Red Bull beim GP von Spanien

Ein Wunderauto mit Schwächen

Red Bull Foto: xpb 30 Bilder

Fünf Mal stand ein Red Bull auf der Pole Position. Unter dem Strich gab es aber nur zwei Siege. In der Konstrukteurswertung liegt Red Bull nur auf Rang drei. Sebastian Vettel hat bereits 41 Punkte liegen gelassen. Das schnellste Auto alleine reicht nicht zum Titel.

Mark Webber hatte in Barcelona ein Wochenende, wie es eigentlich immer für Red Bull sein sollte. Pole Position, Sieg, alle Führungsrunden. Sebastian Vettel hätte wenigstens Zweiter werden müssen. Doch dann kamen viele kleine Pannen dazwischen. Ein Boxenstopp, bei dem rechts vorne die Radmutter klemmte. Und ein Bremsdefekt links vorne, der fast einen Ausfall bedeutet hätte.

Bremsen und Räder sorgen für Red Bull-Ärger

Irgendwie sind die Räder und die Bremsen das Problem des Red Bull RB6. Nicht zum ersten Mal gab es Alarm an den Extremitäten des Autos. Ärger mit den Bremsen kosteten Vettel zwei Trainingssitzungen in Bahrain. Ein loses Rad 25 Punkte in Melbourne. Jetzt der Beinahe-Ausfall nach dem Bremsversagen. Die Telemetrie meldete den Ingenieuren, dass die Bremswege immer länger wurden. Kurz hatte man sogar eine Wiederholung des Melbourne-Ausfalls vermutet. Deshalb auch der Reifenwechsel nach dem Ritt durchs Kiesbett. Um auf Nummer sicher zu gehen.
 
Auch Mark Webber kam nicht ungeschoren durch die Saison. In Australien und China klemmte beim Boxenstopp rechts vorne die Radmutter. Gleiches passierte Vettel beim ersten Stopp in Barcelona. "Wir müssen schauen, ob es da Zusammenhänge gibt", grübelte Teamberater Helmut Marko. Er gab zu, dass Vettels letzte Runden zur Zitterpartie wurden. "Wir haben ihm gesagt, dass er trotz des Bremsdefekts auf der sicheren Seite ist, wenn er langsam fährt. Was macht der Kerl? Fährt Zeiten wie die Autos vor und hinter ihm." Teamchef Christian Horner präzisiert: "Dabei ist Sebastian schon 150 bis 200 Meter vor den Kurven in die Bremsen gestiegen."

Horner: "Auch Konkurrenz hat Probleme"

Nach dem Rennen sickerte durch: An Vettels Auto funktionierte auch der verstellbare Frontflügel-Flap nicht. "Die Sensoren haben falsche Werte geliefert. Deshalb hat Sebastian den Flügel auf einer Einstellung gelassen, die ihm am besten passte." Da der WM-Dritte meistens im Verkehr fuhr, hatte er ein Werkzeug weniger in der Hand, um auf die Turbulenzen der vorausfahrenden Autos zu reagieren.
 
Horner will den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen, dass die Red Bull anfälliger sind als andere Autos im Feld. "McLaren hatte diesmal auch seine Probleme. Und Ferrari war in den ersten Rennen mit Motorschäden beschäftigt." Sieger Mark Webber bestätigt: "Jedes der Top-Teams hat seine Schwächen. Gewinnen wird der, den sie im Verlauf der gesamten Saison am wenigsten treffen."

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