Racing Point RP19 - Formel 1 - Test - Barcelona - 2019 Stefan Baldauf

Racing Point RP19 für 2019

Nur ein halbes neues Auto

Der Racing Point RP19 drehte in Barcelona die ersten Runden. Technikchef Andy Green hat uns Details zu seinem neuen Rennwagen verraten. Zudem erklärt der Brite, warum die Leistungen der Testfahrten noch kein Gradmesser sind.

Das Wort Racing Point kommt uns noch etwas schwer über die Lippen. Immer wenn wir das Auto in seiner rosa Lackierung sehen, kommt uns erst einmal der Name Force India in den Sinn. Doch damit ist Schluss, seit der kanadische Milliardär Lawrence Stroll und seine Investorengruppe den Rennstall übernommen haben. Es änderte sich nicht nur die Bezeichnung des Teams, sondern auch die Typologie des Autos. Auf VJM11 folgt jetzt RP19. Und zum ersten Mal in der Geschichte der Ururur-Ahnen von Jordan spielt auch das Geld keine Rolle mehr.

Technikchef Andy Green und seine Mannschaft haben das als Auftrag gesehen. „Es gibt keine Ausreden mehr. Endlich können wir unsere guten Ideen auch in die Realität umsetzen und zeigen, zu was wir fähig sind.“ Damit lässt sich Racing Point aber noch Zeit. Bei den Testfahrten in Barcelona bringt das Team nur eine Basisversion an den Start. „Das richtige neue Auto zeigen wir erst in Melbourne“, erklärt Green.

Gleicher Abtrieb, mehr Luftwiderstand

Früher hätte man gesagt, dass Force India wegen Geldmangel nicht fertig geworden ist. Doch unter der neuen Führung ist der Etat um 20 Prozent gestiegen. Andy Green verrät, warum das neue Auto in zwei Stufen präsentiert wird. „Wir haben in der Entwicklungsphase gemerkt, dass wir unheimlich schnell dazu lernen. Hätten wir versucht, für Barcelona einen Teil davon zu realisieren, hätten wir für Melbourne etwas hergeschenkt. Das Auto wird sich während der Testfahrten auch kaum verändern. Wir haben ein großes Upgrade, und das kommt in Australien ans Auto.“

Racing Point RP19 - Formel 1 - Test - Barcelona - 2019
Stefan Baldauf
Racing Point setzt wie die beiden Red-Bull-Teams auf eine einzelne Heckflügel-Stütze.

Der Racing Point RP19 genügt dem 2019er Reglement, mehr nicht. „Flügel, Aufhängungen und Seitenkästen sind Stand 2019. Also die grobe Architektur. Alles andere, von den Leitblechen bis zum Diffusor wird sich bis zum ersten Rennen verändern“, sagt Green. Der Technikdirektor glaubt aus eigener Erfahrung nicht, dass die neuen Autos schon den Stand der alten erreicht haben werden. „Ich schätze, dass wir auf das Vorjahr ungefähr eine Sekunde verlieren.“

Der Zeitverlust hat aber nichts damit zu tun, dass die Autos Abtrieb verloren hätten. Racing Point ist zwar noch nicht auf dem Stand von Abu Dhabi 2018, aber man kann sich mit dem Saisonbeginn des letzten Jahres schon vergleichen. „Wir werden Zeit verlieren, weil die Autos mit den breiten Flügeln mehr Luftwiderstand haben.“ Simulationen haben ergeben, dass der Top-Speed um 5 bis 10 km/h sinkt.

Der RP19 im Detail

Die Frontpartie mit den zwei Löchern in der Nase ist dem Auto geblieben, allerdings ist die Nasenspitze etwas schlanker geworden. Beim Fronflügel folgt Racing Point dem Weg von Red Bull. Ein zweiteiliges Hauptblatt mit drei Flaps oben drauf. Die Endplatten zeigen dezent nach außen.

Racing Point RP19 - Formel 1 - Test - Barcelona - 2019
Stefan Baldauf
Die Seitenkästen orientieren sich mit den horizontalen Flügeln am letztjährigen Red-Bull-Design.

Auch beim Kühleinlass und den Flügeln drum herum erkennt man die Handschrift von Red Bull. Der Bügelflügel und die vertikale Abstützung an der Seite sehen genauso wie die Leitbleche hinter der Vorderachse noch relativ simpel aus, doch das soll sich bis Melbourne noch dramatisch ändern. Der Rückspiegel steht auf zwei kleinen Stelzen auf dem oberen Flügelelement auf dem Seitenkasten. Für den Heckflügel reicht wie beim Red Bull eine Abstützung.

Die Hinterradaufhängung lehnt sich an das McLaren-Konzept an. Der Dreieckslenker verzweigt sich erst ab dem Punkt, an dem er unter der Verkleidung verschwindet. Den Radstand haben die Techniker aus Silverstone beibehalten. Auch die Anstellung des Autos. Ursprünglich hatte Green damit gerechnet, dass man das Auto etwas flacher stellen muss, doch der höher gelegte Frontflügel hat die Ingenieure dann doch dazu verleitet, das Auto hinten deutlich höher zu stellen als vorne. „So ist der Flügel vorne wieder näher an der Straße.“

Racing Point RP19 - Formel 1 - Test - Barcelona - 2019
Racing Point RP19 - Formel 1 - Test - Barcelona - 2019 Racing Point RP19 - Formel 1 - Test - Barcelona - 2019 Racing Point RP19 - Formel 1 - Test - Barcelona - 2019 Racing Point RP19 - Formel 1 - Test - Barcelona - 2019 18 Bilder
Motorsport Aktuell Kevin Magnussen - GP Japan 2019 Haas wieder im Reifen-Dilemma „Hätten auf die Fahrer hören sollen“

In Suzuka kämpfte Haas wieder mit den Reifen. Dazu gab es internen Stunk.

Mehr zum Thema Racing Point F1 Team
Racing Point - Formel 1 - GP England 2019
Aktuell
Lance Stroll - Racing Point - Barcelona - F1-Test - 27. Februar 2019
Aktuell
Racing Point - Design - F1 - 2019
Aktuell