Quali-Modus beerdigt

Einstimmig zurück zum alten System

Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 19. März 2016 Foto: sutton-images.com 58 Bilder

Der neue Qualifikationsmodus hat nur einen Grand Prix überlebt. 4 Stunden vor dem GP Australien beschlossen alle Teamchefs einstimmig, ab dem zweiten Rennen in Bahrain zum alten System zurückzukehren.

Das war eine kurze Karriere. Der neue Qualifikationsmodus hat gerade mal ein Rennen überlebt. Nach weltweiter Kritik trafen sich am Vormittag des GP Australien alle Teamchefs im Büro von FIA-Rennleiter Charlie Whiting, um das gröbste Unheil abzuwenden. Die Sitzung dauerte nur eine halbe Stunde. Dann waren sich die Teamchefs einig. Die Formel 1 muss schon in Bahrain zurück zum alten Qualifikationsformat.

Eine Korrektur des neuen Knockout-Systems wollte keiner. Aus Angst, dass auch dieser Schuss in die Hose geht. Die Lösung, nur Q3 zu ändern und nach dem alten Format laufen zu lassen, wurde schnell verworfen. "Das Risiko, dass es wieder schiefgeht, ist zu groß", meinte HaasF1-Teamchef Guenther Steiner.

Altes Qualifying-System muss noch durch die F1-Kommission

Noch ist die Entscheidung nicht in trockenen Tüchern. Doch die größte Hürde ist mit der Einstimmigkeit unter den Teams geschafft. Auch von Bernie Ecclestone wird wenig Widerstand kommen. Der Formel 1-Zampano hat am TV-Schirm miterlebt, dass der neue Modus mit dem limitierten Reifenangebot nicht funktionieren kann.

FIA-Rennleiter Charlie Whiting meinte, dass der Rest nur noch Formsache sei. Man braucht jetzt 18 der 26 Stimmen in der Formel 1-Kommission. Trotz der Kurskorrektur hat sich die Formel 1 bis auf die Knochen blamiert. Das ständige Hin und Her beschädigt die Glaubwürdigkeit der Entscheidungsträger.

Zunächst gab es keinen Grund die Qualifikation zu ändern. Und wenn es denn unbedingt sein musste, hätte man besser vorab auf die Warnungen der Ingenieure gehört und wenigstens das Q3 auf dem alten Stand belassen. Diese Chance wurde vertan, weil das Entscheidungsprocedere zu schwerfällig ist. Und weil keiner über seinen eigenen Schatten springen wollte. "Wir müssen uns bei den Fans entschuldigen", erklärte Mercedes-Teamchef Toto Wolff stellvertretend auch für seine Kollegen.

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