Radio Fahrerlager GP Spanien

Die Blackbox-Daten zum Hartley-Crash

Brendon Hartley - Toro Rosso - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 12. Mai 2018 Foto: sutton-images.com 68 Bilder

Was sonst noch so am Rennwochenende in Barcelona passiert ist, erfahren Sie in unserer Rubrik Radio Fahrerlager. Hier haben wir die kleinen Geschichten aus der spanischen Formel 1-Gerüchteküche gesammelt.

Auch mit Standard-Reifen Probleme

Sebastian Vettel musste zurückrudern. Beim GP Spanien hatte der Ferrari-Pilot noch gemutmaßt, dass die Pirelli-Reifen mit der dünneren Lauffläche einen Einfluss auf das Kräfteverhältnis gehabt haben könnte. Zwischen den Zeilen ließen die Ferrari und Red Bull durchblicken, dass diese Maßnahme am meisten Mercedes geholfen hätte. Nach dem ersten Testtag in Barcelona änderte Vettel seine Meinung. Der WM-Zweite hatte insgesamt 136 Runden abgespult, mit den Standardreifen und den Spezialgummis mit der dünneren Lauffläche. Die Standardreifen warfen bei Dauerbelastung Blasen. „Ich glaube, wir wären mit diesen Reifen am Wochenende noch schlechter dran gewesen“, urteilte Vettel. Schlussfolgerung: „Pirelli hat alles richtig gemacht. Es war unser Fehler, aus diesen Reifen nicht wie andere Teams das Maximum herausgeholt zu haben.“

Verstappen gewinnt

Max Verstappen hat vor Gericht eine Entschädigung von 150.000 Euro erstritten, weil die holländische Supermarkt-Kette Picnic in einem Werbespot einen Doppelgänger im Red-Bull-Overall Lebensmittel ausliefern ließ.

30.000 Dollar Spende

Lewis Hamilton wäre in seinem zweiten Leben gerne Schauspieler oder Sänger. Deshalb lässt er sich auch regelmäßig in den entsprechenden Society-Kreisen blicken. Zwischen Baku und Barcelona jettete der Weltmeister nach New York, um die MET-Gala zu besuchen. Ein Platz an einem Tisch kostet 30.000 Dollar, das Geld wird zur Förderung der Kunst verwendet. Hamilton tauchte in einem schneeweißen Anzug mit einem aufgestickten Kreuz am Rücken auf.

Daten zum Hartley-Crash

Brendon Hartey - GP Spanien 2018 Hartley verpasst Qualifying „Der härteste Crash meiner Karriere“

Brendon Hartley feuerte seinen Toro Rosso im dritten Training in Kurve 9 so heftig in die Absperrungen, dass der Neuseeländer in der Qualifikation zuschauen musste. Sein Toro Rosso war ein Totalschaden. Der Unfallschreiber lieferte folgende Daten. Der Einschlag mit dem Heck voran erfolgte mit 110 km/h. Es wurde eine Verzögerung von 25G gemessen. Beim Aufprall verhakte sich das Heck des Toro Rosso mit den Tecpro-Elementen der Absperrung. Dabei brach das Auto zwischen Motor und Getriebe auseinander. Das Team baute einen kompletten Satz der Honda-Antriebseinheit ein. Damit hat Hartley bereits das Maximum ausgeschöpft. Je drei Einheiten von Motor, Turbolader, MGU-H, je zwei von MGU-K, Batterie und Leistungselektronik. Muss noch einmal gewechselt werden, droht eine Strafe.

Entscheidung in letzter Sekunde

Die FIA hat die Aerodynamikregeln für 2019 mit knapper Mehrheit durchgepeitscht. Es war eine Entscheidung in letzter Sekunden. Mercedes und Force India gaben fünf Minuten vor 15 Uhr, dem Ende der Frist, ihr Ja-Wort ab. Mercedes-Teamchef Toto Wolff gab zu: „Eigentlich waren wir mit 60 zu 40 dagegen. Dann haben wir uns das Konzept angeschaut und gesehen: Das macht Sinn. Man kann nicht immer nur Vetos einlegen.“ Force India-Technikchef Andy Green begründet seine Zustimmung so: „Je früher wir anfangen, desto besser ist es. Sollte es der falsche Weg sein, hätten wir noch genug Zeit zu korrigieren, bevor wir 2021 völlig neue Autos bekommen.“ Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko sieht es ganz anders: „Mercedes hat für die neuen Regeln gestimmt, weil sie mit ihren Aero-Konzept am Ende sind. Sie wollten bei Null beginnen, weil sie wissen, dass sie uns damit schaden.“

Wirdheim statt Elgh

Ericsson-Betreuer Eje Elgh musste wegen gesundheitlicher Probleme in letzter Minute auf den historischen Grand Prix in Monaco verzichten. Der Schwede sollte dort einen March 711 aus dem Jahr 1971 fahren. Elgh übergab den Job an seinen Landsmann Björn Wirdheim: „Damit er sich endlich für die Niederlage beim Formel-3000-Rennen 2003 revanchieren kann.“

40 Minuten Vorlauf

Start - Formel 1 - GP Spanien 2018 Foto: Wilhelm
Die Piloten müssen künftig wohl 40 Minuten in der Startaufstellung warten, bevor die Lichter ausgehen.

Liberty wünscht sich mehr Zeit für die Startaufstellung, um die Fahrer besser präsentieren zu können. Die Teams wurden gefragt, ob man das Prozedere der Startaufstellung von 30 auf 40 Minuten ausweiten könne. Es gab keine Einwände. Abgelehnt wurde dagegen ein Vorschlag, dass die Top 10 in der Startaufstellung auf den Reifen starten sollen, die sie auf ihrer schnellsten Runde im Q3 benutzt haben.

Rätselraten um Williams-Protest

Diese Frage beschäftigt die Formel-1-Gemeinde noch immer. Warum hat Williams diesen sinnlosen Protest gegen diverse Entscheidungen der Sportkommissare in Baku eingebracht, der wie erwartet abgeschmettert wurde? Einhellige Meinung im Fahrerlager. Williams wollte seinem Fahrer Sergey Sirotkin zeigen, dass man für seine Interessen kämpft. „Wenn einer so viel Kohle für seinen Sitz zahlt, dann verdient er, dass man sich für ihn einsetzt.“

Was bremste Hülkenberg in der Qualifikation?

Hat Renault den Teufel im Benzinsystem von Nico Hülkenbergs Auto gefunden? Teamchef Cyril Abiteboul hoffte vor dem Start, dass das Problem behoben wurde. „Wir haben im Tank einen Fremdkörper entdeckt, der wahrscheinlich eine Leitung blockiert hat.“ Ob das wirklich der Grund war, hätte Renault erst am Ende des Rennens feststellen können. „Das Problem trat nur bei niedrigem Benzinstand auf.“ Die Ungewissheit bleibt. Hülkenbergs Rennen war schon nach einem Kilometer beendet.

Diebe in Barcelona

Die Diebe werden immer dreister. Am Freitag vor dem GP Spanien wurden auf dem Presseparkplatz 35 Autos aufgebrochen. In den meisten Fällen blieb es bei Sachschäden am Auto – die Kofferräume waren leer.

Bernie kauft McLaren

Ayrton Senna - McLaren - GP Monaco 1993 Foto: sutton-images.com
Ecclestone hat sich den Senna-McLaren von 1993 gekauft.

Der McLaren MP4/8, mit dem Ayrton Senna 1993 in Monaco gewann, wurde vom Auktionshaus Bonhams versteigert. Den Zuschlag bekam niemand geringeres als Bernie Ecclestone. Der ehemalige F1-Boss musste mehr als 4,1 Millionen Euro auf den Tisch legen, um sich das legendäre Auto in die Garage zu stellen. Es ist eines von nur wenigen McLaren F1-Autos in Privatbesitz.

Wehrlein statt Hartley?

In Barcelona geisterte ein Gerücht durch das Fahrerlager. Pascal Wehrlein soll schon ab dem GP Kanada den glücklosen Brendon Hartley bei Toro Rosso ersetzen. Wir haben bei Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko nachgefragt. Zuerst wollte der Grazer wissen, aus welcher Ecke die Gerüchte kommen, dann gab er zur Antwort: „Das ist im Moment nicht angedacht.“ Interessant ist der Zusatz „im Moment“. Ein echtes Dementi klingt anders. Von Mercedes hören wir, dass Wehrlein eine Freigabe von der DTM erhielte, wenn ein Formel-1-Angebot vorliegen würde.

Goss für Wood?

Williams-Chefdesigner Ed Wood hat das Team nach 12 Jahren auf eigenen Wunsch verlassen. Gerüchte wollen wissen, dass der bei McLaren beurlaubte Tim Goss sein Nachfolger werden könnte.

Arbeit für Massa

Felipe Massa hat seinen ersten Grand Prix als Formel-1-Rentner besucht. Der Brasilianer ist froh, dass er nicht im Williams fahren muss. Aber auch ohne Rennen wird ihm nicht langweilig, seine Rolle als Präsident der Kart-Kommission der FIA füllt ihn aus: „Ich sitze viel im Büro, war auch schon bei den Rennen. Das ist wie Motorsport aus den 90er-Jahren.“ Nebenbei hat Massa an der Fortsetzung seiner Karriere als Rennfahrer gearbeitet. Der elffache GP-Sieger fährt in der Saison 2018/2019 Formel E für das HWA-Team.

Neuester Kommentar

Danke Pandabär.
Ich hoffs nicht. Ich hätt gern nen schnellen Silberpfeil. Aber natürlich auch ne schnelle Konkurrenz um den Sport nicht zu zerstören. Denke das ist im Moment gegeben.
Dennoch hat mMn Mercedes wenn alles passt das schnellste Auto. Leider war Ferrari in Barcelona nicht im Fenster und RB hatte erst gegen Rennende die Pace.
Was mich wundert ist warum man RedBull immer so stark redet. Die verlieren in der ersten Rennhälfte einfach zu viel Zeit.

silver-arrow 17. Mai 2018, 08:46 Uhr
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