Pirelli gut gerüstet

Aufgabe einfacher als erwartet

Mercedes - Formel 1 - Test - Bahrain - 22. Februar 2014 Foto: ams 140 Bilder

Pirelli kann aufatmen. Die Testwoche in Bahrain deutet es bereits an: Ein Reifendebakel wie im Vorjahr wird es nicht geben. Auch weil das Spritsparen im Rennen den Reifen hilft. Dafür kommen neue Probleme auf die Teams und Pirelli zu.

Die ersten Renndistanzen sind absolviert. Pirelli hat für sich eine positive Bilanz gezogen. "Es liegen wesentlich weniger Reifenkrümel neben der Ideallinie. Wir sehen weder Blasen noch das Herausbrechen großer Gummistücke aus der Laufläche. Damit haben wir einige unserer Entwicklungsziele erreicht", freute sich Pirelli-Sportdirektor Paul Hembery.

Die Rennsimulationen von Williams, Mercedes und McLaren haben dem Reifenchef noch etwas anderes verraten. Der Verschleiß wurde reduziert. "Wir rechnen mit einem Zwei- oder Dreistopp-Rennen. Im letzten Jahr lagen wir zwischen drei und vier Stopps." 2014 wird die Aufgabe allerdings einfacher. Das halbe Rennen findet bei Dunkelheit statt. "Damit werden die Asphalttemperaturen nicht auf 50 sondern nur auf 30 Grad steigen. Das hilft."

Spritsparen hilft auch den Reifen

Williams kam am Donnerstag in der Mittagshitze mit zwei Stopps über die 57-Runden-Distanz. "Drei Stopps wären vielleicht schneller gewesen, aber in diesem Jahr diktiert dir der Spritverbrauch die Taktik. Drei Stopps sind vielleicht schneller, aber dabei verbrennt auch mehr Benzin", wägt Williams-Technikchef Pat Symonds ab. Jenson Buttons Erfahrung nach einer Renndistanz: "Qualifikation und Rennen sind dieses Jahr zwei unterschiedliche Disziplinen. Mehr als je zuvor." Soll heißen: Im Rennen geht es viel gemütlicher zu.

Das erleichtert den Reifen zwar das Leben, bringt aber andere Probleme mit sich. "Wenn es zu langsam wird, fallen die Reifen aus ihrem Temperaturfenster. Wir rechnen zu Saisonbeginn mit vielen SafetyCars. Da könnten einige Schwierigkeiten haben, die Reifen danach wieder aufzuwärmen. Das kann dann an der Hinterachse für mehr Schlupf und mehr Oberflächentemperatur sorgen", warnt Hembery.

Hinten kälter als vorne

Eine interessante Entdeckung haben die Pirelli-Techniker gemacht. Es gibt ein Temperaturdelta von vorne zu hinten. Die Hinterreifen heizen sich überraschenderweise nicht so stark auf wie die vorderen Sohlen. "Wir sehen hinten weinger durchdrehende Räder als erwartet. Wenn das Delta über fünf Grad ansteigt, kann es Balanceprobleme geben", erzählt Hembery. Der Engländer glaubt aber, dass sich das Problem während der Saison von selbst lösen wird: "Dann, wenn die Ingenieure hinten mehr Abtrieb finden."

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