Räikkönen

"Was nützt mir die schnellste Runde?"

Foto: Wolfgang Wilhelm

Kimi Räikkönen konnte in Budapest mit Platz drei Schadensbegrenzung betrieben. Trotzdem geht der Finne mit sich selbst ins Gericht. "Ich muss mein Qualifikationsproblem in den Griff bekommen. Was nützt mir die schnellste Runde im Rennen, wenn ich am Start nur Sechster bin."

Der Titelverteidiger sieht seine WM-Krone in Gefahr. "Als ich endlich freie Fahrt hatte, bin ich geflogen." Erst ein Problem an der hinteren Aufhängung bremste den Ferrari ein und verhinderte weitere Angriffe auf Timo Glock. Räikkönen zog deshalb ein nüchternes Fazit: "Ein passables Resultat nach einem enttäuschenden Wochenende."

Die Ingenieure glauben, dass Räikkönens Fahrstil für die Probleme mit dem Reifenaufwärmen verantwortlich ist. Der Weltmeister kann mit Untersteuern nicht leben und schafft es nur selten, die Vorderreifen schnell genug aufzuheizen. Wenn er es übertreibt, passieren Fehler. "Ich bin in meiner schnellsten Qualifikationsrunde in Kurve vier ausrutscht."

Massa wie ein Champion

Ganz anders Felipe Massa. Der Brasilianer fuhr wie ein Weltmeister und wurde dennoch nicht belohnt. "Ein Motorschaden so kurz vor Schluss ist das schlimmste, was dir als Rennfahrer passieren kann. Ich war selten so enttäuscht, wie in dem Augenblick, als es in meinem Rücken plötzlich ein unheimliches Geräusch gab." Der Motorplatzer kam ohne Vorwarnung. "Ich bin nach Hamiltons Reifenschaden nur noch auf Ankommen gefahren und habe stark die Drehzahl reduziert", erzählte der Unglücksrabe.

Trotz der Nullrunde glaubt Massa weiter an seine Titelchance: "Diese WM verläuft so verrückt. Es gewinnt, wer weniger Fehler macht. Acht Punkte kann man in sieben Rennen locker aufholen." Positives Fazit des Brasilianers: "Ferrari hat gezeigt, dass wir noch nicht geschlagen sind. McLaren hat uns eingeholt, aber nicht überholt. Jetzt hängt es davon ab, wer besser in der Fabrik arbeitet." In den nächsten drei Wochen herrscht Testverbot in der Formel 1.

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