Felipe Massa Foto: Daniel Reinhard
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Problem-Analyse in Maranello

Ferraris Weg aus der Krise

Ferrari hat in Bahrain seine ersten WM-Punkte in der Saison 2009 gesammelt. Kimi Räikkönens sechster Platz ist ein erster, kleiner Schritt raus aus der Krise. In Barcelona soll bereits der nächste folgen.

Die Null ist weg. Das Aufatmen im Ferrari-Camp war deutlich zu hören. Der sechste Platz von Kimi Räikkönen ist nichts, worauf man in Maranello stolz sein könnte, doch er ist ein Anfang. "Wir haben die Kugel zum Rollen gebracht", kommentierte Chris Dyer, neuer Chefstratege an der Boxenmauer, die ersten WM-Punkte der neuen Saison.

Probleme in Bahrain

Auch Teamchef Stefano Domenicali gibt sich bescheiden: "Wir sind mit beiden Autos ins Ziel gekommen. Und der sechste Platz ist der erste Lichtblick in dieser Saison." Trotzdem lief auch das vierte Rennen für Ferrari nicht ohne Probleme ab. Der zweite Boxenstopp von Räikkönen dauerte zwei Sekunden länger als geplant, weil sich links hinten beim Reifenwechsel die Radabdeckung verklemmte. "Sonst hätte Kimi vielleicht sogar Barrichello den fünften Platz streitig machen können", glaubt Dyer.

An Felipe Massas Auto fiel die Telemetrie aus. Damit schaltete sich auch das KERS ab. Wenn der Kommandostand die Befindlichkeiten der Batterien nicht online kontrollieren kann, ist ein Einsatz zu riskant. Die Panne beim Boxenstopp und der Defekt an Massas Auto bestärken Domenicali in seiner Meinung: "Wir müssen weiter an der Standfestigkeit und den operativen Abläufen arbeiten."

Ferrari einfach zu langsam

Die größte Baustelle aber sei der Speed. Domenicali gibt sich keinen Illusionen hin: "Der sechste Platz spiegelt ziemlich realistisch unseren derzeitigen Leistungsstand wider." Der Ferrari F60 ist zu langsam. Das hat in Maranello zu einer eingehenden Analyse geführt. Der Teamchef nennt drei Gründe, warum die roten Autos der Konkurrenz hinterherfahren.

Der erste ist der späte Entwicklungsbeginn. "Wir zahlen den Preis dafür, dass wir im Vorjahr für den WM-Titel bis spät in die Saison entwickelt haben. Die Rechnung ist einfach. "Wenn man pro Woche soundsoviel Zeit im Windkanal findet, dann bestimmt der Faktor Zeit das Resultat." Auch das Fahrzeugkonzept wird in Frage gestellt. "Wir haben ein KERS-Auto gebaut. Angesichts der Resultate kommen mir Zweifel, ob es richtig war, voll auf KERS zu setzen." Den Rest zum Zeitdefizit trägt der Diffusor bei. Wie auch McLaren, Renault und BMW habe man nicht Grauzonen und Schlupflöcher ausgenutzt. Das muss jetzt in einem Kraftakt nachgeholt werden.

Neuer Diffusor in Spanien

In Barcelona präsentiert Ferrari ein halbes neues Auto. Zu den ohnehin geplanten aerodynamischen Änderungen kommt eine erste Version eines doppelstöckigen Diffusors. Eine Evolution wird später folgen. Auf die Schnelle konnte Ferrari nur die Hydraulik verlegen, um Platz für die Diffusorkanäle zu schaffen. Ob später auch die Hinterradaufhängung von den Umbaumaßnahmen betroffen sein wird, muss noch entschieden werden. Eines stellt Domenicali jedoch klar: "Es wird kein komplett neues Auto geben."

Der Konstrukteurs-Weltmeister will weg von den Abstiegsplätzen, doch nicht um den Preis, sich weiter lächerlich zu machen. Deshalb blieb das Leichtgewichtchassis trotz des erfolgreich bestandenen Crashtest zuhause statt in einer Nacht- und Nebelaktion nach Bahrain geflogen zu werden. "Wenn wir zu viele Dinge auf einmal anpacken, schaden wir nur uns selbst", sagt Domenicali.

Die Nervosität ist im Lager der Roten greifbar. Man merkt es an Kleinigkeiten. Zum wiederholten Male gab es Fehler bei der offiziellen Pressemitteilung. Nach dem Rennen von Bahrain stand als Überschrift auf dem Blatt: Grand Prix von China, Shanghai, 19. April 2009.

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