Alex Albon - GP Ungarn 2020 xpb
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Ungarn - Budapest - 18. Juli 2020
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Ungarn - Budapest - 18. Juli 2020
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Ungarn - Budapest - 18. Juli 2020
Impressionen - Formel 1 - GP Ungarn - Budapest - 18. Juli 2020 43 Bilder

Red Bull entwickelt rückwärts: „Irgendwo ein grober Hund drin“

Red Bull entwickelt sich rückwärts „Irgendwo ein grober Hund drin“

Red Bull hat die Quali-Bestzeit von Mercedes in Budapest um 1,4 Sekunden verpasst. Beide Piloten beklagten sich über ein unberechenbares Fahrverhalten. Trotz langer Suche ist der Fehler nicht gefunden.

Red Bull war mit großen Ambitionen in die Saison gestartet. Gute Leistungen bei den Wintertests hatten den Verantwortlichen Hoffnung gemacht, dass man dieses Jahr von Beginn an um Siege kämpfen kann. Doch nach durchwachsenen Leistungen beim Heimspiel in Spielberg gab es beim dritten Rennwochenende in Budapest einen herben Rückschritt.

Die Probleme fingen schon im ersten Freien Training an. Beide Piloten klagten über eine schlechte Balance und pötzlichen Gripverlust. Die Ingenieure entschieden daraufhin das Auto über Nacht komplett umzubauen. Viele der Spielberg-Upgrades wurden gegen ältere Komponenten ersetzt. Für die Aktion wurde sogar ein Joker eingesetzt, der es erlaubt ausnahmsweise die Sperrstunde zu brechen.

"Es wurde etwas besser, aber noch nicht genug", winkte Max Verstappen ab. "Über- und Untersteuern wechseln sich ab. Wenn man sich dem Limit nähert, dann verliert man plötzlich das Heck oder rutscht über die Front. Uns fehlt einfach Grip. Dazu sind wir auch auf den Geraden nicht besonders schnell. Insgesamt sind wir einfach zu langsam."

Max Verstappen - GP Ungarn 2020
Red Bull
Über Nacht baute Red Bull das Auto komplett um. Man ging einen Schritt zurück.

Großer Abstand zu Mercedes

Das zickige Fahrverhalten spiegelte sich in schlechten Startpositionen wieder. Verstappen fehlten am Ende 1,4 Sekunden auf die Pole Position von Lewis Hamilton. Teamkollege Alexander Albon flog schon in der zweiten K.O.-Runde durch den Rost, was allerdings auch damit zu tun hatte, dass die Ingenieure den Thailänder am Ende der Sitzung mitten in den Verkehr schickten.

Albon erklärte was passiert war: "Jedes Team hat eine andere Strategie beim Aufwärmen der Reifen. Ferrari fährt zum Beispiel sehr langsam, wir dagegen etwas schneller. Man will also auf der Outlap nicht hinter ihnen liegen. Aber genau das ist passiert. Dann wurde es auch noch knapp mit der Zeit. Ich musste beim Überfahren der Linie nah an meinen Vordermann ran und hatte zu kalte Reifen. Das war es dann."

Red-Bull-Sportchef Helmut Marko zeigte Verständnis für seine Piloten: "Das Problem ist leider schwer zu verstehen. Klar ist nur, dass der Fehler im Bereich des Chassis liegen muss", so der Österreicher im Interview mit dem TV-Sender Sky. "Da scheint irgendein Teil nicht die richtige Festigkeit zu haben. Etwas verwindet sich und sorgt dafür, dass die Strömung abreißt. Wir dachten, dass wir dem Problem mit dem Umbau auf die Spur kommen. Das war aber leider nicht der Fall."

Max Verstappen - GP Ungarn 2020
Red Bull
Verstappen hofft, dass die Ingenieure dem Problem schnell auf den Grund kommen.

Red Bull nicht siegfähig

Der Blick auf die Zeitentabelle spricht eine klare Sprache: "Wir verlieren in den Sektoren zwei und drei jeweils fast eine halbe Sekunde. Der Rückstand auf Mercedes auf dieser Strecke von 1,4 Sekunden ist ein Wahnsinn", schimpft Marko. "Wir waren beim ersten Rennen noch halbwegs dabei, beim zweiten Rennen dann etwas weniger. Hier sind wir jetzt überhaupt nicht wettbewerbsfähig. Das heißt: Irgendwo ist ein ganz grober Hund drin. Da müssen wir jetzt in der kurzen Zeit bis Silverstone schauen, dass wir hinter dieses scheinbar fundamentale Problem kommen."

Die Frage lautet, wann Red Bull die richtige Spur bei der Entwicklung verlassen hat. "Bei den Wintertests lief auch nicht immer alles optimal. Aber das hat mit dem aktuellen Problem nichts zu tun", grübelte Verstappen. "Während sich andere seitdem weiterentwickelt haben, ging es bei uns vielleicht in die falsche Richtung."

Klar ist auf jeden Fall, dass es für das Budapest-Rennen am Sonntag keine Lösung gibt. Marko erwartet einen harten Kampf für seine Piloten. "Vom Sieg oder einem Platz auf dem Podium brauchen wir gar nicht träumen. Aber es sind ja ein paar Schauer vorhergesagt. Das könnte eine Chance sein, dass man sich wenigstens etwas verbessert."

Und was bedeutet die zu erwartende Ungarn-Pleite für den Kampf um den Titel? Ist der WM-Zug vielleicht schon abgefahren? Verstappen macht seinen Ingenieuren Druck: "Es sieht natürlich nicht gut aus. Ich hoffe einfach, dass Ungarn unser schlechtestes Wochenende bleibt, dass wir daraus lernen und die Probleme in den kommenden Rennen abstellen. Wenn wir weiter solche Leistungen abliefern, dann liegt Mercedes natürlich außer Reichweite."

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