Quali-Pleite für McLaren

Was sagen Sie zu Toro Rosso, Herr Alonso?

Fernando Alonso - McLaren - Formel 1 - GP Bahrain - Training - 6. April 2018 Foto: sutton-images.com 61 Bilder

McLaren kassierte ausgerechnet in Bahrain eine schmerzhafte Pleite. Beim Heimrennen der Teambesitzer verpassten Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne das Q3. Die Schmach wurde durch die starke Leistung von Toro Rosso noch vergrößert.

Bei McLaren war nach dem Qualifying in Bahrain Krisenstimmung angesagt. Normalerweise stellt sich Teamchef Eric Boullier wenige Stunden nach der Session den Fragen der Medienvertreter. Dieses Mal konnte bzw. wollte der Franzose nicht kommen. „Wir haben ein Emergency-Debriefing“, entschuldigte die PR-Abteilung das Fehlen des Teamverantwortlichen.

Normalerweise unterbricht Boullier die Nachbesprechung mit den Ingenieuren für die Presserunde. Dieses Mal wollte er sich offenbar genauer anhören, was ihm die Techniker an Erklärungen für die Startplätze 13 und 14 zu bieten hatten. Deshalb mussten die Medienvertreter mit den Piloten vorlieb nehmen, was nicht so schlimm war. Fernando Alonso ist bekanntlich kein Pilot, der ein Blatt vor den Mund nimmt.

McLaren mit Setup zu übermütig

„Uns fehlt es überall. Im Top-Speed sind wir nicht gut, auf der Bremse hat es heute auch nicht besonders gepasst und in Sachen Traktion hatten wir auch zu kämpfen“, klagte der Spanier. Eigentlich hatte man bei McLaren gehofft, in dieser Saison das Mittelfeld anzuführen. Wenn möglich wollte man in Podiumsnähe fahren. Und nun scheiterte man bereits an der Hürde zum Q3 – und zwar deutlich.

„Die Longruns gestern und heute im dritten Training sahen eigentlich ganz gut aus. Vielleicht waren wir bei der Balance zu übermütig, was dann auf der kühleren Strecke am Abend zu negativen Überraschungen geführt hat. Vielleicht haben wir das Auto auch etwas zu stark für das Rennen abgestimmt“, zuckte Alonso mit den Schultern.

Was bleibt, war die Hoffnung auf eine plötzliche Besserung im Rennen. „Wir waren auch in Australien nicht im Q3. Und am Sonntag sind dann beide Autos in die Punkte gefahren. Ich hoffe, das können wir dieses Mal wiederholen. Ich erwarte morgen einen spürbaren Schritt nach vorne. Punkte sind für beide Autos das Ziel.“

Alonso fordert mehr Technik-Upgrades

Fernando Alonso - McLaren - GP Australien 2018 - Melbourne - Qualifying HaasF1 führt das Mittelfeld an Alonso zufrieden mit McLaren

Alonso machte auch das Layout der Strecke für die Pleite mitverantwortlich. „Das hat uns schon letztes Jahr nicht geschmeckt. Wir haben offenbar immer noch nicht den richtigen Ansatz bzw. das richtige Setup für Bahrain gefunden.“ Die Upgrades für das Autos seien dagegen nicht schuld, dass es plötzlich rückwärst ging: „Die Updates haben wie erwartet funktioniert. Das Auto hat sich besser angefühlt als in Australien. Es war also ein Schritt nach vorne.“

Alle Probleme konnten die Aerodynamik-Upgrades aber offenbar auch nicht beheben: „Wir kennen unsere Schwächen. Wir wissen, wo wir uns verbessern müssen. Das Auto, das wir hier an der Strecke haben unterscheidet sich stark von dem, was gerade in der Fabrik entwickelt wird. Das sollte alle unsere Probleme beheben. Jetzt müssen wir dieses Auto so schnell wie möglich herbringen“, fordert Alonso von seinen Ingenieuren.

„Andere Teams haben hier große Fortschritte gezeigt. Das gelang uns leider nicht. Force India hat sich seit dem Wintertest extrem verbessert. Toro Rosso brachte ein großes Aero-Paket hierher. Auch Ferrari und Red Bull verbessern sich stetig. Wir müssen diese Teams im Entwicklungswettlauf schlagen, wenn wir die Lücke schließen wollen. Wir bringen zu jedem Rennen neue Teile. Wir müssen nun halt doppelt so viel bringen. Das ist die Herausforderung, die vor uns liegt. Es liegt nur an uns, diese Leistung abzuliefern.“

Toro Rosso-Aufschwung schmerzt McLaren

Die Pleite schmerzte aus vielen Gründen doppelt. Einerseits saßen die bahrainischen Mehrheitseigner auf der VIP-Tribüne und hatten anschließend sicher einige Fragen an die Teamleitung. McLaren präsentierte sich als schlechtestes Renault-Team. Und auch die gute Leistung von Toro Rosso rieb extra Salz in die McLaren-Wunde. Entweder der Honda-Motor war besser als der Renault. Oder Toro Rosso hat ein besseres Auto gebaut. Beides ist für die McLaren-Bosse nur schwer zu erklären.

Entsprechend gereizt reagierte Alonso auf die Frage nach Toro Rosso: „Ihre Leistung war sicher gut. Nicht nur heute sondern auch schon gestern. Sie sind sehr schnell. Mich wundert nur, dass die Frage nach Toro Rosso nicht schon in Australien kam?! Die Saison geht aber über 21 Rennen. Da möchte ich die Toro Rosso-Frage bitte bei jedem Rennen hören.“ Wenn Toro Rosso weiter regelmäßig McLaren vor der Nase herumfährt, erfüllen ihm die Medienvertreter diesen Wunsch sicher gerne.

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Auf Sky phantasierte Martin Brundle davon, dass Bottas doch einfach in Vettel hätte hereinfahren sollen. Win it or bin it.

Proesterchen 8. April 2018, 19:32 Uhr
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