Probleme mit Formel-Nachwuchs

Nur 11 Kandidaten mit Superlizenz

Stoffel Vandoorne & Pierre Gasly - GP Russland 2016 Foto: sutton-images.com 37 Bilder

Die Formel 1 hat mit Max Verstappen, Carlos Sainz und Stoffel Vandoorne 3 Super-Talente. Doch was kommt danach? Insgesamt 34 Fahrer ohne F1-Sitz erfüllen die Superlizenz-Anforderungen. Doch nur 11 kommen theoretisch in Frage, und davon hat sich noch keiner zum neuen Superstar aufgedrängt.

Gehen der Formel 1 die jungen Fahrer aus? Max Verstappen und Carlos Sainz haben schon einen Platz. Stoffel Vandoorne wird seinen bekommen. Der Belgier holte bei seinem ersten Start als Alonso-Ersatz in Bahrain gleich einen WM-Punkt. Vandoorne gewann letztes Jahr die GP2-Serie so überlegen wie keiner zuvor. McLaren hält die Hand auf das belgische Wunderkind.

Schaut man sich in den Nachwuchs-Serien um, drängt sich im Moment nur einer auf, der von jetzt auf gleich die Formel 1-Reife hätte und die strengen Auflagen für die Superlizenz erfüllt. Esteban Ocon, den Mercedes als Ersatzfahrer an Renault ausgeliehen hat. Und der Gerüchten zufolge später im Jahr Jolyon Palmer beerben könnte. Der zweite, der in Frage käme, wäre schon ein alter Bekannter. Sebastien Buemi, derzeit bei Toyota in der WEC und in der Formel E unterwegs.

Lotterer, Dixon, Montoya? Zu alt für die Formel 1

Das neue Punktesystem zum Erhalt der Superlizenz hat den Fahrerpool im Wartezimmer der Formel 1 ausgedünnt. Für den Führerschein in der Königsklasse muss der Bewerber 40 Punkte durch Erfolge in diversen Rennkategorien in den vergangenen 3 Jahren vorweisen und dazu noch mindestens 300 Kilometer in einem repräsentativen Formel 1-Auto innerhalb der letzten 180 Tage getestet haben.

Insgesamt 34 Piloten weltweit erfüllen diese Anforderung. Doch die wenigsten davon kommen für einen Formel 1-Sitz in Frage. Weil sie zu alt sind, ihre Karriere bereits beendet haben, oder weil es sie in andere Rennserien verschlagen hat.

Beispiele gefällig? André Lotterer, der schnellste Mann im Audi Le Mans-Team. Scott Dixon, der amtierende IndyCar-Meister. Juan Pablo Montoya, der mittlerweile 40-jährige Haudegen aus Kolumbien. Le Mans-Legende Tom Kristensen, der längst zurückgetreten ist.

Wo ist der neue Verstappen?

Bei wohlwollender Betrachtung kommen überhaupt nur 11 Fahrer in Frage. Und dazu zählen schon die Namen Vandoorne, Ocon, Buemi und der aktuelle Indy 500-Sieger Alexander Rossi.

In der aktuellen GP2-Serie sehen wir keinen neuen Verstappen. Der 20-jährige Russe Sergey Sirotkin macht fahrerisch noch den besten Eindruck. Er hat mit Freitags-Einsätzen für Sauber und Renault bereits Formel 1-Erfahrung. Oliver Rowland, Alex Lynn, Raffaele Marciello, Antonio Giovinazzi oder Marvin Kirchhöfer haben bis jetzt noch keine Wunderdinge vollbracht.

Bleiben noch GP3-Fahrer Nyck de Vries aus Holland und Felix Rosenqvist. Der 25-jährige Schwede hat sich aber schon mangels Fahrgelegenheiten in die Indy Lights-Serie und diverse GT-Meisterschaften verdrückt. Was auch nicht gerade der geradlinigste Weg in die Formel 1 ist. Die meisten der Superlizenz-Inhaber haben übrigens in der IndyCar-Serie oder der WEC ein alternatives Betätigungsfeld gefunden. Insgesamt 17.

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