Pirelli in Monaco

Weicher Reifen wird zum harten Reifen

Pirelli Supersoft Foto: Pirelli 21 Bilder

Im sechsten Rennen der Saison bringt Pirelli erstmals eine neue Reifenkombination. Neben der Mischung "soft" wird in Monaco die Marke "super soft" ihre Premiere feiern. Wie gut der neue Reifen hält, weiß selbst Pirelli nicht genau.

Die Fans müssen sich in Monte Carlo umstellen. In den ersten Rennen dieser Saison markierte das gelbe Logo auf der Reifenschulter immer die weichere der beiden Mischungen. Das wird sich nun ändern. In Monaco ist der Typ soft plötzlich die härtere der beiden Varianten. Da Pirelli für alle sechs Reifenarten einen feststehenden Farbkodex hat, bleibt der Reifen gelb.

Neuer Pirelli-Supersoft mit roten Markierungen

Neu im Spiel ist nun die Mischung "supersoft", die mit roten Markierungen versehen ist. Zum Einsatz kam der ultraschnelle Gummi bisher nur bei den Testfahrten. Das Urteil der Fahrer nach den ersten Kilometern im Winter war durchwachsen. Schnelle Zeiten in der ersten Runde, schneller Abbau in den Runden danach, lautete die Analyse damals.

Wie sich das auf dem Stadtkurs in Monaco verhalten wird, ist noch nicht klar. "Wir haben bisher nur auf permanenten Strecken getestet", gibt Pirelli-Sportchef Paul Hembery zu. "Es wird also für alle Beteiligten eine ganz neue Erfahrung."

Reifen entscheidet über Sieg und Niederlage

Ohne Daten wird das Reifen-Setup für die Ingenieure zum Roulette-Spiel. Viel Zeit, Erfahrung zu sammeln gibt es nicht. Bei den Wintertests hatten die rot markierten Pneus kaum mehr als vier Runden durchgehalten. Ein umfangreiches Testprogramm mit den begrenzten Reifensätzen im Freien Training ist nicht drin.

Wird Pirelli somit erneut die Hauptrolle spielen? Hembery wäre das gar nicht so unrecht. "Der superweiche Gummi wurde speziell entwickelt, um eine außergewöhnliche Leistung über einen kurzen Zeitraum zu bieten. Das geht allerdings auf Kosten der Haltbarkeit. Alle Teams müssen ihre Strategie also bei der Suche nach der richtigen Strategie anpassen. Wenn man es richtig hinbekommt, macht das den Unterschied zwischen dem Sieg und einer Niederlage."

Noch mehr Action in den Boxen

Spannend wird nicht nur, wie der superweiche Reifen hält, sondern auch, wie der "härtere" weiche Reifen über die Runden kommt. In Barcelona hatte Sebastian Vettel alle seine drei Sätze schon zur Rennhalbzeit im Einsatz. So etwas kann er sich in Monaco nicht leisten.

Es wird spannend, ob Pirelli die übliche Prozession in Monaco verhindern kann. Um Überholmanöver zu ermöglichen, müsste schon ein Zeitunterschied von mehr als drei Sekunden zwischen den Autos bestehen. Klar ist nur, dass es in den Boxen deutlich mehr Action geben wird.

Reifenschnippsel-Hügel an den Leitplanken?

Eine weitere spannende Frage lautet, wie stark der Gummiabrieb das Geschehen beeinflusst. Die Reifenschnippsel, von denen der Pirelli-Gummi überdurchschnittlich viel verliert, kommen in den engen Gassen von Monte Carlo eher auf die Ideallinie zurück. Bei 1,5 Kilo Substanzverlust pro Gummi befürchtet McLaren-Pilot Jenson Button, dass sich kleine Hügel an den Leitplanken bilden. "Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen", kontert Hembery die Bedenken.

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