn man die Rennpace reduziert und nicht einen zusätzlichen Boxenstopp einlegt."

F1-Reifen - 2021
Pirelli
Pirelli ist mit der Reifenwahl 2020 zufrieden.

Positives Fazit nach Corona-Saison

Natürlich könnte Pirelli den Verschleißfaktor erhöhen, aber dann jammern wie erwähnt die Fahrer, was in Sachen Außenwirkung noch kontraproduktiver ist als Strategie-Langeweile. Die Gummi-Experten befinden sich also stets auf der Suche nach einer Kompromiss-Lösung, mit der alle irgendwie leben können.

Was die Saison 2020 angeht, fällt das Fazit von Isola positiv aus: "Wegen Corona hatten wir kurzfristig entschieden, alle Teams mit der identischen Auswahl an Reifensätzen zu beliefen. Das hat gut funktioniert und wird deshalb für 2021 beibehalten. Meistens haben die Teams dann auch alle drei Sorten im Rennen verwendet, was zu unterschiedlichen Strategien führte."

Um Extra-Würze ins Spiel zu bringen, hatte Pirelli bei einigen GP-Wochenenden einen sehr weichen Reifen im Sortiment, der praktisch nur für die Qualifikation zu gebrauchen war. "Leider haben es die Topteams oft geschafft, sich auf der Medium-Mischung zu qualifizieren, um dann auch auf den härteren Reifen zu starten", bedauert Isola.

Mario Isola - Pirelli - Formel 1 - 2019
Motorsport Images
Pirelli-Sportchef Mario Isola lässt sich von der Kritik der Piloten nicht irritieren.

Neue Reifen für mehr Sicherheit

Obwohl sich die Klagen zuletzt in Grenzen hielten, bringt Pirelli 2021 einen neuen Reifen an den Start. Bei den Modifikationen hatten die Verantwortlichen aber nicht den Verschleiß oder den Grip, sondern das Thema Sicherheit im Hinterkopf.

Mit immer schneller werdenden Rennwagen kamen die Gummis zuletzt gefährlich nahe an ihre Belastungsgrenzen. Am Ende wurde den Verantwortlichen das Risiko zu groß, die bereits 2019 eingeführte Spezifikation noch ein weiteres Jahr einzusetzen. Verstärkungen vor allem am Unterbau sollen das aktuelle Produkt robuster machen und wieder niedrigere Luftdrücke ermöglichen.

Nach den ersten Probeläufen fiel das Feedback der Piloten verhalten aus. Für Isola kam die Kritik aber nicht unerwartet: "Das ist eine ganz normale Reaktion. Wenn Fahrer neue Teile testen, hoffen sie immer auf eine bessere Performance. In diesem Fall stand aber nur die Haltbarkeit im Fokus, was so auch mit den Teams abgesprochen war."

Rundenrekorde werden in der kommenden Saison wohl nicht aufgestellt. Vier Zehntel bis zu einer halben Sekunde Zeitverlust sagen die Pirelli-Simulationen je nach Strecke voraus. Was die Balance angeht, müssen sich die Fahrer zudem auf eine erhöhte Tendenz zum Untersteuern einstellen. "Darauf lässt sich aber mit dem Setup reagieren. Wenn sich die Teams erst einmal auf die neuen Reifen eingeschossen haben, wird der Unterschied gar nicht mehr so groß ausfallen", beschwichtigt Isola.

Mercedes - Pirelli-Reifen - GP Österreich 2019
Wilhelm
Pirelli hat die einzelnen Mischungen für die Saison 2021 schon bekanntgegeben.

Verteilung für 2021 steht fest

Im Gegensatz zu früher hat Pirelli entschieden, die Wahl der einzelnen Mischungen für die 23 Rennen Saison schon frühzeitig veröffentlicht und nicht scheibchenweise. Man behält sich allerdings das Recht vor, bei besonderen Umständen die Auswahl bis 15 Tage vor einem Rennen zu ändern.

Wie schon 2020 werden jeweils zwei Sätze der harten Mischung, drei der mittleren und acht der weichen Sorte pro Fahrer verteilt. In Monaco, Aserbaidschan, Kanada, Russland, Singapur und Abu Dhabi sind die drei weichsten Reifentypen am Start. In Portugal, Spanien, England, Holland und Japan die drei härtesten.

Nicht in allen Fällen fiel die Wahl leicht. Weil die Formel 1 2020 fast nur in Europa unterwegs war, fehlen den Ingenieuren auf vielen Strecken Reifen-Daten mit den Vorjahres-Autos. Trotzdem versucht Pirelli etwas aggressiver vorzugehen: "In Aserbaidschan und Brasilien sind wir eine Stufe weicher gegangen als bei den Vergleichsrennen der in der Saison 2019", erklärt Isola.

Reifenverteilung F1-Saison 2021

Rennen Reifenwahl
GP Bahrain C2, C3, C4
GP Emilia Romagna C2, C3, C4
GP Portugal C1, C2, C3
GP Spanien C1, C2, C3
GP Monaco C3, C4, C5
GP Aserbaidschan C3, C4, C5
GP Kanada C3, C4, C5
GP Frankreich C2, C3, C4
GP Österreich C2, C3, C4
GP England C1, C2, C3
GP Ungarn C2, C3, C4
GP Belgien C2, C3, C4
GP Niederlande C1, C2, C3
GP Italien C2, C3, C4
GP Russland C3, C4, C5
GP Singapur C3, C4, C5
GP Japan C1, C2, C3
GP USA C2, C3, C4
GP Mexiko C2, C3, C4
GP Brasilien C2, C3, C4
GP Australien C2, C3, C4
GP Saudi Arabien C2, C3, C4
GP Abu Dhabi C3, C4, C5
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