Lando Norris - McLaren - GP Bahrain 2020 - Sakhir xpb
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
Max Verstappen - Red Bull - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
Alexander Albon - Red Bull - GP Bahrain 2020 - Sakhir 21 Bilder

Das sind Pirellis Gründe für neuen Formel 1-Reifen

Pirellis Gründe für neuen Reifen Reine Sicherheitsmaßnahme

Die neuen Pirelli-Reifen für 2021 sorgten bei den Fahrern für viel Kritik. Ihr Wunsch, alles beim Alten zu lassen, wird sich kaum erfüllen. Pirelli will mit der Maßnahme den Reifen nicht besser, sondern sicherer machen. Dagegen muss man schon gute Argumente haben.

Der Test der neuen Reifen für 2021 am ersten Trainingstag zum GP Bahrain wurde für Pirelli zum Eigentor. Die Fahrer schimpften am Funk und in die TV-Mikrofone. Keiner ließ ein gutes Haar an der neuen Reifengeneration. Generell klagten die Piloten über zu wenig Grip und ein indifferentes Fahrgefühl. Das erklärte Ziel, dass die Reifen im Dauereinsatz nicht mehr so schnell überhitzen, sahen Hamilton und Co auch nicht als erfüllt an.

Pirelli wehrte sich gegen die Vorwürfe. Die Klagen der Fahrer seien verständlich, weil sie gewohntes Terrain verlassen müssen. Außerdem könne man die Reifen nach dem ersten Test gar nicht beurteilen, weil die Teams ihre Autos noch nicht optimal auf das neue Produkt abgestimmt hätten. "Haben wir doch", widersprach Max Verstappen. "Wir haben das Setup angepasst, aber es wurde nicht besser. Egal, was wir gemacht haben, das Auto wollte einfach nicht einlenken." Pirelli-Sportchef Mario Isola verteidigte sich: "Wir haben allen gesagt, dass sie mit mehr Untersteuern rechnen müssen. Das können die Teams mit der Einstellung ihrer Autos aber ausgleichen."

Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Bahrain- Sakhir - Freitag - 27.11.2020
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Die Fahrer waren nicht glücklich mit den für 2021 entwickelten Pirelli-Reifen.

Zu viele Reifenschäden

Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Max Verstappen empfahlen Pirelli, die neuen Reifen ins Museum zu stellen und eine dritte Saison mit dem 2019er Produkt zu fahren. Pirelli kontert, dass Gripverlust und Untersteuern keine Gründe seien, einen Rückzieher zu machen. Ein Mercedes-Ingenieur flüstert uns, dass Pirelli den Piloten gar nicht nachgeben kann. Weil es im Grunde nicht darum geht, den Reifen besser zu machen. "Das Ziel dieser Reifen waren nicht bessere Rennen zu garantieren, schnellere Rundenzeiten oder ein größeres Arbeitsfenster. Es geht allein um die Sicherheit. Pirelli will den Reifen robuster machen. Wir hatten in diesem Jahr ein paar Reifenschäden, die sich nicht wiederholen sollten."

Angesprochen sind die Reifenplatzer von Mercedes und McLaren beim ersten Silverstone-Rennen, von Lance Stroll in Mugello und von Max Verstappen in Imola. Der Verdacht erhärtete sich, dass das Zusammenspiel von hohen Kräften, Vibrationen auf den Randsteinen und kleinen Beschädigungen durch Fremdeinwirkung die Integrität des Reifens angreift. Deshalb wurde in den Unterbau der Gummisohlen mehr Material investiert, was einen Reifensatz um 2,5 Kilogramm schwerer macht als bisher.

Weniger Abtrieb reicht nicht

Verstappen lässt nicht locker: "Dafür bekommen wir nächstes Jahr Autos mit weniger Abtrieb. Das sollte reichen." Tut es aber nicht. Weil die Ingenieure das bis spätestens zur Saisonmitte wieder wettmachen werden. Ein Ingenieur verrät: "Wir hatten ein paar Mal Glück in diesem Jahr. Die Eingriffe in die Aerodynamik hätten nicht gereicht, weil wir jetzt schon am Limit operieren."

Mercedes-Teamchef Toto Wolff nahm Pirelli trotz der Kritik der Fahrer nicht ohne Grund in Schutz. Und auch die Red Bull-Teamleitung verhält sich auffällig moderat. Wenn die Reifen am Limit sind, trifft es zuerst die Teams mit den schnellsten Autos. Da geht Sicherheit vor den Befindlichkeiten der Fahrer. Dass Pirelli für die letzte Saison mit den 13 Zoll-Rädern nicht auch noch den Reifen baut, den sich die Piloten wünschen, ist auch klar. Welche Firma steckt Geld in eine Entwicklung, die zwölf Monate später keine Relevanz mehr hat?

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