Helmut Marko - Red Bull xpb

Red Bull im Aufwind

Helmut Marko stichelt gegen Mercedes

Red Bull sieht Licht am Ende des Tunnels. Der Sieg beim GP Österreich wurde auf der Strecke erkämpft. Das RB15-Chassis ist auf dem Weg zur Besserung. Und Honda hat in Österreich seine Zurückhaltung aufgegeben. Der nächste Schritt folgt nach der Sommerpause.

Red Bull schwebt nach dem Sieg beim Heimspiel in Österreich auf Wolke sieben. Auch wenn Teamchef Christian Horner weiter rätselt: „So ganz können wir uns die signifikante Steigerung immer noch nicht erklären. Der neue Frontflügel hat geholfen, aber wir hätten nicht gedacht, dass es so viel ist.“ Sportdirektor Helmut Marko sieht einen doppelten Effekt in einer kleinen Modifikation mit großer Wirkung: „Der neue Frontflügel bringt uns eine bessere Balance. Das Untersteuern ist weg. Und damit sind wir gleich besser im Reifenfenster drin.“ Der Unterschied zum alten Flügel beträgt laut Daten zwei bis drei Zehntel in der Rundenzeit.

Der zweite Grund für Red Bulls Quantensprung liegt im Motor. In Frankreich gab Honda noch konservative Direktiven aus. Die Japaner fürchteten beim ersten Einsatz des Spec 3-Motors um Klopfschäden. In Österreich trauten sie sich mehr zu. „Da hat der Motor so funktioniert, wie er soll“, räumt Marko ein. Trotzdem kann sich Honda noch nicht mit Mercedes und Ferrari messen. Deshalb geht man bei Red Bull mit vorsichtigem Optimismus in das Rennen vor der eigenen Haustür. „Hier wird auf einer Distanz Vollgas gefahren, die der Streckenlänge von Barcelona entspricht“, hat Horner ausgerechnet. Unausgesprochen bleibt, dass man sich deshalb weniger ausrechnet als vor zwei Wochen. Honda wird erst nach der Sommerpause reagieren. Es ist noch nicht entschieden, ob die nächste Ausbaustufe in Spa oder Monza debütiert.

Red Bull - GP England - Silverstone - Donnerstag - 11.07.2019
ams
Red Bull versteht den RB15 immer besser. Die Updates wirken so langsam.

Kühlung ist Teil des Pakets

Red Bull lässt sich von dem Sieg in Österreich nichts nehmen. Wenn die Mercedes Kühlprobleme hatten, mindert das nicht den Erfolg von Max Verstappen. „Die Kühlung gehört zum Paket des Autos“, beharrt Horner. Marko legt nach: „Uns fragt auch keiner nach unseren Problemen. Wir können uns auch nicht damit entschuldigen, dass wir die Reifen nicht in ihr Fenster gebracht haben.“ Der Grazer ist überzeugt: „Hätten wir die Reifen mit der dickeren Lauffläche, gäbe es mehr so Rennen wie in Österreich. Erinnert euch an Baku. Da hatten wir im Rennen auch schon das schnellste Auto mit dem geringsten Reifenverschleiß. Ohne die blöde VSC-Phase hätten wir Vettel noch überholt und zu den Mercedes aufgeschlossen.“

Marko hofft, dass die Entscheidung der Sportkommissare im Fall Verstappen zukunftsweisend ist. „Wenn sie Max bestraft hätten, hätte es einen Aufstand gegeben.“ Red Bulls Einpeitscher zeigt kein Mitleid mit Leclerc: „Er hätte ja früher bremsen und innen reinschneiden können. Und wenn überhaupt, dann ist er in unser Auto reingefahren und nicht umgekehrt.“ Leclerc will aus der Episode lernen. „Ich muss davon ausgehen, dass solche Zweikämpfe in Zukunft lockerer gehandhabt werden. Dementsprechend aggressiver werde ich fahren.“ Das wünscht sich Marko auch von seinem Sorgenkind Pierre Gasly: „Er muss das Überholen lernen. Max fackelt nicht lange. Er fährt ran und greift an. Gasly fährt viel zu lange hinterher.“

GP England 2019: Die Bilder vom Donnerstag

Mercedes - GP England - Silverstone - Donnerstag - 11.07.2019
Mercedes - GP England - Silverstone - Donnerstag - 11.07.2019 Lewis Hamilton - Mercedes - GP England - Silverstone - Donnerstag - 11.07.2019 Sebastian Vettel - Ferrari - GP England - Silverstone - Donnerstag - 11.07.2019 Jenson Button - Brawn GP001 - GP England - Silverstone - Donnerstag - 11.07.2019 88 Bilder
Motorsport Aktuell Formel Schmidt - GP Japan 2019 Formel Schmidt GP Japan 2019 Hat Mercedes Angst vor Ferrari?

Der GP Japan ist das Thema in unserem Video-Chat „Formel Schmidt“

Mehr zum Thema GP England (Formel 1)
Ferrari - Technik - Juli/August 2019
Aktuell
Verstappen vs. Leclerc - GP England 2019
Aktuell
Mercedes - Formel 1 - GP England 2019
Aktuell