Qualifikation

Bernie spricht ein Machtwort

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Der Formel 1-Chef will nicht mehr diskutieren. Er fordert einen neuen Qualifikationsmodus und will seinen Vorschlag ohne Mitsprache von Herstellern und Teams bei der Sportbehörde FIA durchpauken.

Bernie Ecclestone hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass eine ordentliche Diktatur für ihn die beste Staatsform darstellt. Nach ewigem Hin und Her und einem halben Dutzend unterschiedlicher Vorschläge, wie man das Qualifying attraktiver gestalten könne, wagt der Formel 1-Zampano nun einen Alleingang. "Ich will nicht mehr diskutieren", sagt der 75-Jährige. Das Einzelzeitfahren ist Ecclestone schon immer ein Dorn im Auge gewesen, er will es abschaffen und durch einen komplett neuen Modus ersetzen.

Ecclestones Qualifikationskonzept:

- Alle Fahrer trainieren 15 Minuten mit wenig Benzin und beliebig vielen Runden. Am Ende scheiden die fünf Langsamsten aus.

-Fünf Minuten Pause für TV-Werbung oder interviews.

-Die übrigen trainieren weitere 15 Minuten, am Ende scheiden wieder fünf aus.
-Fünf Minuten Pause.

-Topqualifying der besten Zehn. Jeder fährt beliebig oft. Die beste Zeit gibt den Ausschlag für die Startaufstellung.


Bei jedem Trainingsdurchgang dürfen frische Reifen aufgezogen werden. Die besten Zehn beginnen das Rennen auf dem Reifensatz, mit dem sie ihre schnellste Runde erzielt haben. Die vorher Ausgeschiedenen dürfen frische Reifen aufziehen. Während des Rennens sind Reifenwechsel erlaubt. Die Fahrer müssen allerdings gebrauchte Gummis aus der Qualifikation benutzen.

Bremsklötze entfernt

Dieses Konzept will Ecclestone in den nächsten Wochen bei der Formel 1-Kommission der Sportbehörde FIA einreichen. Der Formel 1-Chef benötigt 18 von 26 Stimmen, um seinen Plan durchzusetzen. Die Kommission reicht den Vorschlag im Erfolgsfall an den FIA-Weltrat weiter, der die Idee bis spätestens 31. Oktober absegnen muss, damit dieser zum kommenden Jahr in Kraft treten kann.

Erleichtert wird Ecclestones Alleingang durch den Verkauf der kleinen Teams Sauber, Minardi und Jordan. Eddie Jordan und Paul Stoddart waren die größten Verfechter des Einzelzeitfahrens, weil sie auf diesem Weg ihren Sponsoren feste TV-Zeiten garantieren konnten. Von den großen Rennställen meldete sich Williams als erster zu Wort: "Unsere Stimme hat er", sagte Frank Williams.

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