Räikkönen beendet Durststrecke

Erste Pirelli-Kappe für die Kids

Kimi Räikkönen - GP USA 2018 Foto: xpb 58 Bilder

Kimi Räikkönen kann doch noch gewinnen. 2.044 Tage nach seinem letzten Sieg in Melbourne 2013 stand der Finne in Austin erstmals wieder auf dem Podium ganz oben. Für den größten Pokal wurde dem Iceman einiges abverlangt.

Die Erwartungen der Fans vor dem US-Grand-Prix waren riesig. Im Fokus standen dabei natürlich die beiden Titelkonkurrenten Lewis Hamilton und Sebastian Vettel. Dass am Ende Kimi Räikkönen allen die Show stehlen würde, damit konnte keiner rechnen. Immerhin liegt der letzte Sieg des Routiniers bereits mehr als fünf Jahre zurück.

Für den Routinier war der 21. Sieg aus verschiedensten Gründen ein ganz besonderes Ereignis. Nach 113 sieglosen Rennen war es der erste Formel-1-Erfolg, den er gemeinsam mit seinem Nachwuchs feiern kann. „Sie haben mich schon ein paar Mal danach gefragt. Aber sie sind glaube ich mehr an der Pirelli-Siegerkappe interessiert als an dem eigentlichen Sieg. Natürlich könnte ich auch einfach eine kaufen und mitbringen. Aber das wäre ja nicht fair“, gab sich der Finne ungewohnt locker.

Räikkönen noch nicht rentenreif

Allerdings befürchtete er auch, dass der Nachwuchs die Triumphfahrt des Papas zuhause in der Schweiz gar nicht mitbekommen hat. „Sie sind wahrscheinlich während des Rennens eingeschlafen. Aber meine Frau hat es hoffentlich gesehen. Ich bin natürlich happy für uns alle. Es wird jetzt aber nicht mein Leben ändern. Sie werden mich nicht anders respekterieren als vorher.”

Kimi Räikkönen - GP USA 2018 Foto: xpb
Räikkönen ließ Hamilton eiskalt abblitzen.

Auch seinen Kritikern konnte es Räikkönen nach dem viel diskutierten Wechsel zu Sauber noch einmal zeigen. Normale Fragen der Presse nerven den Iceman ja schon ordentlich. Aber die Fragen nach dem nächsten Sieg wollte der knurrige Blondschopf aus Espoo schon lange nicht mehr beantworten. Einige wollten den 39. Jährigen schon in Rente schicken.

“Jetzt konnte ich noch einmal beweisen, dass ich es noch kann. Ich werde zwar älter, aber so schlecht bin ich nicht. Es sollte also okay sein, noch ein paar Jahre dranzuhängen. Mir macht es immer noch Spaß. Mal sehen, was im nächsten Rennen drin ist. Heute Abend werden wir sicher noch ein wenig Spaß haben.„

Hamilton ohne Chance gegen Kimi

Den Siegerpokal in Austin hatte sich Räikkönen redlich verdient. Am Start setzte er sich kompromisslos gegen Pole-Setter Hamilton durch. Als der Konkurrent im Mercedes nach dem frühen Boxenstopp mit frischeren Reifen von hinten ordentlich Attacke machte, hielt Räikkönen dem Druck souverän stand, bis auch er selbst zum Reifenwechsel abbog. In diesen Runden verlor Hamilton im Heck des Ferrari die Zeit, die ihm am Ende im Duell gegen Verstappen fehlte.

“Das war nicht leicht heute die richtige Balance zu finden. Man musste die Reifen in Schuss halten und auf den Spritverbrauch aufpassen„, erklärte der Pilot die Herausforderung in Austin. Nach dem verregneten Freitag kam Räikkönen seine große Erfahrung zur Hilfe: “Das war heute ein kleines Ratespiel, wie viel man pushen kann. Man musste nach Gefühl fahren. Es war klar, dass die Reifen irgendwann eingehen würden. Da kann man nicht viel machen.„

Nach 56 Runden fuhr Räikkönen knapp vor Verstappen und Hamilton über die Ziellinie. “Ich musste am Ende nur den Abstand kontrollieren. Es ging darum, konstante Rundenzeiten zu fahren und die Reifen nicht zu überfordern. Nach den Erfahrungen des ersten Stints war ich relativ zuversichtlich, dass sie nicht einbrechen. Am Ende kamen die anderen dann aber doch relativ nah ran. Zehn Runden vor Schluss war ich nicht gerade der glücklichste Mensch auf diesem Planeten. Aber je näher mir folgten, desto schwieriger wurde es auch für sie. Dann war es okay.„

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