Pirelli - GP Mexiko 2017 sutton-images.com
Daniel Ricciardo - Red Bull - Pirelli-Test - Abu Dhabi
Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 25. November 2016
Lewis Hamilton - Mercedes - Pirelli-Test - Abu Dhabi
Pascal Wehrlein - Mercdes - Pirelli-Test - Abu Dhabi 34 Bilder

Pirelli will 2018 sechs Mischungen

Mehr Freiheiten bei der Reifen-Wahl?

Pirelli wünscht sich eine sechste Reifenmischung für 2018. Alles spricht dafür, dass ein Ultra-Ultrasoft kommt. Auch über eine freie Reifenwahl wird diskutiert. Angeblich stellen sich aber Pirelli selbst und Mercedes quer.

Die Reifentests für 2018 stehen vor dem Abschluss. Sauber testete nach dem GP Mexiko zwei Tage im Auftrag von Pirelli. Force India einen Tag. Nach dem Rennen in Brasilien ist noch McLaren dran. Nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi fahren dann alle Teams zusammen für zwei Tage mit jeweils einem Auto. In Abu Dhabi wird Pirelli auch erstmals alle Reifenmischungen für die 2018er Saison bereitstellen. Die Konstruktion mussten die Italiener schon am 1. September bei der FIA hinterlegen. Die Mischungen haben den Stichtag 1. Dezember.

Mehr Strecken, mehr Reifen

Es ist kein Geheimnis, dass Pirelli für 2018 gerne eine sechste Reifenmischung backen würde, um die 21 Strecken besser abdecken zu können. Es soll eine Garnitur sein, die noch weicher als der Ultrasoftreifen ist. Mit den anderen Mischungen will der Reifenlieferant ebenfalls eine Stufe weicher gehen. „Der neue Reifen und die weicheren Mischungen sind bitter nötig“, heißt es aus einem Team. Eine Stimme aus einem anderen Rennstall findet: „Eine Stufe weicher reicht schon aus.“

Durch eine weitere Reifenmischung und generell weichere Gummis erhofft Pirelli, wieder mehr Vielfalt in die Strategie zu bringen. Ziel ist es, eine Variabilität zwischen einem und bis zu drei Stopps aufzubauen.

Kimi Räikkönen - GP Mexiko 2017
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In Mexiko kamen die meisten Piloten wie so oft dieses Jahr mit nur einem Stopp über die Runden.

Wer mit härteren Mischungen fährt, soll mit einem Reifenwechsel durchkommen. Wer nicht zu konservativ aber auch nicht zu aggressiv verfährt, soll mit zwei Stopps über die Runden kommen. Wer die allerweichsten Mischungen nimmt, soll drei Mal in die Box abbiegen müssen. Pirelli weiß um die schwere der Aufgabe. Zumal mehr Reifenwechsel auch immer mit der Gefahr verbunden sind, im Verkehr festzustecken. Oder, dass beim Tausch mal eine Schraube verkantet.

Freie Reifenwahl in der Diskussion

Noch ist eine sechste Reifenmischung nicht im sportlichen Reglement für 2018 verankert. Die Strategiegruppe soll bei einem früheren Treffen schon ihr Ok gegeben haben. Dort sitzen neben den Teams Ferrari, Mercedes, Red Bull, McLaren, Williams und Force India noch die Rechteinhaber und FIA. Eine technische Arbeitsgruppe widmete sich daraufhin dem Für und Wider. Wie man hört, ohne sich einigen zu können.

Pirelli und die FIA können den neuen Reifen bis zum 31. Dezember aber alleine durchpeitschen. Früher hätte es zu so einem späten Zeitpunkt der Saison noch die Zustimmung aller Teams gebraucht. Eine Regeländerung aus dem Vorjahr macht es möglich. „Wir haben für 2017 zehn Mischungen hinterlegt. Fünf, die wir jetzt fahren und zur Sicherheit fünf Back-Up-Reifen“, führt Mario Isola aus.

Diskutiert wird auch über neue Bestellregeln. Bislang dürfen die Teams pro Fahrer 10 der 13 Sätze selbst bestimmen. Drei Reifengarnituren schreibt Pirelli vor. Die Italiener geben sich offen. „Wir müssen mindestens bei den zwei Pflichtreifen für das Rennen bleiben, falls sich ein Team verspekuliert“, sagt Pirellis Rennleiter. Um nachzuschieben. „Bei freier Reifenwahl würde sich das Feld noch mehr teilen. Die Top-Teams würden härtere Mischungen bestellen und trotzdem ins Q3 einziehen. Im Rennen hätten sie dann klare Vorteile.“ Klingt so, als sei Pirelli eigentlich dagegen. Nicht alle im Fahrerlager stimmen zu. „Force India, Renault und McLaren könnten mit weicheren Mischungen eines der Teams aus Q3 kegeln.“

Es heißt, Pirelli würde sich gegen die Idee stellen. Aus Angst seinen Ruf zu schädigen, sollte ein Team in der Qualifikation pokern und im Rennen nach zwei, drei Runden zum Boxenstopp abbiegen. Außerdem wiegt der Sicherheitsaspekt. Im Prinzip müssen alle Reifen jeden Streckentyp verkraften. Also darf zum Beispiel auch der Ultrasoft in Silverstone kein Sicherheitsrisiko sein.

Die 2018er Autos werden mit hoher Wahrscheinlichkeit aber noch abtriebsstärker sein. Platzende Reifen könnten Pirelli in die Bredouille bringen. Mit Mercedes hat man dem Vernehmen nach einen Mitstreiter. Ferrari hingegen soll die freie Wahl befürworten. Vermutlich, weil die Italiener in den letzten Jahren immer reifenschonende Autos gebaut haben. Wie man am Rennsonntag in Mexiko hörte, ist das Thema noch nicht vom Tisch. In der Strategiegruppe soll zumindest noch einmal über eine Lockerung der Reifenauswahl gesprochen werden.

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