Ralf Schumacher

"Keine Angst vor Indy"

Foto: Wolfgang Wilhelm 32 Bilder

Ralf Schumacher fürchtet sich nicht vor der Rückkehr nach Indianapolis, obwohl der Deutsche in den vergangenen zwei Jahren zwei schwere Unfälle überstehen musste. Im Interview erklärt der Toyota-Fahrer, warum er keine Angst vor dem kommenden US-Grand Prix (2.7.) hat, und wie er heute das Verhalten von Ex-Reifenpartner Michelin und der anderen Teams sieht.

Mit welchen Erwartungen fliegen Sie nach Indianapolis?

Ralf Schumacher: "Hoffentlich erzielen wir dort gute Punkte."

In den letzten beiden Jahren hatten Sie dort zwei schwere Unfälle. Angst vor der Rückkehr?

Ralf Schumacher: "Auf keinen Fall. Zwar sind alle guten Dinge drei, aber das wollen wir in diesem Fall nicht hoffen. Aber wir haben ja einen anderen Reifenhersteller. Da sollte das diesmal funktionieren."

Ist irgendetwas von den Unfällen hängen geblieben?

Ralf Schumacher: "Es ist alles in Ordnung. An den einen Crash kann ich mich gar nicht mehr erinnern und der im letzten Jahr war ja nicht so schlimm."

Wie steckt man solche Unfälle weg?

Ralf Schumacher: "Für mich war das nie eine Überwindung. Es ist einem klar, dass so etwas passieren kann. Als ich wieder gesund war, wollte ich sofort wieder fahren. Ich habe mich ins Auto gesetzt und es war so wie immer."

Haben Sie sich überhaupt nicht erschreckt?

Ralf Schumacher: "Dazu hatte ich keine Zeit. Es konnte doch keiner wissen, dass die Reifen nicht halten. So etwas kann passieren."

War es denn die richtige Entscheidung, dass viele Ihrer Kollegen im letzten Jahr in Indianapolis nicht gefahren sind?

Ralf Schumacher: "Ja, es ging ja gar nicht anders."

Wann haben Sie mitbekommen, dass es mit den Michelin-Reifen Probleme gibt?$

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"Das war relativ früh klar. Ricardo Zonta ist ja vor mir abgeflogen. Ich bin dann nochmal raus und auch in der Mauer gelandet. Und dann gab es auch noch bei anderen Teams Reifenschäden. Das war dann eigentlich sofort klar."

Hätte man dann nicht schon früher Konsequenzen ziehen müssen?

Ralf Schumacher: "Aus durchaus verständlichen Gründen musste man das genauer analysieren und hat sich etwas Zeit dafür gelassen. Ob das mit der Kommunikation von Michelin damals so optimal gelaufen ist, das weiß man natürlich nicht. Man hätte das auch etwas besser machen können. Aber man gibt das nicht so gerne zu."

Es gab scharfe Kritik.

Ralf Schumacher: "Das war eine Überreaktion einiger, die der Formel 1 geschadet haben. Das war einfach absolut sinnlos. Die Unfälle und die Reifenschäden - es war einfach nicht machbar, dort zu fahren. Vielleicht wäre es gegangen mit einer Schikane, aber das ging ja auch aus versicherungstechnischen Dingen nicht. Also muss man so etwas akzeptieren. Das war eine sehr unangenehme Situation für alle, denn jeder wollte fahren."

War es richtig, dass die Bridgestone-Teams gefahren sind?

Ralf Schumacher: "Warum nicht? Ferrari und die anderen Bridgestone-Teams konnten an dem Tag nichts dafür, dass Michelin nicht in der Lage war, den Reifen zu bauen, der das Rennen aushält. Warum soll man den bestrafen, der seine Arbeit macht?"

Nun kommt der Einheitsreifen. Wird die Formel 1 dadurch sicherer?

Ralf Schumacher: "Es wird sicherlich besser werden. Wenn die Konkurrenz fehlt, muss der Reifenhersteller nicht mehr ans Limit gehen. Man kann den Reifen sicherer gestalten. Das ist für alle Beteiligten ein Vorteil. Man kann als Team nicht mehr wegen der Reifen verlieren."

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