Racing Point - Technik-Upgrade GP Toskana Mugello - 2020 Motorsport Images
Racing Point - Technik-Upgrade GP Toskana Mugello - 2020
Racing Point - Technik-Upgrade GP Toskana Mugello - 2020
Racing Point - Technik-Upgrade GP Toskana Mugello - 2020
Racing Point - Technik-Upgrade GP Toskana Mugello - 2020 11 Bilder

Racing Point Upgrade für Mugello

Großumbau mit neuen Ideen

Racing Point hat in Mugello das erste und einzige große Upgrade-Paket der Saison präsentiert. Vor allem der Umbau der Seitenkästen fiel massiv aus. Der RP20 unterscheidet sich nun deutlich vom Mercedes, der ja bekanntlich als Vorlage diente.

Der enge Zeitplan durch die lange Corona-Pause, die reduzierten Einnahmen und das Einfrieren des Chassis bis zur nächsten Saison hat dieses Jahr dafür gesorgt, dass die Technik-Fans auf Diät gesetzt wurden. Bei vielen Teams läuft die Entwicklung an den aktuellen Autos höchstens noch mit halber Kraft. Von innovativen Technik-Erfindungen ist seit dem "DAS"-Lenkradtrick von Mercedes weit und breit nichts zu sehen.

Doch beim Toskana-Grand-Prix zündete wenigstens ein Team noch einmal eine größere Ausbaustufe. Racing Point hat den RP20 einem massiven Facelift unterzogen. Das Auto wurde an allen Ecken und Enden mit neuen Teilen bestückt. "Das Upgrade war lange geplant. Und es wird das einzige in dieser Saison bleiben", verriet Teamchef Otmar Szafnauer auf Anfrage.

Der Umfang des RP20-Umbaus hat selbst die Fabrik in Silverstone an ihre Grenzen gebracht. Bis zum Rennen in Mugello wurden nicht wie erhofft zwei Kits, sondern nur ein Upgrade-Paket fertig. Die neuen Teile bekam natürlich Lance Stroll ans Auto geschraubt – nicht etwa, weil der Kanadier der Sohn des Teambesitzers ist, sondern weil er in der Fahrerwertung weiter vorne liegt.

Racing Point - Technik-Upgrade GP Toskana Mugello - 2020
xpb
Die Seitenkästen sind vorne und hinten deutlich eckiger geformt als früher.

Seitenkasten mit Rampe

Neben kleinen Retuschen an den vorderen Bremshutzen, den Heckflügel-Endplatten und den Lamellen im Unterboden fallen beim Upgrade vor allem die umfangreichen Änderungen am Seitenkasten auf. Wie bei vielen anderen Autos auch begrenzt nun die untere Crashstruktur die großen Kühleinlässe an der Vorderseite. Die Öffnungen sind dadurch nicht mehr so rundlich, sondern deutlich eckiger geformt.

Die große Innovation befindet sich aber im hinteren Teil der Seitenkästen. Der Verkleidung der Kühler fällt nun wie eine Rampe steil in Richtung Unterboden ab. Die mit horizontalen Leitblechen beschleunigte Luft fließt dadurch von oben in einer geraden Linie in Richtung Diffusor.

Früher wurde die Strömung noch außen um den rundlich-bauchigen Seitenkasten herumgelenkt. Bei der neuen Version ist die Motorhaube nun insgesamt deutlich eckiger geformt, was man sehr gut am Übergang zum Unterboden erkennen kann.

Die neue Version erinnert durch die Rampe fast ein wenig an die Zeiten, als die Ingenieure Auspuffgase in den Schlitze zwischen Unterboden und Hinterrad geleitet haben. Sie sorgten dafür, dass der Diffusor beim Walken der Reifen nach oben abgedichtet war und keine Luft entweichen konnte.

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Wilhelm
Mit dem Mercedes hat die Racing-Point-Lösung nichts zu tun. Hier wurde nicht kopiert.

Keine Kopie vom Mercedes

Die neue Form hat übrigens auch nichts mehr mit dem Mercedes zu tun. Weder der alte noch der neue Silberpfeile weisen eine ähnliche Lösung auf. Das dürfte den vielen Kritikern des Racing-Point-Rennstalls etwas den Wind aus den Segeln nehmen. Die Truppe um Technikchef Andy Green hat gezeigt, dass sie nicht nur kopieren kann.

Wie gut das Upgrade-Paket funktioniert, zeigte sich schon in Mugello deutlich. Nach einem ausgeglichenen Qualifying konnte Lance Stroll im Rennen eine klar bessere Pace vorlegen als Teamkollege Sergio Perez im Schwesterauto. Der Kanadier äußerte sich deshalb auch sehr zufrieden, was den Fortschritt betraf. Perez hingegegen freute sich schon auf den Moment, wenn auch er endlich die neuen Teile bekommt.

Das könnte sich aber noch etwas hinziehen. Der Abflug Strolls nach einem Reifenschaden bei 280 km/h in der zweiten Arrabiata-Kurve sorgte dafür, dass die Upgrades nach nur einem Einsatz in den Müll wanderten. Noch ist unklar, ob die Carbon-Abteilung des Teams für das Rennen in Russland ein oder zwei komplett neue Kits produzieren kann.

Die Tatsache, dass in Mugello ein Auto mit alten und eins mit neuen Teilen bestückt war, erleichterte den Beobachtern wenigstens die Suche nach den einzelnen Veränderungen. Im direkten Vergleich beider Autos lässt sich gut erkennen, wo die Ingenieure überall Hand angelegt haben. In der Galerie zeigen wir Ihnen die Neuerungen im Detail.

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