Problem der harten Reifen

BMW und Ferrari warten auf Antworten

Ferrari F60 Foto: Daniel Reinhard 19 Bilder

BMW und Ferrari können noch nicht Entwarnung geben: Sind die runderneuerten Autos ein Erfolg oder nicht? Die harten Reifen, die Bridgestone für Barcelona anliefert, erwiesen sich für Testfahrten als ungeeignet.

Der harte Reifen ist zum zweiten Mal nach Sepang im Angebot. Und wieder schimpfen die Teams über Bridgestones härteste Reifenmischung. "Sie ist zu hart für diese Strecke", sagt BMW-Technikkordinator Willy Rampf. "Es dauert fünf Runden, bis die Dinger auf Temperatur kommen. Das geht aber nur, wenn du mit wenig Benzin fährst und über die Rundenzeit den Reifen entsprechend forderst. Dann aber hast du ab dem Zeitpunkt, an dem der Reifen Grip liefert, nicht genügend Runden, um etwas über das Auto zu lernen."

Das ist das Problem für Ferrari und BMW, die ihre stark modifizierten Autos erst kennenlernen müssen. Mit den weichen Reifen wäre die Aussagekraft der Runden besser, aber die zwei für Freitag vorgesehenen Sätze wollte im Morgentraining keiner verschwenden. Button, Heidfeld und Kubica fuhren sie nur kurz am Ende des Trainings an. 

Keine neuen Erkenntnisse

Damit stehen BMW und Ferrari weiter im Wald. Noch nicht einmal die Ingenieure sind in der Lage, den Erfolg der massiven Eingriffe in die Fahrzeuge zu beurteilen. Nach Studium der Datenflut sagte Rampf kurz vor dem zweiten Training: "Wir wissen erst zu 60 Prozent Bescheid."

Bei Ferrari war man verwirrt. Während Felipe Massa gleich zu Beginn ein gut ausbalanciertes Auto lobte, ging bei Kimi Räikkönen nicht viel. Ein technisches Problem mit der Radabdeckung hielt ihn noch dazu 20 Minuten in den Boxen fest. Auch BMW verlor dringend benötigte Zeit auf der Strecke. An Heidfelds Auto musste die vorderen Bremsen getauscht werden.

Sorgenfalten bei Brawn GP

Die Unsicherheit betrifft nicht nur die Teams, die ihre Autos generalüberholt haben. Auch bei Ross Brawn gruben sich Sorgenfalten in die Stirn. Jenson Button probierte am Morgen das neue Aerodynamikpaket (Motorabdeckung, Unterboden) und wunderte sich trotz seiner Bestzeit: "Beim Test vor zwei Monaten lag das Auto super. Das ist wie weggeblasen."

Auch Brawn verfluchte die harten Reifen und ließ ganz am Ende der ersten Sitzung deshalb einen Satz weichen Gummi aufziehen. Da es im Augenblick nur einen Satz der neuen Aerodynamikteile gibt, kommt am Nachmittag Rubens Barrichello in den Genuss der Modifikationen.

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