Pirelli in China

Wird das Rennen zur Reifenlotterie?

Kimi Räikkönen - Formel 1 - GP China - 12. April 2013 Foto: xpb 26 Bilder

Wie bei den vergangenen Rennen herrscht nach dem Training am Freitag große Verunsicherung über die Reifen. Wie lange werden sie halten? Manche befürchten bis zu fünf Stopps. Pirelli beschwichtigt die Panikmacher.

Es ist wahrscheinlich groß, hat einen verdammt breiten Schlund und muss ziemlich hungrig sein – das gruselige Reifenmonster, das die Formel 1 regelmäßig am Freitag zum Training besucht. Wie viele Portionen wird es diesmal in sich hineinschlingen, bevor es endlich satt ist?

Hamilton klagt am Funk

Was nach Satire klingt, hat sich im Formel-1-Fahrerlager tatsächlich schon zu einer gewissen Form von Komik entwickelt. Jedes Mal klagen die Fahrer am Freitag darüber, dass im Rennen ein Reifenchaos drohen wird. Und letztlich schaffen es manche wie Australien-Sieger Kimi Räikkönen dann doch mit nur zwei Stopps über die Runden.

Dieses Mal verschaffte sich Lewis Hamilton am meisten Gehör. Er gab im zweiten Training über Funk durch: "So ein Verhalten der Reifen habe ich noch nie gesehen. Haben die anderen auch solche Probleme?" Später legte er nach: "Der Soft-Reifen ist Hardcore. Es fühlt sich nicht nach dem richtigen Reifen für diese Strecke an. Der löst sich einfach innerhalb weniger Runden auf."

Nicht nur Kritiker

An Jenson Buttons Auto war der linke Vorderreifen, der in Shanghai besonders hart rangenommen wird, komplett zerstört. Der Gummi hing in Fetzen davon. "Der weiche Reifen verändert das Auto komplett", sagte der McLaren-Pilot. "Auf eine Runde gesehen, hast du viel mehr Grip. Aber dann verlierst du mit jeder Runde Zeit. Meinen Platten habe ich mir in Kurve 14 zugezogen, als das linke Vorderrad in der Bremszone blockiert hat. Es war ein richtiges Loch drin."

Es gab aber auch Teams wie Lotus oder Felipe Massa im Ferrari, die mit beiden Mischungen gut zurecht kamen. Pirelli-Sportchef Paul Hembery hat zwar zugegeben, dass man beim linken Vorderreifen mehr Körnen feststellte, als erwartet, ist sich aber sicher, dass sich das im Laufe des Wochenendes geben wird. "Der weiche Reifen ist eher als Qualifying-Reifen zu sehen", meint Hembery. "Der weiche Reifen sollte zehn Runden halten, der Medium-Reifen 22 bis 23 Runden. Die Abnutzung variiert von Team zu Team."

Szenen wie in Melbourne

Er tippt darauf, dass sich einige Szenen aus Melbourne wiederholen könnten. "Vielleicht wird jemand aus den Top-Ten wie Kimi in Australien wieder eine Zweistoppstrategie wagen. In Q2 starten vielleicht einige Teams mit dem Medium-Reifen, und versuchen eine Zweistopp-Strategie, mit der sie am Ende mit weniger Sprit an Bord den weichen Reifen aufziehen können."

Indes sind die Stimmen, die eine Modifikation der Reifen forderten, schon leiser geworden. "Komischerweise hatten wir mehr Lobby-Arbeit der Teams, die Reifen nicht zu verändern", sagt Hembery und schmunzelt.

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