Radio Fahrerlager GP Russland

Kaum Chancen für neues Quali-Format

Charles Leclerc - GP Russland 2018 Foto: sutton-images.com 34 Bilder

Was sonst noch so am Rennwochenende in Russland passiert ist, erfahren Sie in unserer Rubrik Radio Fahrerlager. Hier haben wir die kleinen Geschichten aus der Formel 1-Gerüchteküche gesammelt.

Wenig Chancen für Q4

Der Plan von Liberty, die Qualifikation in vier kürzere Segmente zu unterteilen dürfte für 2019 an der fehlenden Einstimmigkeit scheitern. „Das hilft nur den großen Teams. Die kleinen brauchen pro Segment Zeit für zwei Versuche“, winkt Sauber-Teammanager Beat Zehnder ab. F1-Sportdirektor Ross Brawn hofft dennoch, einen Kompromiss zu finden: „Wir haben zwar noch keine Einigung finden können, aber wir haben das Pflänzchen in der Diskussion gesetzt. Wir hoffen, dass es sich gut entwickelt.“

Keine Rallye für Alonso

Fernando Alonso verfolgt seinen Traum von der Triple Crown auch, weil er der kompletteste Rennfahrer aller Zeiten werden will. „Es gibt so viele große Rennen, um sich zu beweisen. Indy 500, die 24 Stunden von Le Mans, das Daytona 500, Pikes Peak, die Rallye Monte Carlo, die Dakar-Rallye. Ich möchte mich in möglichst vielen Disziplinen versuchen.“ Einen Einsatz in einem Rallye-Auto schließt Alonso aus: „Ich weiß, wo meine Grenzen sind. Für Rallyes fehlt mir das Talent.“

F1-Party in Miami

Der Miami-Grand Prix flog aus dem Kalender. Trotzdem findet in der US-Metropole am 20.Oktober das fünfte Fan-Festival nach London, Shanghai, Marseille und Mailand statt. Mit von der Partie sind Red Bull und Renault. Emerson Fittipaldi fährt sein Weltmeister-Auto von 1974, einen McLaren M23.

Geld zurück für HaasF1

Späte Genugtuung für HaasF1. Die Versicherung des GP Malaysia zahlt dem US-Team eine sechsstellige Summe als Entschädigung für den Unfallschaden nach einem Crash von Romain Grosjean im Training zum letztjährigen Grand Prix. Grosjean war über einen losen Kanaldeckel gestolpert.

Folie gegen Gummi-Abrieb

Sauber - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - Donnerstag - 27.9.2018 Foto: ams
Der Sauber-Flügel wurde mit einer Spezial-Folie beschichtet.

Sauber hat seinen C37 an den Frontflügel-Flaps und auf der Bodenplatte mit blauer Folie beschichtet. Es handelt sich dabei um eine Anti-Haftfolie. Sie soll verhindern, dass sich zu viele Gummischnipsel in den Lücken zwischen den Frontflügelelementen und den Slots vor den Hinterrädern verfangen. „Wir haben in Singapur eineinhalb Kilogramm Gummi vom Auto gekratzt. Die Gummipartikel haben den Abtrieb um bis zu acht Punkte schwanken lassen“, erklärte Teammanager Beat Zehnder.

Kein Groll gegen Stroll

Esteban Ocon wirft Lance Stroll nicht vor, dass er ihm 2019 den Platz bei Force India wegnimmt. „Lance ist mein bester Freund im Fahrerlager. Er kann nichts dafür, dass es so kommt. Die Kritik an ihm ist unfair. Er arbeitet genauso hart wie ich, um ein Cockpit zu bekommen.“ Ocon stellte weiterhin klar: „Für mich gibt es nur die Formel 1. Ich bin an IndyCar, Formel E oder DTM nicht interessiert.“.

Garagen-Feuer bei HaasF1

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag brannte es in der Garage von HaasF1. Vermutlich ein Kurzschluss in einer Steuereinheit für eine der Heizdecken entzündete einen Reifensatz. Das Feuer breitete sich auf einen zweiten Satz aus, ehe die Security löschte. Pirelli ersetzte beide. Den Teams ist es erlaubt, die temperatursensiblen Rennreifen über Nacht in den Heizdecken zu lassen. Die Maximaltemperatur darf 60 Grad betragen.

Perez-Vertrag in Mexiko

Die Vertragsverlängerung von Perez bei Force India soll zum Heimspiel in Mexiko verkündet werden. Esteban Ocon zittert hingegen um seinen Verbleib in der Formel 1. Seine einzige Chance auf ein Stammcockpit ist Williams. Zur Not will der Franzose in einem Team dritter Fahrer sein. „Entweder bei Mercedes oder eben bei uns“, sagt Force India-Teamchef Otmar Szafnauer. Der Amerikaner ermutigt seinen Fahrer. „Ein Jahr ohne Cockpit würde ihn nicht umbringen. Kimi Räikkönen war auch mal weg, fuhr Rallye und kam wieder zurück.“

Weniger Geld für Teams

Liberty musste zum zweiten Mal in Folge eine Gewinnwarnung ausgeben. Die Teams bekommen 2019 im Schnitt 3,7 Prozent weniger Geld ausbezahlt als in diesem Jahr. Das macht bei einem Team wie Mercedes rund 6,5 Millionen Dollar aus. Die Einnahmen von den Veranstaltern sinken. Auf der anderen Seite stehen weiter Ausgaben für die Promotion des Sports. Die zusätzlichen Einnahmen bei den sozialen Medien können den Verlust noch nicht kompensieren.

Wer fährt für Williams?

Robert Kubica - Williams - Formel 1 - GP Italien - 01. September 2018 Foto: sutton-images.com
Feiert Kubica 2019 doch sein Comeback? Sein Rivale um das zweite Williams-Cockpit heißt George Russell.

Bei Williams kommt es offenbar zu einem heißen Rennen der Russen. Artem Markelov könnte Sergey Sirotkin ausstechen, dessen Management in Sotschi ein zweites Mal bei Red Bull-Chef Helmut Marko vorsprach. Ganz offenbar mit dem Wunsch, Sirotkin bei Toro Rosso zu platzieren. Doch machen zwei Russen bei Red Bulls B-Team Sinn? Robert Kubica soll bei Williams plötzlich wieder gute Chancen für 2019 haben. Der Pole kann angeblich mehr Sponsorgeld lockermachen als gedacht. Mercedes-Teamchef Toto Wolff kann für George Russell nur einen Nachlass bei den Motoren anbieten. Doch ist der so hoch wie Kubicas Mitgift?

Honda auf dem richtigen Weg

Red Bull und Toro Rosso sind zufrieden mit dem neuen Honda-Motor. Er soll 40 PS bringen. In der Rundenzeit macht das eine halbe Sekunde. Damit liegt Honda in der Power-Tabelle vor Renault. „Nächstes Jahr kommt noch einmal so ein Schritt“, freut sich Red Bull-Teamchef Christian Horner. Red Bull ist sich sicher, mit Honda auf den richtigen Partner gesetzt zu haben.

Vettel tauscht Kappe

Schöne Szene vor dem Ferrari-Pavillon. Ein kleiner russischer Junge bittet Vettel um ein Autogramm. Der Ferrari-Star unterschreibt und entdeckt, dass der Junge eine Mercedes-Kappe aufhat. Da nimmt Vettel dem Jungen die Kappe ab und setzt ihm seine eigene auf. Mit persönlicher Widmung. Dann öffnet der Ferrari-Star den Mülleimer und wirft die Silberpfeil-Kopfbedeckung rein. Er holt sie natürlich gleich wieder raus und gibt sie seinem kleinen Fan zurück. Der darf Vettels persönliche Kappe natürlich auch behalten.

Kein Sauber-Test für Räikkönen

Die Sitzprobe in Hinwil ist schon gemacht. Doch Spekulationen, dass Kimi Räikkönen für Sauber bereits den Reifentest nach dem GP Mexiko fährt, sind aus der Luft gegriffen. „Das geht schon wegen Sponsoren-Konflikten nicht“, winkt Teamchef Frederic Vasseur ab. Einen Test in Abu Dhabi nach dem Saisonfinale würde Vasseur nicht ausschließen. „Da müssten wir uns mit Ferrari und den Sponsoren absprechen.“

Neue Regeln für Motorstrafen?

Max Verstappen - Red Bull - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - Freitag - 28.9.2018 Foto: sutton-images.com
Vor dem ersten Training gab es Stau an der Boxenampel.

Nachdem die Startaufstellung zum GP Russland wegen diverser Strafen mehrmals umgeschrieben werden musste, wird diskutiert die Strafregel noch einmal zu modifizieren. Diesmal galt für die fünf Motorsünder Alonso, Verstappen, Ricciardo, Gasly und Hartley: Wer am Freitag als erster auf die Strecke geht, steht vorne. Als dann fünf Autos 15 Minuten lang an der Boxenausfahrt gewartet haben, kam den FIA-Verantwortlichen eine bessere Idee. „Wenn es so viele Motorstrafen gibt, sollte die Qualifikationszeit über die Reihenfolge entscheiden. Dann sind alle gezwungen, in der Qualifikation Gas zu geben statt zu taktieren“, erklärte FIA-Rennleiter Charlie Whiting. Verwirrung gab es über den Startplatz von Stoffel Vandoorne, bei dem am Samstag ein später Getriebewechsel angekündigt wurde. Der Belgier rutschte nur hinter Lance Stroll. Weil alle mit Motorwechsel von „hinten“ starten mussten, lag das Ende der Startaufstellung auf Platz 15. Vandoorne konnte nicht weiter fallen. Brendon Hartley dagegen schon. Er bekam am Samstagabend weitere neue Motorteile.

Start mit der MGU-K

Wie erwähnt versuchten die Motorsünder Alonso, Verstappen, Ricciardo, Gasly und Hartley im FP1 ganz früh aus der Garage zu fahren, um sich bessere Startplätze zu sichern. Die Krux: Die V6-Turbos mussten an der roten Ampel ausgeschaltet werden. Ansonsten hätten Überhitzungsschäden gedroht. Die Fahrer mussten den Motor bei Grün selbst starten. Sie warfen den V6 über die Elektromaschine MGU-K an. „Wir machen das auch in der Garage so. Bei uns gibt es keinen Anlasser mehr“, verriet Toro-Rosso-Pilot Brendon Hartley.

Sochi Autodrom als Oval

In Sotschi ist das Überholen keine einfache Angelegenheit. Was würden die Fahrer ändern, um bessere Überholstellen zu schaffen? „Ich würde die dritte Kurve abschaffen und eine Gerade vom Zielstrich bis Kurve fünf schaffen“, sagt Sergio Perez. Lewis Hamilton schlug vor, die Fahrtrichtung umzukehren. Fernando Alonso veränderte das Streckenlayout mit einem Kugelschreiber zu einem Oval, um die Action zu verbessern.

Verstappen vs. Abiteboul

Verbaler Schlagabtausch zwischen Renault-Sportchef Cyril Abiteboul und Max Verstappen. Der Niederländer hatte sich in Singapur über die vielen Zündaussetzer des Renault-V6 beschwert. Abiteboul in Russland: „Max ist ein sehr fordernder Nutzer unseres Motors und auch kein ruhiger. Er sollte sich besser aufs Fahren konzentrieren. Er ist der einzige, der ständig über den Motor schimpft.“ Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Gegenüber niederländischen Journalisten giftete der Red Bull-Fahrer: „Wenn er sich ein bisschen mehr auf sein Team konzentrieren würde, statt auf mich, wäre Renault schon Weltmeister. Dieser Mann ist einfach frustriert. Ich bin einfach nur ehrlich.“

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