Lewis Hamiton - Mercedes - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 24. Oktober 2020 xpb
Lewis Hamiton - Mercedes - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 24. Oktober 2020
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 24. Oktober 2020
Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 24. Oktober 2020
Ferrari-Fans - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 24. Oktober 2020 51 Bilder

Portimao-Qualifying: Hamilton-Poker geht auf

Hamilton pokert richtig Bottas schießt ein Eigentor

Lewis Hamilton war in Portimao nicht schneller, sondern schlauer. Der WM-Spitzenreiter schlug Valtteri Bottas, weil er sich mit dem zweiten Q3-Reifensatz zwei Chancen gab. Bottas glaubte, dass ein Schuss reicht, um den Weltmeister in die Knie zu zwingen.

Valtteri Bottas war sich seiner Sache ziemlich sicher. Er hatte alle drei freien Trainingssitzungen gegen Lewis Hamilton gewonnen, er nahm dem Stallrivalen im Q2 satte dreieinhalb Zehntel ab und entschied auch den ersten Q3-Versuch mit 1.16,986 zu 1.17,033 Minuten für sich. Das war ein Wort, das auch Hamilton zu schaffen machte.

"Valtteri war das ganze Wochenende über so verdammt schnell. Ich wusste, ich muss mir was einfallen lassen, um ihn zu schlagen." Er ließ sich etwas einfallen. Diesmal entschied nicht nur der Gasfuß, sondern auch das Gespür für die richtige Taktik.

Mercedes überließ es in der letzten K.O.-Runde seinen Piloten, welche Reifen und wie viel Runden sie fahren wollten. Beide entschieden sich für den Medium-Reifen, weil der sich über eine gesamte Runde stabiler anfühlte. Doch Hamilton hatte das Gefühl, noch nicht alles aus dem Auto und den Reifen herausgeholt zu haben.

"Ich wollte eine extra Runde für den Fall, dass die erste nicht so gut ausfällt. Ich musste graben und graben, bis ich endlich die Rundenzeit gefunden hatte, um Valtteri zu schlagen. Die Reifen sind zu hart, der Belag zu glatt, so dass es war wahnsinnig schwer war, die Reifen zum Arbeiten zu bringen. Normalerweise sind die Vorderreifen das große Problem, doch diesmal war es auch schwer, die Hinterreifen aufzuheizen."

Mercedes - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 24. Oktober 2020
Wilhelm
Im entscheidenden Moment war Lewis Hamilton wieder zur Stelle.

Hamilton hat gut daran getan, sich eine zweite Chance zu geben, denn Bottas konterte seine Vorgabe von 1.16,934 Minuten mit seinem finalen Schuss und unterbot sie um fast zwei Zehntelsekunden. Das aber sind genau die Momente, in denen der Weltmeister zeigt, warum er der Beste ist. Die letzte Runde saß. Wieder einmal luchste der Titelverteidiger seinem Herausforderer die Pole Position in den letzten Sekunden ab. Diesmal um 0,102 Sekunden.

König der Sektorbestzeiten

Bottas sah ein, dass er verzockt hatte. "Es war meine Entscheidung, mich auf eine schnelle Runde zu konzentrieren. Drei Runden bedeuten beim ersten Versuch mehr Benzin im Tank und beim zweiten ein bisschen schlechtere Reifen. Irgendwie fühlten sich die Reifen nicht mehr so gut an wie im Q2. Als ich nach meinem letzten Versuch über die Ziellinie gefahren bin, dachte ich mir schon: Hättest du dich nur für eine zweite Chance entschieden. Lewis hat das bessere Los gezogen."

Da war es wenig Trost, dass Bottas in allen drei Sektoren der Schnellste und in der Summe der Abschnittszeiten mit 1.16,406 Minuten um 0,187 Sekunden besser war als sein Teamkollege. Diese Rechnerei hatte an diesem Tag allerdings wenig Aussagekraft, weil die Sektorbestzeiten in unterschiedlichen K.O.-Runden erzielt wurden.

Bottas fuhr seine Tagesbestzeit im Q2, Hamilton und Leclerc im Q3 und Verstappen sogar im Q1. Und das auch noch auf unterschiedlichen Reifensorten, was sich durch den armseligen Grip auf der Strecke und den Seitenwind über große Passagen erklärte.

Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 24. Oktober 2020
Wilhelm
In der Summe der schnellsten Sektoren war Bottas besser als Hamilton.

Der rutschige Asphalt nahm den Fahrern etwas den Spaß an dieser wundervollen Strecke. Hamilton machte ihr dennoch ein Kompliment: "Das ist eine echte Hardcore-Strecke. Es gibt so viele blinde Ecken, und du findest keine Referenzpunkte zum Bremsen." Max Verstappen ergänzte: "Mit mehr Grip wäre die Strecke doppelt so toll."

Obwohl Mercedes schon wieder die erste Startreihe besetzt, ist das Rennergebnis noch nicht in Stein gemeißelt. "Es soll deutlich kälter werden. Auch Regen ist vorhergesagt", schürt Mercedes-Teamchef Toto Wolff die Spannung.

Kaltes Wetter würde schon reichen. Dann körnen die Pirelli-Sohlen noch mehr als sie es bei 28 bis 35 Grad Streckentemperaturen bereits getan haben. Das kann Speed-Unterschiede schaffen, die man braucht, um auf dieser Strecke zu überholen. Regen dagegen wäre der absolute Overkill, meint Bottas: "Wir gehen so schon mit vielen Fragezeichen in dieses Rennen. Das wäre eine große Unbekannte mehr."

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