Pirelli Super-Soft Singapur 2011 Grüner
Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Korea - 16. Oktober 2011
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Pirelli-Sportchef Hembery

Gummischnipsel-Problem nicht zu lösen

Die vielen Gummi-Schnipsel auf der Strecke sorgten zuletzt für Probleme. Der Abtrieb der Reifen landete zwischen den Flügeln und stört die Aerodynamik. Lösen lässt sich das Problem laut Pirelli nicht so einfach.

Pirelli hat in dieser Saison schon viel Lob geerntet. Die italienischen Gummis bauen wie von den Teams gewünscht deutlich schneller ab und bringen damit zusätzliche Spannung und Action. Doch mit dem neuen Reifenlieferanten verstärkte sich auch die Menge der Schnipsel neben der Ideallinie. Ein gebrauchter Slick wiegt am Ende eines Stints rund 1,5 Kilogramm weniger als im Neuzustand. Bei drei Reifenwechseln und 24 Autos bleiben pro Rennen im Schnitt mehr als eine halbe Tonne Gummi auf der Strecke.

Schon bei den Testfahrten zeigte sich, dass das Problem mit Pirelli deutlich ausgeprägter war als noch im Vorjahr mit Bridgestone. Die wulstigen Gummischnipsel bleiben neben der Ideallinie liegen und sorgen für einen rapiden Gripabfall, sobald ein Fahrer neben der Spur unterwegs ist. In letzter Zeit ist auch ein anderes Phänomen verstärkt aufgetreten: Die schwarzen Würste setzen sich in den Flügelritzen fest und stören damit die Aerodynamik.

Gummischnipsel ärgern Piloten

In Suzuka klagte schon Bruno Senna über das Problem. 20 Punkte Abtrieb gingen verloren. In Korea war Lewis Hamilton am stärksten betroffen. Sowohl beim Renault als auch beim McLaren hatte sich der Gummi im Frontflügel verfangen, was starkes Untersteuern zur Folge hatte. "Ich konnte gar nicht mehr einlenken, obwohl ich den Flügel schon so weit wie möglich verstellt hatte", klagte der Brite.

Auch Teamkollege Jenson Button wurde in dieser Saison bereits vom Gummi eingebremst. "Wir haben schon nach Lösungen gesucht, um zu verhindern, dass sich die Gummischnipsel im Flügel verfangen, aber bis jetzt haben wir noch nichts Wirksames gefunden", erklärte der Brite schulterzuckend.

Bei Pirelli ist man sich des Problems bewusst. In der ersten Saisonhälfte hat man bereits mit einer geänderten Gummimischung versucht, den abfallenden Gummi in den Kurven bis hinter die Kerbs zu befördern. Die große Erleuchtung war der Schritt aber anscheinend nicht. "Das ist ganz einfach: Wenn die Teams Reifen haben wollen, die stark abbauen, dann muss man auch den verstärkten Abrieb in Kauf nehmen", erklärte Pirelli-Sportchef Paul Hembery. "Wir haben das Problem im Hinterkopf, es ist aber nicht so einfach zu lösen."

Drei neue Mischungen in Abu Dhabi

Auch bei den 2012er Reifen wird sich nicht viel ändern. Einen ersten Vorgeschmack auf die neuen Gummis gibt es beim Test nach dem Rennen in Abu Dhabi. Dort will man laut Hembery drei verschiedene Mischungen bereitstellen. In Indien sollte es keine größeren Probleme geben. Der Reifenverschleiß scheint nicht besonders hoch. "Wir rechnen mit zwei oder höchstens drei Stopps“, analysierte Hembery die ersten Trainingseindrücke. "Die Strecke sollte noch besser werden und der weiche Reifen hält jetzt schon 25 Runden."

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