Red Bull-Berater Marko

"Kein Team ist so effizient wie Red Bull“

Helmut Marko Foto: Red Bull 17 Bilder

Red Bull führt schon wieder die Ranglisten an. Bestzeit für Sebastian Vettel am Dienstag, Rang eins bei Halbzeit am Mittwoch. Teamberater Helmut Marko ist nicht nur wegen der Rundenzeiten zufrieden. "Wir sind in Bezug auf die Kosten das effizienteste Team."

Geld ist in der Formel 1 immer noch die härteste Währung. Normalerweise gilt: Wer mehr hat, fährt schneller. Red Bull-Berater Helmut Marko hält diese Regel für überholt: "Es gab Berichte in den Medien, wonach wir über 300 Millionen Euro pro Jahr investieren. Diese Zahlen sind grundfalsch. In Wahrheit ist es weniger als die Hälfte."

Falsche Zahlen kolportiert

Der ehemalige Formel 1-Pilot verdächtigt die Konkurrenz: "Da streut jemand absichtlich falsche Zahlen. Oder er kann keine Bilanzen lesen." Teams, die in England stationiert sind, müssen ihre Bilanzen im Companies House offenlegen. Jeder, der will, kann den Firmen in die Bücher schauen. "Da hat einer die Budgets von Red Bull Racing und Red Bull Technologies zusammengezählt und nicht begriffen, dass der eine Etat im anderen enthalten ist."

Red Bull gibt tatsächlich rund 160 Millionen Pfund (189 Millionen Euro) aus. "Da sind aber die Kosten für den Motor und KERS mit drin. Bei den Werksteams kommen die Entwicklungskosten für diese beiden Komponenten noch dazu. Wenn ich das alles mit einbeziehe, dann liegen wir in der Rangliste der Budgets nur auf Platz vier", beteuert Marko.

Geplante Budgetstrafen überdenken

Dass Red Bull bei den Abstimmungen über schärfere Kostenkontrollen und Strafen für Nichteinhalten des Kostenreduzierungsplanes regelmäßig ein Veto einlegt, hat laut Marko zwei Gründe: "Wir sind nicht gegen Sparen. Es kann nur nicht sein, dass dies einseitig passiert. Die Teams, die keine guten Aerodynamiker oder einen Top-Fahrsimulator haben, wollen immer nur die Aerodynamik beschränken. Wir sagen ja zum Sparen, wenn die Motorenabteilungen im gleichen Maß davon betroffen sind."

Beim Thema Strafen für Kostensünder sieht Marko die Gefahr, dass diese Regelung das Denunziantentum fördert. In FOTA-Kreisen werden Strafen von bis zu 50 Millionen Euro für die Teams ins Auge gefasst, die gegen den Kostenreduzierungsplan verstoßen: "Es macht keinen Sinn, dass diese Strafen an die anderen Teams ausbezahlt werden. Das animiert kleine Rennställe dazu, gegen die großen etwas vorzubringen, um so ihr Budget aufzubessern. Wir können mit Strafen leben, doch die sollten dann für die Promotion des Sports oder meinetwegen auch für Wohltätigkeitszwecke verwendet werden."

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