Pirelli modifiziert Reifen

Dünnere Lauffläche bei drei Rennen

Valtteri Bottas - Mercedes - F1-Test - Barcelona - Tag 8 - 9. März 2018 Foto: xpb 14 Bilder

Nach extremer Blasenbildung in Barcelona hat Mercedes Pirelli um Hilfe gebeten. Der Reifenhersteller reagiert bei 3 Rennen mit einer dünneren Lauffläche. Nicht gerade zur Freude der Konkurrenz.

Die Testfahrten in Barcelona waren ein Warnschuss. Nach den Dauerläufen kam einige Autos mit Blasen auf den Hinterreifen zurück. Mercedes hatte die größten Probleme. Pirelli schiebt es auf den neuen Asphalt von Barcelona. „Er ist schwarz, speichert die Hitze. Weil alle Bodenwellen glattgebügelt wurden, können die Autos tiefer fahren und produzieren noch mehr Grip als sonst. Das kann bei Dauerbelastung und dem geringen Verschleiß der Gummis in den schnellen Kurven zu Überhitzung führen“, erklärt Pirelli-Sportchef Mario Isola.

Es gibt aber noch eine andere Wahrheit. Pirelli hat seine Mischungen eine Stufe weicher ausgelegt als 2017. Das senkt den Temperaturbereich, in dem die Reifen arbeiten. Deshalb tritt die Tendenz zum Überhitzen früher ein als im letzten Jahr. Was die Autos im Rennen bremst und zusätzlich zur Überholproblematik beiträgt.

Gummischicht um 0,4 Millimeter dünner

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Bahrain - Training - 6. April 2018 Foto: Wilhelm
Die Reduzierung der Lauffläche wird Mercedes freuen.

Mercedes schlug Pirelli vor, auf den kritischen Rennstrecken die Gummischicht zu reduzieren. Eine dünnere Lauffläche bedeutet weniger Bewegung im Gummi und damit eine geringere Gefahr von Überhitzung.

Pirelli folgte der Bitte von Mercedes. „Das hätten wir auch von uns aus gemacht. So sind wir auch schon 2011 und 2012 in Monza und Spa verfahren“, wiegelt Isola Fairness-Bedenken ab. In Barcelona, Silverstone und Paul Ricard wird die Gummischicht auf den Reifen um 0,4 Millimeter reduziert. Das verringert das Gewicht eines Reifensatz immerhin um ein Kilogramm. Die Teams müssen das Geschenk mit Ballast auffüllen.

Auf den 3 genannten Strecken wurde der Asphalt erneuert. „Es ist der gleiche Typ wie in Barcelona“, erzählt Isola. Pirelli hätte eigentlich 70 Prozent Zustimmung für kurzfristige eine Änderung gebraucht. Doch hier zählt das Sicherheitsargument. Die Konkurrenz reagierte säuerlich. „Wir haben keine Probleme mit Blasen“, heißt es bei McLaren. Force India-Technikchef Andy Green wunderte sich: „Mit uns hat keiner gesprochen.“

Red Bull verzichtet ungern auf einen Wettbewerbsvorteil: „Unser Auto geht sanfter mit den Reifen um als der Mercedes“, erklärt Daniel Ricciardo. Ein Teamchef poltert: „Warum sollen wir die Reifen ändern, wenn Mercedes ein Problem hat? Sie müssen selbst schauen, wie sie die Reifen managen.“

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