Pirelli-Sportchef Paul Hembery im Interview

"Wir rechnen mit drei Boxenstopps"

Reifen - GP Ungarn - Formel 1 - 28.7.2011 Foto: Bianca Leppert 43 Bilder

Im Interview mit auto-motor-und-sport.de verrät Pirelli-Sportchef Paul Hembery die Reifen-Taktik für das Rennen in Ungarn. Vor allem bei den Teams außerhalb der Top Ten erwartet er interessante Strategien.

Welchen Eindruck haben Sie nach den ersten Trainings?

Paul Hembery: Wir haben zwischen der Mischung soft und super-soft eine Differenz von 0,8 bis 1,2 Sekunden. Der super-soft-Reifen sollte zwölf bis 14 Runden halten, die soft-Mischung rund 25 Runden. Wir gehen also vor einer Dreistopp-Strategie aus.

Auf einer Runde liegt der Unterscheid bei 0,8 Sekunden. Aber wie sieht das auf längere Distanz aus?

Hembery: Red Bull wird mit der super-soft-Mischung starten, weil sie die ja im Qualifying drauf haben. Dann werden sie auf die soft-Mischung wechseln. Der Reifenabbau bei der Mischung super-soft ist ein limitierender Faktor. Vor allem die Hinterreifen bauen hier sehr stark ab. Wenn es am Sonntag wärmer wird - und davon gehe ich aus - dann wird sich das verstärken. Die Top-Teams werden den super-soft ungefähr zehn bis zwölf Runden fahren und dann strategiebedingt auf den soft-Reifen wechseln.

Aber die anderen Teams außerhalb der Top-Ten haben freie Wahl. Was erwarten Sie?

Hembery: Das könnte interessant werden. Ich würde den super-soft Reifen am Ende des Rennens einsetzen, wenn das Auto nicht mehr so viel Sprit an Bord hat und leichter ist. Dann haben sie eine Chance schnelle Zeiten damit zu fahren. Das könnte eine interessante Strategie sein. Aber wir müssen sehen. Erst nach dem dritten Training werden wir die Auswirkungen auf die Strategie wirklich sehen.

Sind beide Hinterreifen gleich belastet oder konzentriert sich das auf eine Seite?

Hembery: Nein, beide.

Das Auto übersteuert also sehr stark?

Hembery: Ja. Aber es hat sich jemand auch über Untersteuern in manchen Kurven beklagt. Auch die Haltbarkeit des linken Vorderreifens ist begrenzt.

Am Sonntag soll es wärmer werden. Wird es mit der super-soft-Mischung und hoher Spritmenge dann problematisch oder kommt das dem Reifen entgegen?

Hembery: Ich sehe da kein Problem. Wir hatten im zweiten Training 27 Grad Asphalttemperatur und der Reifen schien unter diesen Bedingungen gut zu funktionieren. Am Sonntag werden wir 35 oder vielleicht sogar 40 Grad Asphalttemperatur haben. Ich denke, das wird die Länge eines Stints mit dem super-soft beeinflussen. Der wird kürzer ausfallen.

Der Reifen wurde eigentlich für warme Temperaturen ausgelegt. Ist der Reifen bei diesen milden Temperaturen auf einer Runde weniger schnell?

Hembery: Wir haben hier nicht so kühle Temperaturen wie beim GP Deutschland. Deshalb ist es hier kein Problem. Die Reifen waren in ihrem Temperaturfenster. In Deutschland hätten wir diese Reifen nicht bereitgestellt, da wäre es ein Problem gewesen.

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