Max Verstappen - GP Russland 2017
Red Bull - Max Verstappen - Crash - GP Bahrain - Formel 1 - 2017
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Red Bull - Max Verstappen - Crash - GP Bahrain - Formel 1 - 2017 24 Bilder

Die Probleme von Red Bull

Hoffen auf das Wunder

Der GP Spanien ist für Red Bull die Stunde der Wahrheit. In Barcelona wird sich zeigen, ob der runderneuerte RB13 die Lücke zu Mercedes und Ferrari schließen kann. Der ersten Version fehlte massiv Abtrieb im Heck.

Daniel Ricciardo spricht von „Hoffnung“. Das Wort „Erwartung“ will er nicht in den Mund nehmen. 1,5 Sekunden Rückstand auf Mercedes und Ferrari sind eine Menge Holz. Es gibt in der Geschichte der Formel 1 nur ganz wenige Beispiele, in denen so eine Lücke durch ein einziges Upgrade geschlossen werden konnte. „Ich bin schon zufrieden, wenn wir es bis auf eine halbe Sekunde an Mercedes und Ferrari ranschaffen. Dann können wir wenigstens kämpfen und sie ärgern“, betet Ricciardo.

Der Abstand zur Spitze ist zu groß, als das man ihn nur einem einzigen Problem zuschreiben könnte. „Wir müssen Chassis und Motor verbessern“, fordert Max Verstappen. Ricciardo glaubt, dass sich das Defizit zu je 50 Prozent auf Auto und Motor verteilt. Das mit dem Chassis sollte in Barcelona behoben sein, hofft Teamberater Helmut Marko.

So ganz sicher ist sich der Grazer auch nicht mehr. Windkanaldaten und CFD-Simulation versprechen zwar einen großen Fortschritt, doch kann man denen auch vertrauen? Sie ließen Red Bull schon vor den Wintertestfahrten im Glauben, ein Siegerauto zu haben. „Ich kannte die Zahlen auch vor der Saison. Von den Daten her haben wir mit dem Upgrade unsere Ziele erreicht. Ich will das jetzt aber endlich auch auf der Stoppuhr in Barcelona sehen“, fordert Marko.

Tricks mit Nebenwirkungen

Das Hauptproblem des Red Bull RB13 ist, dass vor allem im Heck Abtrieb fehlt. Deshalb wärmen sich die Hinterreifen entweder gar nicht oder nur sehr langsam von innen auf. Das Auto beginnt zu rutschen, und damit wird die Oberfläche zu heiß. Red Bull muss alle möglichen Tricks aufwenden, um die Hinterreifen bei Laune zu halten. Die dann aber wieder andere Nebenwirkungen haben.

In Sotschi waren die Autos von Ricciardo und Verstappen mit größeren Heckflügeln unterwegs als Mercedes und Ferrari. Bei gleichzeitigem Power-Defizit schlug sich das sofort auf die Top-Speeds nieder. Verstappen fehlten an den 3 Messpunkten zwischen 10,9 und 20,6 km/h auf Ferrari und zwischen 10,5 und 18,8 km/h auf Mercedes.

In der Not geht Red Bull beim Aufheizen der Hinterreifen über die Bremswärme mittlerweile so weit ans Limit, das bereits zwei Ausfälle auf dieses Konto gehen. Man hat versucht die Hitze so wenig wie möglich abzuleiten, um sie den Reifen zukommen zu lassen. Dadurch heizten sich auch die Bremssättel zu stark auf und fingen Feuer.

Aerodynamikfenster zu klein

Die Piloten tun sich schwer, den goldenen Mittelweg bei der Abstimmung zu finden. Red Bull muss mit wenig Federweg fahren, um das Auto in seinem engen Aerodynamikfenster zu halten. Auch das hilft den Reifentemperaturen nicht. Weil Renault seit den Schäden bei den Wintertests wieder mit der 2016er MGU-K fährt, hat Red Bull auch keinen Spielraum bei der Gewichtsverteilung mehr. Das Auto liegt exakt am Limit.

Auch wenn es in Milton Keynes offiziell keiner zugeben will: Die strengere Auslegung der FIA beim Fahrwerk hat das ganze Fahrzeug-Konzept über den Haufen geworfen. Mehr noch als bei Mercedes. Das System war in der Lage, Rollverhalten, Federweg und Bodenfreiheit voneinander abhängig so einzustellen, dass Red Bull mit einem extremen Anstellwinkel fahren konnte, ohne dabei Top-Speed einzubüßen. Auf den Geraden ging einfach das Heck auf Block.

Jetzt ist wieder der goldene Kompromiss gefragt. Dazu fehlt die aerodynamische Stabilität und die Motorleistung. Wenn man Abtrieb opfert, fallen die Reifen aus ihrem Arbeitsfenster. Interessanterweise funktioniert der Red Bull nur auf einem Reifentyp passabel. Immer wenn Supersoft-Reifen am Auto sind, schrumpft der Abstand zur Spitze.

Das Upgrade zielt darauf ab, mehr Abtrieb in allen Lebenslagen zu generieren. Wenn die Zahlen auf der Strecke bestätigt werden, wäre das nur ein erster Schritt. Renault hat das Upgrade, das mehr Power liefert und die Kinderkrankheiten des neuen Motors kuriert, schon zum zweiten Mal verschoben. Aus Barcelona wurde zuerst Montreal und jetzt ein unbestimmtes Datum bis zur Sommerpause. Deshalb sagt Ricciardo auch: „Erst im Sommer werden wir wissen, ob wir ein Auto für das Podium haben.“

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