Probleme mit Standardelektronik

Keine Kommunikation mit dem F1-Auto

Williams Pit Stop Equipment, Formel 1-Test, Barcelona, 19.2.2013 Foto: xpb 177 Bilder

Nicht nur die Reifen bereiten den Teams Kopfzerbrechen. Auch die neue Standardelektronik, die von McLaren an alle Teams geliefert wird, macht Ärger. Viele Teams konnten ihr Auto auf der Rennstrecke nicht mehr verfolgen. Es war wie im Mittelalter des Motorsports. Der Datentransfer vom Auto zur Box funktionierte nicht.

Es gibt nicht nur Einheitsreifen in der Formel 1. Auch die Elektronik kommt von einem Hersteller. McLaren Electronic Systems (MES) verlängerte erst kürzlich seinen Vertrag um drei weitere Jahre. Nachdem es in den letzten Jahren praktisch keine Klagen gab, wurden die Teams diesmal böse überrascht.

MES hatte im Hinblick auf das Turbo-Jahr 2014 die Software für seine Blackboxen umgeschrieben. Es ist der erste Schritt ins neue Hybridzeitalter. Die künftige Antriebstechnik verlangt viel mehr Datenverarbeitung als die aktuellen Motoren und Kraftübertragungen. Deshalb die neue Software. "So haben wir ein Jahr Zeit, etwaige Schwachstellen auszumerzen", meinte ein FIA-Mann.

Reset auf alte Software

Die erste Schwachstelle ließ nicht lange auf sich warten. Die Box erhielt von den Autos keine Daten in Echtzeit. Es war wie in den Urzeiten des Motorsports. Draußen fuhr das Auto, und in der Garage blieben die Bildschirme schwarz. "Wir konnten mit unserem Auto nicht sprechen", drückte es Williams-Teammanager Dickie Stanford im Formel 1-Jargon aus.

Weil alle Teams mehr oder weniger stark davon betroffen waren, musste MES wieder die 2012er Software aufspielen. Damit überhaupt gefahren werden konnte. Bei Testfahrten ist nichts wichtiger als eine permanente Datenüberwachung. Jetzt wird die neue Software Schritt für Schritt wieder aufgespielt. "Jeden Tag gibt es neue Upgrades", bestätigt Ferrari-Motorenchef Luca Marmorini. "Wir sind uns sicher, dass bis Melbourne alles einwandfrei funktioniert."

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