Formel E - Saudi Arabien - Riad - 2018 Motorsport Images

Radio Fahrerlager GP Aserbaidschan

60 Millionen für Saudi-Grand-Prix?

Was sonst noch in Baku passiert ist, erfahren Sie in unserer Rubrik Radio Fahrerlager. Hier haben wir wie immer die kleinen Geschichten aus der F1-Gerüchteküche gesammelt.

Saudi Arabien winkt mit 60 Millionen

Ein Formel-E-Rennen hat Saudi-Arabien schon. Die Dakar-Rallye findet 2020 auf saudischem Boden statt. Und 2021 soll auch die Formel 1 nach Riad kommen. Die Scheichs winken angeblich mit 60 Millionen Dollar Antrittsgeld. Mal schauen, ob Liberty da schwach wird. Noch gibt es keine Rennstrecke. Doch die wird in diesen Gegenden beekanntlich schnell aus dem Boden gestampft. Auch Miami träumt wieder von der Formel 1. Das Projekt in Downtown ist wegen zu vielen bürokratischen Hürden gestorben. Jetzt haben die Betreiber eine Strecke rund um das Hardrock-Stadium im Visier. Rund um die Arena der Miami Dolphins gibt es 100 Hektar freies Land.

Hamilton fliegt Linie

Das sieht man selten. Lewis Hamilton reiste nicht mit dem Privatjet nach Aserbaidschan, sondern mit dem Linienflug LH612 von Frankfurt nach Baku. Der Weltmeister kam direkt vom Coachella-Musikfestival aus Los Angeles und verzichtete wegen der langen Anreise auf sein eigenes Flugzeug, das zudem angeblich zum Verkauf stehen soll. Um unerkannt zu bleiben, hüllte sich der Weltmeister in einen knallgelben Trainingsanzug mit Kapuzenpulli. Womit er natürlich erst recht auffiel. In Baku angekommen musste Hamilton lange auf sein Gepäck warten. Er hatte mindestens fünf Koffer aufgegeben. Ein echter Rockstar eben.

Bernie zählt anders

Bernie Ecclestone erklärt, warum er nicht beim 1.000. Grand Prix in China war. „Ich habe festgestellt, dass es vielleicht der 1.000. Grand Prix, aber nicht der 1.000.Formel 1-WM-Lauf war. Wenn der stattfindet, bin ich dabei.“ Das wäre, wenn man nur die elf Indy-500-Rennen abzieht, der GP Singapur 2019. Ohne die zwei WM-Jahre, die mit Formel-2-Autos bestritten wurden (1952 und 1953) fände das Jubiläum Mitte 2020 statt. Ecclestone findet auf jeden Fall: „Es war eine vergebene Chance. Ich hätte Silverstone verpflichtet, in den April vorzurücken. Und wenn wegen schlechten Wetters weniger Zuschauer gekommen wären, hätte ich den Verdienstausfall gezahlt. Ich wette aber, da wären mehr gekommen.“

Williams - GP Aserbaidschan 2019
Williams bekam von den Organisatoren einen Blumenstrauß und ein Entschuldigungsschreiben, nachdem George Russel über einen lockeren Kanaldeckel gerumpelt war.

Baku sagt sorry

Nach dem Kanaldeckel-Unfall von George Russell im ersten Freien Training, überlegt Williams beim Organisator auf Schadenersatz zu klagen. So wie es Haas erfolgreich praktiziert hat, nachdem Romain Grosjean 2017 von einem lockeren Gully aus der Bahn geworfen wurde. Als erster Schritt ließ der Veranstalter immerhin einen Strauß Blumen mit einem Entschuldigungsschreiben in den Williams-Pavillon liefern.

Ein Mann, zwei Rekorde

Mercedes war mit drei Doppelsiegen in die neue Saison gestartet. Das gelang vorher nur Williams 1992. Ein Mann hat in beiden Teams gearbeitet. Geoff Willis war vor 17 Jahren Aerodynamiker in der goldenen Williams-Ära. Heute ist er Chefingenieur bei Mercedes.

Albon wie Prinz Bira

Alexander Albon ist der erste Fahrer mit thailändischer Lizenz seit Prinz Bira, der zwischen 1950 und 1954 insgesamt 19 Grand bestritt und dabei 8 WM-Punkte sammelte. Der Toro Rosso-Pilot hat sich extra ein Buch über seinen Landsmann besorgt und die Geschichte Biras offenbar aufmerksam gelesen. „Er hat wie ich in England gelebt, genauer gesagt in Cambridge. Wir sind uns als Rennfahrer sehr ähnlich. Nur außerhalb des Autos war Bira anders. Er hatte ein wilderes Leben als ich.“ Der Enkel von König Mogkut war ein exzellenter Segler und vertrat Thailand in dieser Disziplin vier Mal bei den Olympischen Spielen.

Russell war krank

George Russell musste am Donnerstag alle Termine absagen. Der Engländer litt an einer hartnäckigen Bronchitis. Der geschwächte Pilot musste am Freitag dann auch noch den Gully-Unfall überstehen. Nach Platz 15 am Sonntag stöhnte der Rookie nur: „Ich bin froh, dass dieses Wochenende vorbei ist.“

Auf den Hund gekommen

Nico Hülkenberg hat sich einen Hund zugelegt. „Ich bin seit langer Zeit ein Hunde-Fan. Jetzt war die Zeit reif, mir einen zu kaufen.“ Der lange Rheinländer legte sich einen Zwergspitz zu.

Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Aserbaidschan - 27. April 2019
Wilhelm
Leclerc hatte zum Glück noch vier frische Medium-Reifen im Regal, um den beschädigten Satz aus dem Qualifying zu ersetzen.

Leclercs Reifenglück

Vor dem Rennen in Baku kam eine interessante Frage auf. Mit welchen Reifen startet Charles Leclerc? Den Regeln nach muss jeder Fahrer aus den Top Ten auf dem Satz losfahren, den er im Q2 benutzt hat. Doch bei Leclerc ging der rechte Vorderreifen bei dem Einschlag in die Mauer von Kurve 8 kaputt. Dieser muss den Regeln gemäß durch einen Reifen aus einem anderen Medium-Satz ersetzt werden. Der Ferrari-Pilot durfte jedoch den kompletten frischen Medium-Satz verwenden, nicht nur einen neuen rechten Vorderreifen. Grund: Leclercs Notbremsung führte auch an den anderen drei Reifen zu Bremsplatten. Pirelli erklärte die Reifen für unsicher. Deshalb startet Leclerc mit vier neuen Reifen. Er hatte noch Glück, dass er überhaupt eine zweite Medium-Garnitur in der Hinterhand hatte. Sonst hätte er einen komplett neuen Satz eines anderen Reifentyps nehmen müssen. Das hätte einen Start aus der Boxengasse bedeutet.

Bernie ist Pirelli-Fan

Ross Brawn plaudert im Pavillon des F1-Managements mit dem alten Formel 1-Chef Bernie Ecclestone. Die Sprache kommt auf die heiklen 2019er Pirelli-Reifen. Die Teams beschweren sich über die Unberechenbarkeit der Pirelli-Sohlen. „Was Besseres kann der Formel 1 doch gar nicht passieren“, meint Ecclestone. „Stellt euch vor, jeder würde die Reifen verstehen. Dann gewinnt immer der gleiche.“

Formel 1 ohne Safety-Car

In der Formel 2 hatte Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer viel zu tun. Bei zwei Rennen rückte er insgesamt sechs Mal aus. Keiner führte das Feld so oft an wie er. In der Formel 1 hatte er Ruhe. Wie im allerersten Jahr in Baku. „Wenn in der Formel 2 Chaos herrscht, sind die Formel 1-Fahrer vorsichtiger. Sie schauen sich ja alle diese Rennen am TV an“, glaubt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Die Formel 2 zeigte jedoch, dass die Re-Starts weniger spektakulär waren als in der Vergangenheit. Weil der Spitzenreiter jedes Mal bis kurz vor der Ziellinie wartete, bis er das Tempo anzog. Eine neue Regel unterbindet das Katz- und Mausspiel, das die Fahrer früher in Baku trieben. Das Rennen ist jetzt nicht mehr an der Safety-Car 1-Linie freigegeben, sondern erst auf dem Zielstrich. Der liegt in Baku nur 120 Meter vor der ersten Kurve. Der sicherste Weg in Führung zu bleiben, ist so spät wie möglich zu beschleunigen.

Nico Rosberg - GP China 2019
Wilhelm
Nico Rosberg ist auch nach seinem Abschied als aktiver Formel-1-Fahrer ein regelmäßiger Gast im Fahrerlager.

Rosberg schleust Kameramann ein

Nico Rosberg war nicht in Baku und sorgte dennoch für Schlagzeilen. Der Formel-1-Rentner hatte beim 1.000. Grand Prix in China seinen persönlichen Assistenten zum Filmen von YouTube-Clips dabei. Um den Kameramann in die Startaufstellung zu schleusen, gab ihm Rosberg seinen persönlichen Weltmeisterpass, der aber eigentlich nicht übertragbar ist. Doch die Sicherheitsleute bemerkten den Missbrauch und meldeten die Sache den Rechteinhabern. Weil Rosberg in Aserbaidschan fehlte, vermuteten einige schon, dass der Champion von 2016 daraufhin aus dem Fahrerlager verbannt wurde. Doch die Rechteinhaber dementierten. Rosberg habe sich entschuldigt und seinen Pass direkt wiederbekommen. In Monaco will er wieder im Fahrerlager mitmischen.

Gasly drei Mal disqualifiziert

Das hat noch kein Fahrer geschafft. Pierre Gasly wurde im Training gleich drei Mal disqualifiziert. Das Ignorieren der Wiegeprozedur bedeutete automatisch einen Start aus der Boxengasse. Das Überschreiten der Benzin-Durchflussmenge hatte zur Folge, dass alle Trainingszeiten gestrichen wurden. Das Aufspielen einer neuen Software erfüllte den Tatbestand einer Spezifikations-Änderung unter Parc-Fermé-Bedingungen. Also wieder Start aus der Boxengasse.

Asphalt bleibt auf Pflastersteinen

Die Formel 1 rast in Baku quer durch die historische Altstadt. Eigentlich war geplant, dass der Asphalt, der für den Grand Prix-Zirkus über die malerischen Pflastersteingassen gelegt werden muss, jedes Jahr nach dem Rennen wieder entfernt wird. Dieses Jahr blieb die Fahrbahndecke aber drauf. Sehr zur Freude der Autofahrer in der Hauptstadt von Aserbaidschan.

Fahrernoten GP Aserbaidschan 2019: Die 20 Piloten in der Einzelkritik

Valtteri Bottas - Formel 1 - GP Aserbaidschan 2019
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Bernie Ecclestone ist immer noch ein eifriger Beobachter der Formel 1.

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