Radio Fahrerlager GP England 2018

Erste Termine für 2019 sind fix

Nico Hülkenberg - GP England 2018 Foto: xpb 63 Bilder

Was sonst noch so am Rennwochenende in England passiert ist, erfahren Sie in unserer Rubrik Radio Fahrerlager. Hier haben wir die kleinen Geschichten aus der Formel 1-Gerüchteküche gesammelt.

Acht Termine stehen fest

Acht der vermutlich 21 Grand Prix im Kalender 2019 stehen fest. Die Saison beginnt am 17. März in Australien. Dann folgen: Bahrain (31. März), China (14. April), Aserbaidschan (28. April), Spanien (12. Mai), Monaco (26. Mai) und Kanada (9. Juni). Das Finale findet am 1. Dezember 2019 in Abu Dhabi statt. Der Rest des Kalenders hängt davon ab, ob der geplante Grand Prix in Miami stattfindet. Noch wird an der Streckenführung herumgetüftelt. Wenn Miami grünes Licht gibt, wird das Rennen in den Oktober gelegt.

Leclerc mit Defiziten

Charles Leclerc ist ein talentierter Rennfahrer, der eines Tages Weltmeister werden könnte. Nur in Sachen F1-Historie hat der Monegasse noch Wissenslücken. Auf die Frage, ob es ihm bewusst sei, dass Alfa Romeo am 13. Mai 1950 den ersten GP überhaupt gewann, antwortete Leclerc: „Mir war das gar nicht klar. Das Team hat es mir erst vor dem Wochenende gesagt.“

Gutiérrez bei Mercedes

Esteban Gutiérrez tauchte in Silverstone in Mercedes-Teamkleidung auf. Der 26-jährige Mexikaner, der in Abu Dhabi 2016 sein letztes F1-Rennen bestritt, hilft den Silberpfeilen bei der Arbeit im Simulator.

Alonso ist England-Fan

Fernando Alonso lief in Silverstone mit einer England-Kappe herum. „Ich bin jetzt ein England-Fan. Für meine Spanier kann ich nichts mehr tun“, outete sich der McLaren-Pilot nach dem Ausscheiden seiner Nationalelf in der Fußball-WM.

Keine Superlizenz

Daniel Ticktum - Red Bull - 2018 Foto: Red Bull
Red Bull-Junior Dan Ticktum muss noch etwas auf seinen ersten Formel-1-Einsatz warten.

Red Bull würde gerne seine Nachwuchshoffnung Daniel Ticktum nach dem GP Ungarn testen lassen. Die FIA erlaubt es aber nicht. „Er fährt tolle Rennen in der Formel 3, hat noch nicht die Punkte für die Lizenz. Dazu muss er unter die ersten Drei in der Formel 3 kommen. Wie soll man da junge Fahrer an die Formel 1 heranbringen“, ärgert sich Motorsportchef Helmut Marko. Der 19-jährige Engländer muss auf seine F1-Premiere bis zum Abschlusstest in Abu Dhabi warten.

Endlich Durchschnaufen

Drei Rennen in drei Wochen haben an den Kräften der Mechaniker und Aufbautrupps gezehrt. HaasF1-Teamchef Guenther Steiner findet: „Wir sollten Triple-Header in Zukunft vermeiden. Junge Familienväter, wie es hier einige gibt, wollen ihre Kinder auch mal sehen.“ Immerhin endete der Marathon in England, wo sieben von zehn Teams ihre Fabriken haben. „Dann können die Jungs gleich zu ihren Familien“, so Esteban Ocon.

Hülkenberg feiert Porsche-Rekord

Die Formel 1 fährt auf den Rekord von Porsche auf der Nordschleife ab. „Das sah ziemlich dynamisch aus, wie der gute Herr Bernhard das Auto durch die Kurven geprügelt hat“, sagte Nico Hülkenberg. „Die Strecke ist so wellig. Ich denke, er wird deshalb in Zukunft zwei oder drei Bandscheibenvorfälle haben.“ Wie denkt er über die Sicherheit? „Klar ist es gefährlich, aber als Fahrer hat man es selbst in der Hand.“

Upgrade schuld am Crash

Der Unfall von Brendon Hartley im dritten Training ist geklärt. Es lag offenbar an einem Designfehler einer neuen Vorderradaufhängung. Beim Anbremsen der Brooklands-Kurve, als Kräfte von über 5G an der Vorderachse zerrten, rupfte es den unteren Querlenker aus dem Radträger. Toro Rosso ging auf Nummer sicher und baute auf die bewährte alte Vorderachse zurück.

Heckflügel-Misere bei Williams

Sergey Sirotkin - Williams - GP England - Silverstone - Formel 1 - Freitag - 6.7.2018 Foto: sutton-images.com
Williams entschied nach einigen Abflügen den neuen Heckflügel wieder abzubauen.

Auch bei Williams musste zurückgerüstet werden. Die für Silverstone vorgesehenen neuen Heckflügel hatten Probleme mit dem DRS. Das war so konstruiert, dass bei offenem Flügel gleichzeitig im Diffusor ein Strömungsabriss provoziert wird. Was auf der Geraden funktionierte, ging bei Deaktivieren des DRS schief. Es dauert es zu lange, bis wieder Strömung anlag und genügend Abtrieb für die Bremszone und die folgende Kurve produzierte wurde. Deshalb flogen beide Fahrer in der Qualifikation ins Kiesbett. Was für eine Blamage für ein Team, das einmal technisch die Nummer 1 in der Königsklasse war.

Newey bangt um den Motor

Adrian Newey musste am Samstag das Rennen der historischen F1-Autos abbrechen, weil der Öldruck in seinem Lotus 49-Cosworth in den Keller fiel. „Ich wollte nicht den Motor riskieren“, erzählte Red Bulls Stardesigner. Dann kam gleich wieder der Konstrukteur in ihm durch: „Mit den neuen Reifen und dem neuen Asphalt sind die Fliehkräfte heute höher als vor 50 Jahren. Da bleibt das Öl in den schnellen Kurve im Öltank hängen. Ich werde wohl den Tank umkonstruieren müssen.“

Sauber bringt nächstes Upgrade

Charles Leclerc hat in den letzten sieben Rennen fünf Mal gepunktet. Trotzdem ist der Monegasse nicht 100 Prozent zufrieden. „Ich habe in den letzten zwei Rennen zu viele Fehler gemacht.“ Sauber hatte in Silverstone sein Auto schon wieder aufgerüstet. Diesmal waren die Heckflügelendplatten neu. In Hockenheim kommt ein revidiertes Kühlsystem. Die gute Serie zuletzt macht der Monegasse nicht nur an den Upgrades fest. „In den ersten drei Rennen war ich nicht in der Lage den Ingenieuren zu erzählen, was ich von den Reifen will. Das Auto war für mich schwierig zu fahren. Als Reaktion darauf bin ich noch härter gefahren und habe noch mehr Fehler gemacht. Erst in Baku haben wir den Dreh gefunden, das Auto so abzustimmen, dass es zu meinem Fahrstil passt.“

Mallya in Silverstone

Vijay Mallya - GP England 2018 Foto: sutton-images.com
Force-India-Boss Vijay Mallya kann nur ein einziges Rennen pro Jahr besuchen.

Force-India-Boss Vijay Mallya tauchte wie üblich im Fahrerlager von Silverstone auf. Es ist das einzige Rennen, das er besuchen darf. Mallya wird noch immer in Indien strafverfolgt, er darf England nicht verlassen. Der Inder weist alle Verkaufsgerüchte seines Teams wieder einmal von sich, räumt aber ein. „Wenn es ein seriöses Angebot mit Cash auf dem Tisch gibt, bin ich der erste, der dies mit den Anteilseignern diskutieren wird. Und wenn es ein Angebot ist, das ich nicht ablehnen kann, werde ich es verkünden.“ Es gibt derzeit fünf Interessenten, die Force India übernehmen wollen. Ein Verkauf könnte noch in der Sommerpause stattfinden.

Neue Regeln Freude und Ärger zugleich

Force India kämpft mit den Finanzen. Die neuen Aerodynamikregeln freuen den Rennstall aus Silverstone. „Die Front wird massiv vereinfacht. Das kostet zwar Anpressdruck. Den werden wir aber schnell wieder zurückgewinnen. Was viel wichtiger ist, ist dass die Entwicklung in diesem Bereich eingeschränkt ist. Das wird auf lange Zeit die Entwicklungskosten runterfahren“, sagt Technikchef Andy Green. Dagegen ärgert sich Force India noch immer, dass das Spritlimit 2019 von 105 auf 110 Kilo angehoben wird. „Ein neuer Tank erfordert ein neues Chassis. Das kostet uns wieder eine Million“, mault Sportdirektor Otmar Szafnauer.

DRS überall?

Die FIA richtet auf immer mehr Strecken eine dritte DRS-Zone ein – auch in Hockenheim. Warum also das DRS nicht gleich überall freigeben, und es dem Fahrer überlassen, wann er den Flügel umklappt und wann nicht? Rennleiter Charlie Whiting erklärt: „Das würde nur die Rundenzeiten schneller machen, aber das eigentliche Überholproblem nicht lösen.“

Lounge für Heimrennen

Nico Hülkenberg mietet für seine Familie für das Heimrennen in Hockenheim eine Lounge auf der Südtribüne. „Damit die Tanten, Cousins und Cousinen auch mal ein Rennen live sehen.“

Neues Heft
Top Aktuell AMS - Edition - Michael Schumacher Edition Michael Schmuacher Tribut an einen Meister
Beliebte Artikel McLaren P1 - Fahrerautos - GP England 2018 - Silverstone Dienstwagen der Formel 1-Fahrer Wem gehört der McLaren P1? Sebastian Vettel - GP England 2018 Crazy Stats GP England Hamilton verpasst Senna-Rekord
Anzeige
Sportwagen sport auto 1/2019 - Heftvorschau sport auto 1/2019 8 Sportwagen im Handling-Check Aston Martin Valkyrie V12-Motor des Aston Martin Valkyrie Die Technik des 1.000-PS-Saugers
Allrad Porsche Macan, Facelift 2019 Porsche Macan (2019) Facelift Scharfes Heck, starke Motoren Audi SQ5 3.0 TFSI Quattro, Exterieur, Heck SUV Neuzulassungen November 2018 Audi und Porsche unter Druck
Oldtimer & Youngtimer Porsche 911 (996) Carrera Coupe Porsche 911 (996) Kaufberatung Probleme des Schnäppchen-Elfer Aston Martin Heritage EV Concept Aston Martin Heritage EV Concept Elektroantrieb für Klassiker