HaasF1 führt das Mittelfeld an

Alonso zufrieden mit McLaren-Fortschritt

Fernando Alonso - McLaren - GP Australien 2018 - Melbourne - Qualifying Foto: sutton-images.com 41 Bilder

HaasF1 setzte sich im Qualifying zum GP Australien 2018 erwartungsgemäß im Mittelfeld durch. Doch Renault leistete erbitterte Gegenwehr. Als schärfster Verfolger von HaasF1 und Renault hat sich McLaren etabliert. Fernando Alonso glaubt an eine dicke Punktausbeute im Rennen.

Es sind nur wenige Sekunden, wenige Worte, wenige Gesten. Doch sie zeigen, wie frustrierend die letzten drei Jahre für McLaren waren. Wie frustriert die Piloten waren. Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne haben nur noch Hohn für Ex-Motorenpartner Honda übrig. Vandoorne setzt sich, blickt nach rechts zu seinem Teamkollegen und fragt ihn: „Wo ist Hasegawa?“ Alonso grinst. Gemeint ist Yusuke Hasegawa, Ex-Honda-Sportchef, der in den letzten Jahren stets an den McLaren-Presserunden nach dem Qualifying teilgenommen hatte und öfters verbale Prügel hatte einstecken müssen. Weil die japanischen Motoren zu leistungsschwach und unzuverlässig waren.

McLaren mit guter Ausgangsbasis

Der Wechsel von Honda zu Renault erleichtert die Fahrer und gibt ihnen den Optimismus zurück. Alonso sieht den ersten Qualifying-Auftritt des Jahres als Bestätigung, dass McLaren auf dem Weg nach oben ist. Ja, mit einer fehlerfreien Runde hätte er unter den besten zehn landen können. Doch viel wichtiger als das Ergebnis sei es, dass McLaren ein gut ausbalanciertes Auto habe und sowohl im Training als auch im Qualifying ablieferte. Ohne technische Gebrechen, die das Team noch bei den Wintertestfahrten hatten eingebremst. „Wir haben eine sehr gute Ausgangsbasis für diese Saison.“

Der Doppelweltmeister von 2005 und 2006 sprüht vor Optimismus: „Im Rennen erwarten uns dicke Punkte. Ich hoffe sogar, dass wir besser als Platz sechs abschneiden können.“ Worauf bezieht sich die Zuversicht? „Unsere Longruns sind besser als unsere Geschwindigkeit auf eine Runde. Im letzten Jahr gab es hier viele Ausfälle. Wenn es ein paar der vordersten Fahrer trifft, können wir richtig abräumen.“ 2017 scheiterten acht Fahrer frühzeitig.

Durch die Rückversetzung von Valtteri Bottas rutschen beide McLaren automatisch auf die Startpositionen zehn und elf. Und haben als erste Piloten freie Reifenwahl. Das gibt ihnen mehr Flexibilität in der Strategie. „Ich glaube nicht, dass es einen großen Unterschied ausmacht. Dafür bauen die Reifen einfach nicht genug ab und die Zeitunterschiede zwischen den drei Mischungen sind zu gering“, befindet Alonso.

Sainz in Q2 schneller als in Q3

McLaren will HaasF1 und Renault nicht nur herausfordern, sondern schlagen. Im Qualifying setzte sich der US-Rennstall erwartungsgemäß durch. Kevin Magnussen und Romain Grosjean distanzierten die unmittelbaren Gegner im Mittelfeld um zwei bis vier Zehntel. „Wir hätten sie aber besiegen können“, sagt Renaults Sportchef Cyril Abiteboul. „Carlos fuhr im zweiten Qualifying-Durchgang eine 1:23.0. Diese Zeit hätte in Q3 gereicht.“

Carlos Sainz - Renault - Qualifying - GP Australien 2018 - Melbourne Foto: sutton-images.com
Carlos Sainz hatte das Potential, im Qualifying besser abzuschneiden.

In der Tat. Der Spanier schloss den zweiten Teil in 1:23.061 Minuten ab. In Q3 verfehlte er diese Marke allerdings um über eine halbe Sekunde. Die Ingenieure schoben es darauf, dass die Reifen nicht im magischen Fenster lagen. Abiteboul hat eine andere Erklärung. „Die rote Flagge hat ihn behindert. Da ist er gerade rausgegangen und musste auch schon wieder rein. Carlos ist einer, der es mag, Rhythmus aufzubauen. Das konnte er ohne die erste Runde nicht.“ Nico Hülkenberg kämpfte wie am Vortag mit seinem Auto. Der lange Rheinländer findet einfach nicht die passende Balance. „Angesichts des Gefühls im Auto bin ich ziemlich glücklich über meine Startposition“, sprach der Achtplatzierte des Qualifyings. „Nico fährt mit seinem Setup auf Messers Schneide. Da passieren leicht Fehler“, berichtet Chef Abiteboul.

Unbehagen bei der Konkurrenz

HaasF1 zeigte das, was unter den Umständen und bei Asphalttemperaturen von 31 Grad möglich war. „Unser Auto mag es lieber wärmer“, sagt Teamchef Guenther Steiner. „Es war ein guter Kampf mit Renault. Wir haben sie gekriegt. Das stimmt uns zufrieden.“ Die guten Leistungen der noch jungen Truppe, die 2016 in die Formel 1 einstieg, verstimmt die Konkurrenz. Jetzt, da HaasF1 das Mittelfeld anführt. Die Gegner kritisieren die Ferrari-Kopie VF-18 und unterstellen unterschwellig Hilfe aus Maranello für das US-Team. HaasF1 bezieht 70 Prozent der Fahrzeugteile von Ferrari und nutzt den Windkanal in Maranello. „Wir sind deshalb so gut, weil wir schon im Mai mit dem 2018er Projekt begannen und früh die Entwicklung des letztjährigen Autos einstellten. Die letzten Windkanalversuche damit gab es vor der Sommerpause“, sagt HaasF1-Rennleiter Steiner.

McLaren will HaasF1 im Verlauf der Saison über eine höhre Entwicklungsgeschwindigkeit überholen. „Wir haben viele innovative Ideen in der Pipeline. Jedes Rennen kommen neue Teile. Und dazu in zwei Etappen die ganz großen Upgrades“, sagt Teamchef Eric Boullier. „Das Ergebnis des Qualifyings stimmt uns nicht zufrieden. Die Entwicklung des Teams dagegen schon. Wir sind überzeugt vom Potential, das im Auto steckt.“

Eines ist McLaren auch mit Renault-Motor: langsam auf den Geraden. Alonso und Vandoorne rasten mit nur 309,8 und 308,0 km/h durch die Lichtschranke am Ende der Zielgerade. Das lässt darauf schließen, dass sich McLaren Anpressdruck durch höheren Luftwiderstand erkauft. „Unsere Updates zielen darauf ab, das Auto effizienter zu machen. Wenn alles am Auto ist, was wir uns vorstellen, wird es bei der Effizienz unserer Aerodynamik keine Unterschied zu den Konkurrenzprodukten geben“ verspricht Boullier.

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