Radio Fahrerlager GP Japan

Klassiker-Parade in Suzuka

McLaren Honda MP4-7A - Takuma Sato - Klassiker-Parade - GP Japan 2018 Foto: sutton-images.com 56 Bilder

Was sonst noch so am Rennwochenende in Suzuka passiert ist, erfahren Sie in unserer Rubrik Radio Fahrerlager. Hier haben wir die kleinen Geschichten aus der Formel 1-Gerüchteküche gesammelt.

Massa schwärmt von 2016er Ferrari

Felipe Massa fuhr im Rahmenprogramm alte Ferrari-Formel 1-Autos. Am Freitag saß der Brasilianer in seinem Auto von 2006. Er schwärmte: „Mann, hat das Spaß gemacht. Viel geiler als mein Williams vom letzten Jahr. Das Auto war leicht, giftig in den Kurven, wendig wie ein Go-Kart. Nur die Leistung war schlechter.“ Der 2002er Ferrari landete im Kiesbett. Aber nicht mit Rubens Barrichello im Cockpit, wie fälschlicherweise vermutet wurde. „Rubens war gar nicht da. Der Typ, der in dem Auto saß, war der Besitzer“, erzählte Massa. Bilder der legendären Klassiker, die zum 30. Jubiläum von Suzuka aufgefahren wurden, zeigen wir Ihnen in der Galerie.

Villeneuve fordert Magnussen-Strafe

Jacques Villeneuve hat eine klare Meinung zu den Strafen in der Formel 1. Sie sind entweder überflüssig oder zu gering. Auf jeden Fall unverhältnismäßig. Max Verstappen habe eine höhere Strafe als 5 Sekunden verdient, weil er Kimi Räikkönens Rennen zerstört habe, findet der Kanadier. Am heftigsten aber geht Villeneuve auf Kevin Magnussen los. Der HaasF1-Pilot war Charles Leclerc auf der Zielgerade einfach vor das Auto gefahren. Es kam zur Kollision. Magnussen trug einen Reifenschaden links hinten davon, Leclercs Sauber brauchte eine neue Nase. „Das war kriminell“, fand Villeneuve. „Und Magnussen macht es immer wieder. Keiner stoppt ihn. Das ist schmutziges Fahren. Magnussen hat keine Lizenz verdient.“

Zak Brown: Uhr geklaut

McLaren-Chef Zak Brown war sichtlich sauer. „Sie haben mir ein Hemd und eine teure Richard Mille-Uhr aus dem Hotelzimmer geklaut.“ Das ist ungewöhnlich für Japan. Im Land der aufgehenden Sonne kann man seine Wertsachen normalerweise offen herumliegen lassen.

Piepston führt Ocon in die Irre

Esteban Ocon - Force India - GP Japan - Suzuka - Formel 1 - Samstag - 6.10.2018 Foto: sutton-images.com
Esteban Ocon wurde von einem Piepston genarrt.

Force India ärgert sich noch immer über die Startplatzstrafe für Ocon. Der Franzose musste drei Plätze zurück, weil er unter roter Flagge zu schnell gefahren ist. „Völlig zurecht“, räumte Teammanager Andy Stevenson ein. „Normalerweise kriegst du fünf Plätze. Aber da die Geschwindigkeitsübertretung nicht rücksichtslos war, haben sie ein Auge zugedrückt.“ Es ging nur um 1,68 km/h. Ocon hatte bereits seine Geschwindigkeit reduziert, als er einen Piepston im Funk hörte. Den interpretierte er falsch, nämlich dass er wieder Gas geben soll. „Wir müssen die Piepstöne in Zukunft unterscheidbarer machen, damit klar ist, ob der Fahrer schneller oder langsamer fahren soll“, fordert Stevenson.

Liberty muss Farbe bekennen

Die Teamchefs haben sich in Suzuka zwei Mal zu außerplanmäßigen Sitzungen getroffen. Beim ersten Mal blieb man unter sich. Auf der Agenda stand nur eine Frage: Wie können wir unser Produkt besser machen? Ausgangspunkt waren die gesunkenen Einnahmen der Rechteinhaber in dieser Saison. Beim zweiten Mal war Formel-1-Chef Chase Carey mit von der Partie. Der Amerikaner musste erklären, warum die Teams im nächsten Jahr 3,7 Prozent weniger Geld bekommen. Ein Grund soll sein, dass ein Rechte-Käufer für den asiatischen TV-Markt pleitegegangen ist.

Alonsos beste Suzuka-Runde

Fernando Alonso stand zwar nur auf dem 18.Startplatz, aber er kann es nicht lassen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. „Das war eine meiner besten Suzuka-Runden“, twitterte der Spanier. „Schaut sie euch an. Ich habe weder am Kurveneingang noch am Kurvenausgang einen Zentimeter Platz gelassen.“

Qualifying-Format in der Diskussion

Die Formel 1 diskutiert über eine Veränderung des Quali-Formats. Die Rechteinhaber und FIA überlegen, die bestehenden drei Abschnitte um einen vierten Teil auszuweiten. Sebastian Vettel spottet: „Und in zehn Jahren gibt es dann Q9 und Q10. Wir sollten die Unterhaltung nicht künstlich strecken, sondern besser zurück zu den Basics gehen. Das Qualifying sollte wie früher eine Stunde dauern. Es sollte darum gehen, in dieser Zeit die perfekte Runde zu fahren.“ Lewis Hamilton meint: „Alles ist besser, als das Format, das wir aktuell haben.“

Ricciardo am Limit

Daniel Ricciardo fuhr am Donnerstag im Rahmen der Pirelli Hot Laps unter anderem Johnny Herbert um die Strecke. Auf glitschigem Untergrund wäre der Australier beinahe im 725 PS starken Aston Martin DBS verunfallt. „Ich hatte einen brenzligen Moment in der Degner-Kurve. Da habe ich mich selbst am meisten erschreckt.“

Hartley oder Albon?

Alexander Albon - Formel 2 - 2018 Foto: sutton-images.com
Alexander Albon könnte Brendon Hartley bei Toro Rosso verdrängen.

Wer fährt den zweiten Toro Rosso neben Daniil Kvyat? Motorsportchef Helmut Marko gibt sich bedeckt: „Wir haben noch Zeit.“ Die Entscheidung soll zwischen Brendon Hartley und Alexander Albon fallen. Albon war früher einmal im Red Bull-Förderprogramm, wurde zwischenzeitlich aber wieder fallengelassen. Der 22-jährige Engländer mit thailändischen Wurzeln liegt derzeit an zweiter Stelle der Formel-2-Meisterschaft. Er ist der einzige Fahrer, der George Russell den Titel noch streitig machen kann.

Flug-Gemeinschaft

Sieben Fahrer haben einen Privatjet gechartert, um von Sotschi über Moskau nach Tokio zu fliegen. An Bord der Global 5000: Sebastian Vettel, Valtteri Bottas, Daniel Ricciardo, Romain Grosjean, Kevin Magnussen, Sergio Perez und Marcus Ericsson.

Freude über Ausfall

Fernando Alonso fuhr das letzte Mal in Suzuka. Was war sein bester Moment? „Bei weitem mein Sieg 2006. Es war die größte Freude, das rote Auto stoppen zu sehen.“ Gemeint ist der Ferrari von Michael Schumacher, der mit Motorschaden liegen blieb. Für Alonso war es ausgleichende Gerechtigkeit. Zwei Rennen zuvor war er in Monza gestrandet, und die Ferrari-Fans jubelten euphorisch.

Spezialhelm für Vater

Da Fahrer dürfen nur noch ein Mal pro Jahr ein spezielles Helmdesign wählen. Charles Leclerc hatte das besondere Motiv in diesem Jahr bei einem Rennen früher in der Saison seinem verstorbenen Vater gewidmet. Im nächsten Jahr will er den 2014 in Suzuka schwer verunglückten Jules Bianchi ehren. „Er war Teil unserer Familie.“

Alle Papiere eingereicht

Guenther Steiner - HaasF1 - Formel 1 - 2018 Foto: sutton-images.com
HaasF1-Teamchef Guenther Steiner hofft auf einen Erfolg vor Gericht.

HaasF1 hat am Montag vor dem GP Japan alle Papiere für die Verhandlung vor dem FIA-Weltgericht am 1. November eingereicht. Es geht um die Disqualifikation beim GP Italien wegen eines nicht regelkonformen Unterbodens. Teamchef Guenther Steiner: „Unsere Anwälte haben gute Arbeit geleistet. Es ist schwer einzuschätzen, wie unsere Chancen stehen. Wir haben es aber auch selbst in der Hand, Renault schon vor dem 1. November auf der Strecke zu überholen.“

Spionage bei Ferrari?

Ferrari-Rennleiter Maurizio Arrivabene vermutet Technikspionage. „Es kann nicht sein, dass Technikdetails unserer Batterie in der Öffentlichkeit herumerzählt werden.“ Arrivabene hatte die FIA im Verdacht. Tatsächlich lag das Leck ganz woanders. Der frühere Ferrari-Motorenchef Lorenzo Sassi und Technikdirektor James Allison waren zu Mercedes übergelaufen und hatten es dem neuen Arbeitgeber erzählt.

Geschäftsmann Alonso

Was macht Fernando Alonso 2019? Noch gibt es keine konkreten Aussagen des Spaniers. Aus seinem Heimatland ist zu hören, Alonso habe sich die TV-Rechte für den spanischen Markt an der IndyCar-Serie gesichert. Sollte es den zweifachen Weltmeister wirklich in die US-Rennserie ziehen, kann er in der Heimat abkassieren.

Marko nicht mit Buemi

Sebastien Buemi wurde vom F1-Management dazu eingeteilt, mit dem Aston Martin DBS prominente Gäste um den Kurs von Suzuka zu kutschieren. Einer der Passagiere in dem 725 PS-Geschoss sollte sein Chef Helmut Marko sein. Der Grazer lehnte dankend ab: „Das muss ich mir nicht geben.“ Warum dann nicht anders herum, Herr Doktor? Marko lacht: „Es wäre versicherungstechnisch schwierig, wenn ich den Buemi fahre.“

Formel 1 langweilig

Romain Grosjean findet die augenblickliche Formel 1 langweilig. „Als junger Mensch würde ich sie mir nicht anschauen. Weil sie so vorhersehbar ist. Wer gewinnt das Rennen? Hamilton oder Vettel. Wer fährt noch auf das Podium? Bottas oder Kimi. Wer kommt dahinter an? Die Red Bull. Wir sind noch keinen Meter in Suzuka gefahren und kennen schon vorher die Antworten auf diese drei Fragen. Der Unterschied zwischen den drei Top-Teams und uns beträgt zwei Sekunden. Sind Lewis und Seb zwei Sekunden schneller als wir? Ich glaube nicht.“

Guter Teamspirit bei Mercedes

Lewis Hamilton verteidigte vor dem GP Japan die Stallregie aus Russland. Der Weltmeister glaubt nicht, dass das Rennen einen Schatten auf einen möglichen Titelgewinn werfe. „Ich fahre so gut wie nie. Aber ich akzeptiere andere Meinungen.“ Der Teamgeist sei weiterhin in Takt. „Ich war am Montag nach dem Rennen in der Fabrik. Wir gehen zusammen durch diese Erfahrung. Der Teamgeist ist fantastisch.“

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