Racing Point RP20 - F1-Auto - Formel 1 - Barcelona-Test - 2020 xpb
Racing Point RP20 - F1-Auto - Formel 1 - Barcelona-Test - 2020
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Racing Point RP20 - F1-Auto - Formel 1 - Barcelona-Test - 2020 18 Bilder

Racing Point RP20 für die F1-Saison 2020

Mercedes-Kopie in Pink

Der neue Racing Point RP20 erinnert vom Konzept und in den Details stark an den Mercedes des Vorjahres. Wir haben Technik-Chef Andy Green zu seinem neuesten Werk befragt und zeigen die ersten Bilder vom Pink Panther.

Racing Point-Technikchef Andy Green strahlte über das ganze Gesicht: „Das ist das Auto, das wir schon immer bauen wollten.“ Für den Rennstall aus Silverstone ist der RP20 ein Neubeginn. Zum ersten Mal konnte die Entwicklungs-Mannschaft ein Auto ohne Geldsorgen und ohne Zeitdruck bauen.

Schon früh verabschiedete sich das Designteam vom alten RP19. Das war notwendig, weil Racing Point als einziges Team in der Boxengasse einen totalen Konzeptwechsel vornahm. Als Vorlage diente, wen wundert es, das Weltmeisterauto von Mercedes. Ohne Übertreibung kann man sagen: Der Racing Point RP20 ist ein Mercedes W19 in Pink.

Andy Green verteidigt seinen Ansatz: „Wir arbeiten seit Mai letzten Jahres im Windkanal von Mercedes. Da macht es mehr Sinn, deren Konzept zu folgen als einen Red Bull nachzubauen. Die ganzen Werkzeuge und Testprozeduren im Mercedes-Kanal sind auf dieses Konzept maßgeschneidert.“

Die Zusammenarbeit zwischen Mercedes und seinem Kundenteam ist über den Winter enger geworden. Außer dem Motor, dem Getriebe und der Hydraulik kommen jetzt auch die Aufhängungen aus Brackley. Green gibt zu: „Vorderrad- und Hinterradaufhängung und das Getriebe stammen eins zu eins vom 2019er Mercedes.“

Da 2021 für alle ein totaler Neubeginn wartet, machte es für ein Mittelfeld-Team wie Racing Point Sinn, für das letzte Jahr nach dem alten Reglement beim Weltmeister abzukupfern. Das könnte den WM-Siebten des Vorjahres gegenüber den Teams, die schon früh auf 2021 umgeschwenkt sind, einen Vorteil bringen. „Wir fangen erst jetzt mit dem neuen Auto für 2021 an“, verrät Green.

Der Copy-Job beim aktuellen Modell hört sich einfacher an als er ist. Die Racing Point-Ingenieure konnten nicht einfach nur abkupfern. Sie mussten auch verstehen, was sie tun. Und die Produktionsabteilung musste neue Werkzeuge für viele neue Teile erstellen.

Racing Point RP20 - F1-Auto - Formel 1 - Barcelona-Test - 2020
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Nase, Frontflügel, Aufhängungen, Seitenkästen, Airbox - der Racing Point RP20 ist eine Kopie des alten Mercedes W10 von 2019.

Neuer Racing Point mit wenig Anstellung

Auch in der Nase, dem darunter liegenden Cape-Flügel, der Architektur rund um die Kühleinlässe, den Finnen am Chassisrand und der Airbox erinnert das neue Auto von Racing Point an den alten Mercedes.

Die Ähnlichkeit fällt besonders am vorderen Ende der Seitenkästen auf. Während alle anderen Teams – inklusive Mercedes – die Red Bull-Idee kopieren, die Crashstruktur eine Etage tiefer zu legen um am oberen Rand einen Flügel zu montieren, hielt Racing Point am alten Prinzip fest. Da wölbt sich der Kühleinlass in einem bauchigen Bogen um die beiden Crashstrukturen. Die Aufgabe des horizontalen Flügels übernimmt das Leitblech, das horizontal aus dem Cockpit wächst und außerhalb des Seitenkastens vertikal nach unten fällt.

Nicht alles ist ein detailgetreuer Nachbau. Im direkten Vergleich mit dem Vorjahres-Mercedes fällt der Kühleinlass am Racing Point kleiner aus. Damit schrumpfen die Seitenkästen in der Breite. Mercedes baute beim neuen Auto in dem Bereich noch ein bisschen schlanker.

Die Verkleidung des RP20 an den Seiten nimmt nach Aussage des Technikchefs Elemente von Mercedes und Red Bull auf. Nicht alles kommt also vom großen Bruder. Bei den Leitblechen hinter den Vorderrädern und den Aufbauten auf der Bodenplatte geht Racing Point einen eigenen Weg.

Die dünne Nase mit dem Entenschnabel, der Frontflügel und das Chassis, das sich auf Höhe der Vorderachse verbreitert, scheinen dagegen aus dem Ersatzteil-Lager von Mercedes zu kommen. Dünne Nasen liegen im Trend. Green erklärt warum: „Am liebsten hättest du gar keine Nase. Je dünner, desto einfacher ist es, die Y 250-Wirbel zu steuern.“

Die spektakulärste Übernahme sieht nur das geschulte Auge. Racing Point stellt sein Auto wie Mercedes nur moderat nach hinten an. In den letzten vier Jahren zählten die Autos aus Silverstone noch zu denen mit der höchsten Bodenfreiheit im Heck. „Die Rückkehr zum alten Prinzip war einfacher als der Umstieg auf den Weg von Red Bull.Das war damals totales Neuland für uns. Den Weg, den wir jetzt wieder gehen, haben wir schon mal bestritten.“

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Der Racing Point RP20 ist im Heck deutlich weniger angestellt als das Vorgängermodell.

Racing Point macht Riesenschritt

Auch der Motor ist ein großer Schritt vorwärts. Es gibt deutlich mehr Power. Die Standfestigkeitsprobleme sind gelöst. Racing Point ist zuversichtlich, dass der Motorpartner damit wieder die PS-Vorreiterrolle übernimmt, die in den letzten zwei Jahren an Ferrari abgegeben wurde.

Zusammen mit den Zahlen vom Windkanal könnte Racing Point in diesem Jahr die große Überraschung im Kampf um Platz 4 werden. „Wenn wir die Daten auf die Strecke bringen, machen wir einen Riesenschritt nach vorne“, ist Green überzeugt.„

Die Rückkehr von Racing Point zu alten Werten bestimmt auch den Testfahrplan in Barcelona. Sergio Perez und Lance Stroll werden sich an den sechs Tagen durch das komplette Abstimmungsspektrum arbeiten müssen. Die Ingenieure müssen ihre Datensammlung aktualisieren. Das nächste Upgrade ist erst für Melbourne geplant. “Unser Upgrade war das neue Auto„, grinst Green.

Dafür läuft der neue Racing Point auf Anhieb wie geschmiert. Perez führte phasenweise die Rangliste an und war am ersten Testtag schneller als vor einem Jahr nach acht Tagen. Der neue Mercedes W11 fuhr nur um Sekundenbruchteile schneller. “Dabei hatte Sergio noch viel Benzin an Bord und ist bei seinen schnellen Runden mit den C3-Reifen gefahren.„ Das ist die Medium-Mischung.

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