Pirelli gegen Hankook

Was ist Hankook die Formel 1 wert?

Hankook DTM Reifen 2018 Foto: Wilhelm 14 Bilder

Die Ausschreibung für den Formel 1-Reifenvertrag ab 2020 ist geschlossen. Als Bewerber stehen Pirelli und Hankook bereit. Jetzt geht es in zwei Schritten weiter. Zuerst analysiert die FIA den Technik-Background. Dann prüft das F1-Management das finanzielle Angebot.

Die FIA hat vor dem GP Italien die Ausschreibung für den Reifenvertrag der Formel 1 ab 2020 geschlossen. Einzige verbliebene Bewerber sind Pirelli und Hankook. Michelin hat abgesagt. Der Plan der F1-Verantwortlichen, im Jahr 2020 noch auf den 13-Zoll-Felgen zu fahren, hat offenbar das Interesse der Franzosen gekillt.

Der weitere Ablauf der Entscheidungsfindung ist vorgezeichnet. Die FIA hat jetzt 14 Tage Zeit um zu prüfen, ob die Kandidaten technisch und logistisch in der Lage sind, die Formel 1 auszurüsten. Bei Pirelli sollte das außer Zweifel stehen. Hankook wäre neu in der Formel 1. Die Koreaner sind aber bereits in der DTM und der Formel 3 unterwegs.

Entscheidung in zwei Schritten

Sollte Hankook die FIA-Prüfung bestehen, wird der Fall an das Formel-1-Management weitergereicht. „Wir prüfen dann das finanzielle Angebot der Bewerber“, erklärt Ross Brawn. Das Geld, das der Reifenpartner für flankierende Werbung ausgibt, fließt in den großen Prämientopf und ist deshalb auch für die Teams interessant. Es geht hier um dreistellige Millionenverträge.

Der Auswahlprozess könnte mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Hier kann es für Pirelli schon eng werden. Wenn sich Hankook in der Formel 1 ins Schaufenster stellen will, wird man auch bereit sein, entsprechend Geld dafür auszugeben.

Pirelli-F1-Reifen für 2018
Mehr als eine Stufe weicher

Ein Neuling birgt aber immer auch ein Risiko. Bei einem Reifenkrieg wäre es nicht so schlimm. Da gäbe es Ausweichmöglichkeiten. Doch wenn ein Monopolist versagt, wird es eng. Als Pirelli 2011 Bridgestone abgelöst hat, musste man sich keine Sorgen machen. Pirelli war seit den 50er Jahren immer mal wieder im Formel 1-Geschäft.

Für Hankook wäre die Königsklasse eine echte Herausforderung. Nicht nur, weil die Koreaner Reifen für die schnellsten Autos der Welt produzieren müssten. Das F1-Management verlangt darüber hinaus Reifen, die sich kontrolliert abnutzen, damit die Strategie zum rennentscheidenden Faktor werden kann.

Hankook müsste zwei Mal entwickeln

Auf den nächsten Ausrüster kommt noch eine besondere Aufgabe hinzu. 2020 wird die Formel 1 mit den üblichen 13-Zoll Rädern fahren. Pirelli muss die Reifen nicht extra dafür entwickeln. Hankook schon. Ab 2021 rollt die Formel 1 dann auf 18-Zoll-Rädern. Das ist für beide Neuland.

Hankook müsste also innerhalb eines Jahres zwei Mal entwickeln. „Für einen Neuling eine echte Herausforderung“, meint Force India-Technikchef Andy Green. Und noch ein Problem käme auf Hankook zu. Die Koreaner könnten 2019 nicht mit den aktuellen Autos testen, weil die Teams alle noch unter Vertrag bei Pirelli stehen. Der neue Bewerber müsste also ein eigenes Auto mit eigenem Testpilot auf die Räder stellen.

Neuester Kommentar

Kollega,

ist bei Formel 1 Management etwas wirklich anderes gemeint als mit FIA?

Warum werden eigentlich nicht Reifen von allen interessierten Herstellern angeboten und zugelassen bei der F1.
Ich kann doch auch Michelin, Pirelli oder Vredestein nehmen.
Dann wäre plötzlich auch der Wettbewerb aktiv den bestmöglichen Reifen zu fahren und nicht einen künstlich vermurktsten Reifen in verschiedenen Farben.

Auto_MG 7. September 2018, 20:53 Uhr
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