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Pirelli sucht Testauto für 2017

Alter Rennwagen für neue Reifen?

Mit der großen Formel 1-Reform 2017 gibt es nicht nur ein neues Auto sondern auch neue Reifen. Mehr Abtrieb und höhere Top-Speeds bedeuten größere Belastungen für die Gummis. Nur wie soll man die Pneus erproben? Pirelli sucht nach einem repräsentativen Testauto.

Pirelli ist mal wieder nicht zu beneiden. Die Formel 1 will für 2017 schnellere Autos mit größeren Reifen, doch wie das genau aussehen soll, steht noch nicht fest. Und bevor die genauen Abmessungen und prognostizierten Belastungen für die Gummis noch nicht klar sind, kann der italienische Hersteller nicht mit der Entwicklung beginnen.

Eigentlich wollten die Spezialisten aus Mailand im Mai nächsten Jahres mit der Erprobung beginnen. Doch das wird schwierig. Das größte Problem besteht darin, einen geeigneten Testträger zu finden. Die Teams haben es bereits abgelehnt ein Dummy-Auto zu bauen, mit dem die Gummis unter Praxisbedingungen entwickelt werden können.

Pirelli will neue Reifen mit altem Auto testen

"Es gibt verschiedene Vorschläge, darunter ist auch die Möglichkeit alte Autos zu nutzen, die noch mehr Abtrieb hatten als heute", so Pirelli-Sportchef Paul Hembery. Einige Ingenieure sagen uns, dass diese Autos einigermaßen repräsentative Ergebnisse liefern würden, wenn man die Aufhängungen anpasst." Der Reifenpapst spricht dabei von einem F1-Auto, dass jünger als 10 Jahre ist.

Einfach nur größere Flügel an ein altes Auto schrauben, ist aber nicht so einfach, wie auch Hembery zugeben muss: "Wir haben das mal mit einem alten Toyota probiert. Das Auto wurde dadurch aber einfach zu langsam." Bei vielen Ingenieuren im Fahrerlager herrscht entsprechend Skepsis, dass sich die Belastungen der nächsten Formel 1-Generation damit ordentlich simulieren lassen.

Hembery will sich davon nicht entmutigen lassen. "Wenn man hier 10 Ingenieure im Fahrerlager fragt, dann bekommt man 10 unterschiedliche Meinungen. Es ist nicht so einfach herauszufinden, von wem man die besten Informationen bekommt. Wir warten jetzt erst einmal ab, was genau beschlossen wird und wie groß die Belastungen für die Reifen werden, und dann sehen wir, was für Lösungen finden."

Hinter vorgehaltener Hand beklagen einige Teams, dass Pirelli in Mailand keinen vernünftigen Prüfstand besitzt. Michelin und Bridgestone verfügen über entsprechende Anlagen. Nach Meinung von Experten könne man solche Prüfstände, die verwertbare Daten liefern, auch mieten. "Die Belastungstests kann man in der Fabrik machen", erklärt Hembery. "Aber für die Ausarbeitung der Mischungen und von Verschleiß-Profilen muss man auf die Strecke."

Breite Reifen machen 2017er Auto 3 Sekunden schneller

Hembery gibt zu bedenken, dass die Reifen einer der wichtigsten Faktoren bei den neuen Rennwagen werden. "Alleine durch die breiteren Reifen werden die Autos durch die vergrößerte Aufstandsfläche schon 3 bis 3,5 Sekunden pro Runde schneller - ohne sonst irgendwas am Auto zu ändern. Um auf die verlangten 5 Sekunden zu kommen, benötigt man also nicht viel mehr. Einige sind der Meinung, dass das Überholen dadurch erschwert werden könnte. Ich hoffe nicht, dass unser Sport hier die falschen Entscheidungen trifft."

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