Räikkönen-Kritik

Kein Top-Pilot bleibt fehlerlos

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Kimi Räikkönen steht in der Kritik: Ex-Fahrer wie Niki Lauda oder Christian Danner werfen dem Weltmeister Lustlosigkeit und eine hohe Fehlerquote vor. Die Bildzeitung watscht den Finnen als "Tanktrottel" ab, weil er beim zweiten Boxenstopp Tankwart Piero Timpini zu Boden reißt.

Räikkönen hatte beim Losfahren nicht auf die sensorgesteuerte Ampel geachtet. Die stand noch auf Gelb. Ohne den Motorschaden hätte der Fehler Räikkönen einen Platz gekostet. Das Boxenchaos verlängerte den Stopp um acht Sekunden, und Jarno Trulli zog vorbei. Der Titelverteidiger wird bereits als Nummer zwei bei Ferrari abgestempelt. Zu viele Fehler, heißt es da, und natürlich wird seine Kollision mit Adrian Sutil in Monte Carlo wieder hervorgekramt. 

Auch Massa und Hamilton mit Patzern

Die Beobachter vergessen, dass Räikkönens WM-Gegner genauso viele Blackouts auf ihrem Sündenkonto haben. Lewis Hamilton kollidierte in Bahrain gleich zwei Mal mit Fernando Alonso. Null Punkte für den Engländer. Der McLaren-Pilot ging auch in Montreal leer aus. Sein Crash mit Räikkönen an der Boxenausfahrt war der Slapstick des Jahres. In Magny-Cours überholte er in der Startrunde Sebastian Vettel durch die Auslaufzone. Anstatt den Toro Rosso wieder vorbeizuwinken, beharrte Hamilton auf dem Platzgewinn. Es war der dritte Nuller in dieser Saison.

Auch der hoch gelobte Felipe Massa hat keine weiße Weste. In Melbourne drehte er sich beim Start und legte sich später völlig unnötig mit David Coulthard an. Beim zweiten Lauf in Malaysia drehte sich Massa an zweiter Stelle liegend unbedrängt von der Bahn. In Silverstone wurde der Brasilianer als Walzerkönig verspottet. Er hatte sich auf regennasser Fahrbahn sechs Mal gedreht. 

Kubica ohne Fehler und ohne Chance

Die wenigsten Fehler macht Robert Kubica. Der BMW-Pilot muss sich nur seinen Abflug in Silverstone ankreiden. Doch Kubica hat von den Titelkandidaten auch das schlechteste Auto. Da hilft es ihm nichts, dass er in zehn der zwölf Rennen in den Punkterängen landete - öfter als jeder andere im Feld. "Wir haben Boden auf McLaren und Ferrari verloren, besonders im Renntrim", gibt Kubica zu. Sein Rückstand auf Hamilton beträgt bereits 15 Punkte.

Viele Experten reden bereits von einem Duell Massa gegen Hamilton. Doch Vorsicht: Das nächste Rennen in Spa ist Räikkönens Spezialität. Dort hat er seit 2004 drei Mal in Folge gewonnen. In den schnellen Kurven wird es mit dem Aufwärmen der Reifen für die schnelle Trainingsrunde kein Problem geben. Steht Kimi beim Start einmal vorne, gibt es für ihn kein Halten. Ein Sieg beim GP Belgien, und er ist wieder mitten drin im Titelrennen.

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