Reaktion auf Bianchi-Unfall

Erster Test mit SC-Deltazeit in Austin

Gelbe Flaggen - Formel 1 Foto: xpb 16 Bilder

Am Samstagmorgen traf sich Charlie Whiting mit den Sportdirektoren der elf Formel 1-Teams. In dem Gremium wurde über Vorschläge diskutiert, wie man in Zukunft mit der Bergung von Fahrzeugen umgeht und die Fahrer einbremst. Favorit ist die Safety-Car-Deltazeit.

Der Unfallreport von Jules Bianchi wurde der Sicherheitskommission der FIA übergeben. Gleichzeitig diskutierten FIA-Rennleiter Charlie Whiting und die elf Sportdirektoren am Samstagmorgen in Sochi über das künftige Procedere bei der Bergung liegen gebliebener oder verunfallter Autos. Auch einige Elektroniker nahmen an der Debatte teil. Es geht um die Frage, wie man die Fahrer an der Gefahrenstelle wirksam einbremst.

Safety-Car-Deltazeit 45 Prozent langsamer als Renntempo

Favorit ist die so genannte Safety-Car-Deltazeit. Also Safety-Car-Bedingungen ohne Safety-Car an einer bestimmten Stelle der Strecke. In einer ähnlichen Situation wie bei Jules Bianchi am letzten Wochenende in Szuzuka, würde die Rennleitung ein Signal drücken, das einer Safety-Car-Phase entspricht. Die Fahrer müssten ab diesem Signal eine bestimmte Geschwindigkeit einhalten, die etwa 45 Prozent unter dem Tempo an der betreffenden Stelle liegt.

Die Fahrer können sich selbst am Display kontrollieren. Dort sehen sie, ob sie positiv oder negativ zu dem verlangten Tempo liegen. Neu wäre, dass sie in einer solchen Phase an der betreffenden Stelle zu jeder Zeit im positiven Bereich liegen müssen. Im Rest der Strecke kann der Delta-Wert kurzzeitig auch ins Negative rutschen, solange die Gesamtbilanz am Ende der Runde wieder über dem Strich liegt.

Sollten die Vorgaben nicht eingehalten werden, drohen empfindliche Strafen. Damit würde verhindert, dass die Fahrer an einigen Stellen in dem betreffenden Sektor schneller fahren und das dann später durch Langsamfahren ausgleichen. Da die Fahrer nicht wissen, wann sie wieder Renntempo fahren dürfen, sind taktische Spielchen nicht möglich.

Das neue System verlangt eine neue Software. Die FIA-Experten hoffen damit bis zum GP USA in drei Wochen in Austin fertig zu sein. Dann soll das neue System am Ende der freien Trainingssitzungen ausprobiert werden. Nach dem Experiment sollen die Fahrer ihre Kommentare abgeben. Möglicherweise wird danach noch feinjustiert. Die neue Regelung soll spätestens zu Beginn der Rennsaison 2015 zum Einsatz kommen.

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